Die Schicksalsgabe

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Krüger, 2012, Titel: 'The Divining', Originalausgabe

Couch-Wertung:

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Annette Gloser
Ein schönes Mädchen und eine Gabe

Buch-Rezension von Annette Gloser Sep 2012

Kurzgefasst:

Sie weiß, dass sie anders ist als ihre römischen Freundinnen: Ulrika hat Visionen, die sie vor allen verheimlicht, die sie aber nach Germanien rufen. Dort rettet sie der Handelsherr Sebastianus aus höchster Gefahr. Gemeinsam brechen sie auf zu einer Reise: Sebastianus will eine Karawane bis nach China führen, Ulrika forscht nach dem Geheimnis ihrer Gabe. Ihre Suche führt beide bis an die Grenzen der Welt und tief ins Herz der Finsternis. Als Sebastianus bei Kaiser Nero in Ungnade fällt, eilt Ulrika zu ihm nach Rom. Darf sie ihre Schicksalsgabe einsetzen, um den Mann zu retten, den sie liebt?

 

Die Handlung des Romans beginnt im Jahr 54 n. Chr. und zieht sich über mehr als zehn Jahre hin. Ulrika ist eine junge Römerin, die auf der Suche nach sich selbst und ihrer Bestimmung im Leben ist. Ihr Vater Wulf ist Germane und sie hat ihn nie kennen gelernt, da er noch vor ihrer Geburt wieder in seine Heimat zurück gekehrt ist. Von ihrer Mutter, der Römerin Selene, hat Ulrika viel über die Heilkunst gelernt. Dies aber sieht sie nicht als ihren Lebenszweck an.

Schon in ihrer Kindheit konnte sie Bilder sehen, die andere Menschen nicht sahen. Ulrika betrachtet dies als seltsame Krankheit und begreift nur langsam, dass sie Visionen hat und somit über eine mächtige Gabe verfügt. Als sie erkennt, dass das Volk ihres Vaters bedroht wird, macht sie sich nach Germanien auf um ihn zu warnen. Auf ihrer Reise lernt sie den Kaufmann Sebastianus Gallus kennen und verliebt sich in ihn. Auch der gutaussehende junge Mann erwidert ihre Liebe, aber beide scheinen nicht füreinander bestimmt.

In Germanien erfährt Ulrika, dass sie lernen muß, ihre Gabe zu nutzen und dass sie dazu an den Ursprung ihres Daseins zurück kehren muß, nach Persien, wo sie geboren wurde. Als Sebastianus von Kaiser Nero beauftragt wird, eine Karawane nach China zu führen, geht Ulrika mit ihm gemeinsam in den Orient. Sie werden getrennt, erleben sehr verschiedene Welten, aber jeder von ihnen findet letztendlich was er gesucht hat und auch das liebende Paar ist nach jahrelanger Trennung wieder vereint.

Da aber wendet sich Nero gegen Sebastianus, von dem er sich verraten glaubt. Gemeinsam treten Ulrika und Sebastianus vor den Kaiser, um ihr Glück zu verteidigen.

Uraltes Rezept mit positivem Ausgang

Die Zutaten für diesen Roman sind sattsam bekannt: ein hübsches Mädchen, ein muskulöser junger Mann, schwere Aufgaben, ein paar Intrigen und Schicksalsschläge, Happy End. Sieht man so ein Buch in der Buchhandlung, so glaubt man, es schon lange zu kennen. Und doch gelingt es Barbara Wood, aus diesen Zutaten einen Roman zu machen, den man so eben doch noch nicht gelesen hat und der seine Leser in den Bann ziehen kann.
Dabei fällt auf, dass die Autorin die historischen Hintergründe ihrer Geschichte tragfähig recherchiert hat. Die Szenerien und Dialoge sind stimmig. Manch einer mag vielleicht zweifeln, ob Babylon in der beschrieben Zeit tatsächlich noch eine so grandiose Metropole war wie im Buch dargestellt, aber hierüber streiten bekanntlich selbst die Gelehrten, und Barbara Woods Beschreibungen sind lebendig und glaubhaft. Auch die wesentlichen inhaltlichen Züge der im Roman vorkommenden Religionen und ihre zeitliche Einordnung sind verlässlich dargestellt, ein ganz großer Pluspunkt. Dazu kommen eine lebendige Sprache und ein über weite Strecken gehaltener Spannungsbogen, charakterlich interessante Protagonisten auch in den Nebenrollen und die Exotik verschiedener Schauplätze, die Lust am Lesen machen und durch fast 500 Seiten tragen.

Und kurz vor Schluß die Katastrophe

Ulrika und Sebastianus sind sympathische Helden und man entwickelt beim Lesen ein reges Interesse an ihrem Schicksal. Auch wenn der eine oder andere Konflikt vielleicht doch etwas konstruiert wirkt, so sind diese Konflikte nachvollziehbar und treiben die Handlung des Buches voran. Allerdings schwächelt die Spannung auf den letzten hundert Seiten etwas, gerade dann, wenn die Handlung doch auf ihren Höhepunkt zusteuert und letztendlich in Neros Audienzhalle kumuliert. Genau dieser große Höhepunkt, in dem praktisch alle Protagonisten wieder zusammen finden und selbst Ulrikas Vater aus der Versenkung auftaucht, wirkt kaum glaubhaft und selbst ein Erdbeben zur rechten Zeit kann daran wenig ändern. Ist der Leser dem liebenden Paar allerdings bis hierher gefolgt, so wird er aufatmen, mit einem Lächeln die letzten Seiten angehen und wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass alles seinen Platz hat und jeder ein Zuhause findet.

Unterhaltung und Lesespaß für Romantiker garantiert

Mit Die Schicksalsgabe kauft man ein Buch für den erholsamen Urlaub oder lange Winterabende auf der kuscheligen Couch. Ein, zwei Abende spannender Unterhaltung - je nach Lesetempo - sind auf jeden Fall drin. Für unterwegs eignet sich das gewichtige Hardcover weniger, dafür allerdings bekommt man einen schicken Schutzumschlag mit einer versonnen blickenden Maid vor Ruinenlandschaft und Zypresse. Schade nur, dass sich inhaltliche Fehler in die Klappentexte eingeschlichen haben, denn Ulrika landet nie in China und der Roman endet dort, wo dereinst auch der Jacobsweg enden wird, keineswegs dort, wo er beginnt.

Sicher ist es kein Buch für die akribischen Historiker unter uns, aber es ist ein Buch für die, die ein Herz für Liebende und Spaß an abenteuerlichen Reisen durch ferne Länder haben. Und auch für die, die sich schon lange fragen, wie denn der heilige Jacob eigentlich ins ferne Spanien kam, hat dieses Buch eine von vielen möglichen Antworten.

Die Schicksalsgabe

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