Mandrifolie 2

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Mandrifolie - Eine Tochter Zar Nikolaus II. von Russland (Band 2)', Originalausgabe

Couch-Wertung:

75

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:88
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":1,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Daniela Loisl
Das Schicksal der Romanows mit den Augen einer der letzten Zeitzeugen

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2012

Russland zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Maria Nikolajewna Romanowa, von ihrem Vater "Mandrifolie" genannt, ist fünfzehn Jahre alt und auf dem Weg zu einer jungen Frau. Das Schicksal meint es nicht gut mit den Romanows, das Volk begehrt auf und dunkle Wolken brauen sich über das bis dahin so herrliche Leben der Familie zusammen. Noch ahnt niemand von ihnen, welch grausames Schicksal sie erwartet und dass man noch Jahrzehnte später über das Geschehen spekulieren wird.

Zusteuern auf den Untergang

Das Buch schließt im Grunde dort an, wo die Erzählung im ersten Band endet. Maria, Mandrifolie, ist nun schon fünfzehn und erzählt die Geschichte ihrer Familie aus ihrer Perspektive weiter. Wie schon im ersten Teil zeigt sich auch hier das immense Wissen der Autorin über die Romanows. Akribische Recherche, explizites Auseinandersetzen mit dem Zeitgeschehen und die zeitliche Abfolge der großen Tragödie sind zweifelsfrei die Stärke Silke Ellenbecks.

War es im ersten Band noch immens schwierig, aufgrund der Fülle an Figuren den Überblick zu behalten, so hält sich dieses "Problem" in diesem Buch in Grenzen, was zur Folge hat, dass der Leser dem Geschehen leichter folgen kann. Deutlich klar wird, dass Maria die Geschichte nach ihrem Tod erzählt und allzu viele Gedanken über Logik sollte man sich wohl hier nicht machen. Auch, dass sie als Tochter über Begebenheiten ausführlich berichtet, bei denen sie gar nicht zugegen war, aber dies hat sich schon im ersten Band gezeigt.
Gut dargestellt hat Ellenbeck wie sukzessiv die Familie in den Abgrund schlittert, ohne es selbst zu ahnen. Im Gegenteil, gerade die Zarin selbst versucht die Augen vor der Realität zu verschließen und will die nur allzu deutlichen Anzeichen für den Untergang des Zarenreichs nicht wahrhaben.

Fehlende Empathie

So gut die Autorin ihr Wissen auch in die Geschichte packt, kommt man nicht umhin, das Fehlen jeglichen Einfühlungsvermögens in die einzelnen Figuren zu bemerken. Emotionen werden beschrieben, aber nicht greifbar gemacht, was für das Buch, das mit so viel Liebe für die Historie geschrieben wurde, äußerst schade ist. Spürbar werden Gefühle dann, wenn – und das kommt in diesem Band recht häufig vor – Briefe von Familienmitgliedern zwischen die Erzählung mit eingewoben wurden. Dies macht alles wesentlich authentischer und nachvollziehbarer.

In diesem Band der Romanbiografie hat sich Ellenbeck am Schluss noch die legitime Freiheit eines Romanautors erlaubt und ein "was wäre wenn" in die Erzählung eingebaut. Nämlich, wenn die Geschichte anders ausgegangen wäre. Dieser Part ist so etwas wie ein kleines Highlight in der so tragischen Geschichte und will der Leser nur allzu gerne glauben können. Auch hebt diese fiktive Möglichkeit die Schwere und das Melancholische des Romans etwas auf und lässt den Leser nicht gar so bedrückt zurück.

Im Gesamten sind diese beiden Bände ein ungewöhnlicher Einblick in die Historie der Romanows. Wenngleich jeder weiß, wie alles endet, erlebt der Interessierte die Welt der Romanows noch einmal und bekommt im zweiten Band durch die vielen eingefügten Briefe ein etwas anderes Bild der weltbekannten Zarenfamilie.

Mandrifolie 2

Mandrifolie 2

Deine Meinung zu »Mandrifolie 2«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
24.01.2016 10:12:11
Annegret von Hirschheydt

Fehlende Empathie??? Frau Loisl- jede Person ist so liebevoll und voller Tiefgang- ich habe am Ende fast geweint, obwohl man das Schicksal kennt. So eine grottenschlechte und wirklich unfähige Rezensentin ist doch nicht geneigt anzuerkennen, wie schwer es ist so ein Buch zu schreiben- ein Roman, ohne historischen Wert kann jeder halbwegs fähige Autor. Hier wird eine Biographie verrissen, die eigentlich auch hier, in die fiktiven und oft wirklich inhaltlosen Geschichten nicht reingehört. Nur, weil man selbst sich nicht damit auseinandersetzen kann, was ich ihr unterstelle, sollte man nicht madigmachen. Schlimm!

29.12.2015 16:55:18
Katja Kollande

Wäre schön, wenn hier die Rezension der überarbeiteten Neufassung der Biografie über Marie zu finden wäre und die Rezensentin sollte sich ernsthaft fragen, ob sie in der Lage ist, so ein Buch zu schreiben. Fehlende Empathie- wo? Es ist bewegend und ergreifend, aber kein Roman, sondern eine historisch fundierte und überaus bemerkenswerte Biografie- zudem bitte doch auf die neue Ausgabe hinweisen- "Ich wollte einen Soldaten heiraten..." Da findet man superschöne Bilder- auch welche die ich gar nicht kannte, die Zarin mal ohne Pomp- wundervoll. Diese Rezension ist nicht relevant, zudem oberflächlich und entwürdigend für so ein Buch. Nochmals- das soll kein Roman sein, keine Fiktion, sondern echte Geschichte, und wenn man sonst nur Romane rezensiert, dann hier lieber Finger weg, weil mit der Materie nicht vertraut. 100% für die neue Version!