Der Tuchhändler

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • , 1997, Titel: 'Der Tuchhändler', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Auftakt einer Reihe, der Potenzial zeigt, aber nicht völlig ausschöpft

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Mai 2006

Landshut, 1475. Während die Stadt bis über beide Ohren in den Vorbereitung für die herzogliche Hochzeit steckt, wird in der im Bau befindlichen Kirche die Leiche einer polnischen Adligen gefunden. Die polnische Delegation drängt auf eine rasche Aufklärung - und droht damit, die Hochzeit platzen zu lassen. Die Stadtoberen beauftragen den Kaufmann Peter Bernward mit der Suche nach dem Täter. Während Bernward, der noch immer seiner verstorbenen Frau nachtrauert, als Ermittler wider Willen einen Mörder sucht, gerät er selbst in Lebensgefahr, denn er rührt an einer alten Geschichte, die für Landshut kein Ruhmesblatt war ...

Der Tuchhändler ist der Auftakt der mehrteiligen Reihe um den Kaufmann Peter Bernward und war Dübells erster historischer Roman. Rahmenhandlung ist die berühmt gewordene Landshuter Hochzeit, die noch heute regelmäßig zelebriert wird. Inwiefern die handelnden Figuren und sonstige Ereignisse historisch verbürgt sind, erklärt der Autor in einem ausführlichen Nachwort. Im Mittelpunkt steht der Mord an einer polnischen Adligen. Bernward, dem trotz seiner Tätigkeit als Kaufmann Ermittlungen dieser Art aus vergangenen Tagen nicht fremd sind, sträubt sich zunächst gegen die Aufgabe und wird dann immer tiefer in eine Geschichte aus alten Tagen gezogen.

Ein Krimi, der nur langsam in Gang kommt, zum Ende hin jedoch überzeugt

Wie Peter Bernward steht der Leser zu Beginn der Geschichte am Anfang der Ermittlungen. Da jede Information mühsam zusammengesucht werden muss, kommt die kriminalistische Handlung nur langsam in Gang. Das verlangt dem Leser ein Stück weit Durchhaltevermögen ab, denn der Krimi entwickelt erst im letzten Drittel des Buches ein wenig Zug. Dann jedoch kann der Autor mit einer klug konstruierten Geschichte überzeugen und auch Spannung erzeugen - all das macht Hoffnung für die Folgebände um Peter Bernward.

Über die gesamte Länge überzeugen kann der Roman auf der historischen Ebene: die Geschehnisse um die Landshuter Hochzeit werden ebenso interessant geschildert wie die Vergangenheit der Stadt Landshut. Welcher Punkt hier genau geschildert wird, soll natürlich noch nicht verraten werden, denn es ist der Schlüssel zur Lösung des Mordfalls. Auch bei der Darstellung des Alltags punktet das Buch.

Eine gut zu lesende Geschichte, die Lust auf die Fortsetzungen macht

Stilistisch bewegt sich das Buch auf gutem Niveau, ohne den großen Wurf darzustellen. Wer spätere Werke von Richard Dübell kennt, wird feststellen, dass sich der Autor in dieser Hinsicht noch stark weiterentwickeln wird. Trotz seiner Schwächen im Krimi-Teil ist Der Tuchhändler ein schön zu lesender historischer Kriminalroman, der Lust auf die nächsten Bände der Reihe macht. 

Der Tuchhändler

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Letzte Kommentare:
26.07.2014 18:41:01
PMelittaM

1475: Kurz vor der „Landshuter Hochzeit“ wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wie sich herausstellt, gehörte sie zum Gefolge der Braut. Will etwa jemand die Hochzeit verhindern? Peter Bernward, früher Assistent des Bischofs von Augsburg, jetzt Kaufmann in Landshut wird damit betraut, heimlich Nachforschungen anzustellen und den Mörder noch vor den Hochzeitsfeierlichkeiten zu ermitteln …

Selten ist es mir so schwer gefallen, einen Roman zu bewerten. Richard Dübell ist bekannt für seine historischen Romane und dieses ist der erste einer fünfteiligen Serie mit Peter Bernward. Der historische Teil ist auch gut gelungen, der Autor berichtet ausführlich über die historischen, politischen und auch baulichen Hintergründe, das ist sehr interessant zu lesen, behindert jedoch etwas den Lesefluss und hemmt die Spannung. Dass Richard Dübell ausführlich recherchiert hat, merkt man dem Roman an und ein Nachwort gibt zudem Aufschluss über Fakten und Fiktion. Auch die abgedruckte Karte ist äußerst nützlich. Besonders hat mir gefallen, dass einem beim Lesen vor Augen geführt wird, welch ein Gewaltakt Planung und Ausführung der Hochzeitsfeierlichkeiten gewesen sein muss.

