Die Tochter des Ratsherrn

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2012, Titel: 'Die Tochter des Ratsherrn', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Neid, Geltungssucht und Intrigen – spannende Fortsetzung um eine Hamburger Kaufmannsfamlie

Buch-Rezension von Daniela Loisl Okt 2012

Hamburg 1290. Runa, Tochter von Ragnhild und Albert Holdestede, steht im Zentrum des Geschehens. Sechs Jahre nach dem verheerenden Brand der Stadt gehen nicht nur die Hamburger wieder ihrem gewohnten Trott nach, auch die Familie Holderstede hat es durch harte Arbeit und Unterstützung des Schauenburger Graf Gerhard I. wieder geschafft, gesellschaftlich und finanziell wieder nach oben zu gelangen.
Runa, ehemalige Begine, heiratet gezwungenermaßen Walther, der sie von ganzem Herzen liebt. Obwohl Walther sich die größte Mühe gibt, bleiben Runas Herz und Gedanken stets bei ihrer großen Liebe Johann. Als eines Tages Walthers Ziehvater vor der Türe steht, nimmt dieser ihn auf, nicht ahnend, welche Gefahr von diesem noch ausgehen wird…

Spannung, Liebe, Leidenschaft

Mit Die Frau des Ratsherrn stellte Joël Tan einen wunderbaren Debutroman, der spannend von der ersten bis zur letzten Seite war. So erwartete man den Folgeband sehnsüchtig, aber auch mit etwas Skepsis, denn die große Frage, ob die Autorin den Level ihres Erstlings halten kann, stand natürlich im Raum.
Dem sei vorweggenommen, das es auch dem zweiten Band an Spannung und liebevoll gezeichneten Figuren nicht mangelt. Der Plot selbst jedoch ist nicht mehr so innovativ wie im ersten Band, was aber dem Unterhaltungswert keinen Abbruch tut.

Joël Tan geht mit ebenso viel Enthusiasmus und Schwung ans Werk wie bei ihrem Debutroman. Allerdings merkt man sehr wohl eine Wandlung der Autorin: Sie hat an Erfahrung beim Schreiben dazu gewonnen. Stilistisch und erzählerisch zwar genauso stark, aber man spürt, dass sie beherzter, ja, mutiger ans Werk ging. Waren manche Passagen im ersten Roman noch zurückhaltender, wohl überlegt und bedacht, so liest man in diesem Buch die gewonnenen Selbstsicherheit durch die positiven Reaktionen der Leser zwischen den Zeilen. Die Autorin gewährt nicht nur ihren Figuren Empfindungen wie Liebe und Leidenschaft, sondern bringt diese selbst mit ein in ihre Erzählung. So ist der Spannungsbogen von Beginn bis Ende des Werkes stets zum Zerreißen straff.

Alte Bekannte

Tans Stärke liegt zweifelsfrei darin, ihre Leser erzählerisch zu fesseln. Bildgewaltig nimmt sie den Leser mit in das späte 14. Jahrhundert und lässt ihn nicht nur teilhaben an den Erlebnissen ihrer Figuren, sondern verknüpft noch geschickt die Geschichte Hamburgs und die damaligen politischen Machtkämpfe mit ein in ihre Erzählung.

Es ist zwar nicht zwingend notwendig den ersten Band gelesen zu haben, um der Geschichte folgen zu können, aber es ist auf jeden Fall ein großer Vorteil, da man auf viele "alte Bekannte" stößt. So spielt der Bruder eines Familienmitglieds noch eine entscheidende Rolle, als Walthers Ziehvater Everard sich bei der Familie einnistet.
Das Spinnen von Intrigen so manch mit Neid gefüllter Figur ist es, was die besondere Würze in Tans Büchern ausmacht. Durch verschiedene Handlungsstränge gelingt es der Autorin stets den Leser in ihren Büchern zu halten, sodass es sehr schwer ist, den Roman aus den Händen zu legen. Doch die Figuren sind nicht einfach schwarz-weiß gezeichnet, sondern auch der "böseste" Darsteller hat eine positive Seite, die Tan mit feinen Zwischentönen dem Leser mitteilt. Generell sind alle Figuren, von den Protagonisten bis hin zu den vielen Nebendarstellern mit viel Akribie und Facettenreichtum gezeichnet.

Ein (sehr) kleiner Wermutstropfen

Weder für die Spannung, noch für die Unterhaltung auch und auch nicht für die Schlüssigkeit der Erzählung ist der kleine Wermutstropfen von Belang, aber ganz unerwähnt soll dieser doch nicht bleiben.

Die Geschichte spielt im ausgehenden 14. Jahrhundert und zu dieser Zeit gab es weder die Bezeichnung Hexe noch wurden Menschen als Hexen am Scheiterhaufen verbrannt. Die Autorin jedoch lässt eine ihrer Figuren wegen Hexerei anklagen. Die Spannung wird dadurch noch dramatischer, was auch der Grund sein wird, weshalb Joël Tan diesen Schritt wagte. Zugute halten muss man der Autorin aber auch, dass dies nicht einfach ein Fauxpas ist, der ihr passierte, sondern sie diesen Anachronismus ganz bewusst einsetzte, wie man im Nachwort erfahren kann.

Im Gesamten ist der Roman eine sehr gelungene Fortsetzung des ersten Bandes und den Erwartungen des Lesers wird das Buch gerecht, da es gerade bei Mehrteilern sehr schwer ist, nach einem gelungenen ersten Band ebensolche Fortsetzungen zu bringen.

Leser, die sich für ein paar Stunden in eine ferne Welt begeben wollen und spannende Unterhaltung mit farbenprächtiger Kulisse lieben, werden mit Joël Tans Büchern genau die richtige Wahl treffen.

Die Tochter des Ratsherrn

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