Da es sich aber nicht um einen rein historischen Roman handelt sondern auch um einen Kriminalroman und dieser Teil weniger gut gelungen ist, erhält der Roman von mir einen deutlichen Punktabzug. Der Fall selbst ist sehr verworren, Peter Bernward erscheint nicht sehr kompetent und auch die Auflösung hat mich enttäuscht, ohne zu spoilern kann ich aber nur sagen, dass letztlich weniger dahintersteckte als gedacht und zudem nicht Peters Ermittlungsarbeit ausschlaggebend war sondern eine gute Portion Glück.

Die Geschichte wird in Ich-Form aus Peters Perspektive erzählt, was seine Inkompetenz noch deutlicher macht. Gelungen ist allerdings Peters Charakterentwicklung vom zunächst gebrochenen Mann, der sich nach dem Tod seiner Frau sieben Jahre vorher vor der Welt und auch vor seinen Kindern zurückzog und nun langsam wieder nach vorne zu sehen lernt.

Auch andere Charaktere gefallen mir gut, z. B. der patente Apothekersohn oder der polnische Ritter, letzterer sogar eine reale historische Persönlichkeit.

Lesen lässt sich der Roman recht flüssig, solange man sich für umfängliche Ausführungen über die Hintergründe interessiert. Wer nur über einen interessanten Kriminalfall lesen möchte, wird sich eher langweilen und eventuell sogar geneigt sein, Seiten zu überfliegen. Aber auch wer sich für die Hintergründe interessiert, wird gelegentlich ungeduldig werden, weil die Ermittlungsarbeiten so gar nicht in Gang kommen.

Auf Grund der Kritikpunkte, die ich für schon recht gravierend halte, vergebe ich nur drei Sterne und hoffe, dass die weiteren Peter-Bernward-Romane spannender geschrieben sind und Peter Bernward dort als Ermittler mehr Profil entwickelt. Dennoch empfehlenswert, gerade wegen des historischen Anteils.

04.04.2011 15:38:49
Sabrina Korber

Nur wen man sich in der Stadt richtig auskent und der Stadt Verbunden ist ,ist das Schöne an diesem Roman, dass man sich beim Lesen ständig die jeweilige Kulisse vorstellen kann, die Wege des Tuchhändlers nachvollziehen und im Geiste nachgehen kann. In dieser Hinsicht sind die ausgiebigen Beschreibungen durchaus ein Genuss.

26.05.2010 14:34:03
Cyprian

Das ausgehende Mittelalter: Eine Epoche politischer Intrigen und machthungriger Potentaten. In den Wirren dieser Zeit wird Peter Bernward, ehemaliger Amtmann des Bischofs von Regensburg, nunmehr Tuchhändler, in eine komplizierte Verschwörung verwickelt. Der Roman, mit Krimi-Hintergrund, entfaltet die Wirkung eines echten Erlebnisses. Sprachlich anschaulich und mit historisch nachvollziehbaren Schlaglichtern auf etliche Details dieser Epoche, wird das 15. Jahrhundert vor Augen geführt! Ein Vorbildroman!

07.04.2010 16:34:06
Sapida

Der Roman war schön .... mir ist nur aufgefallen, dass es ein schlechtes Bild über ie Frauen macht. Zum Beispiel auf Seite 349...

ich finde es ist ein heftiger Roman.
Ich muss für meine Buchvorstellung den Inhalt in 2-3 Seiten zusammenfassen, weis leider aber nicht o ich das schaffe. Dübell hat so ein schweres Buch geschrieben, dass es twas schwer verständlich ist

11.08.2009 14:32:11
Gaby Roetzer

Wenn man sich in Landshut auskennt und der Stadt verbunden ist, ist das Schöne an diesem Roman, dass man sich beim Lesen ständig die jeweilige Kulisse vorstellen kann, die Wege des Tuchhändlers nachvollziehen und im Geiste nachgehen kann. In dieser Hinsicht sind die ausgiebigen Beschreibungen durchaus ein Genuss.

19.04.2009 19:59:58
Marie

Ich fand den Roman manchmal sehr spannend, jedoch manchmal so langweilig und in die Länge gezogen, das das Lesen mühsam wurde. Ich bin auch der Meinung, dass man den selben Inhalt in wesentlich weniger Seiten fassen könnte. Da ich mir von dem Buch jedoch von Anfang an wenig versprochen habe, war ich doch eher positiv überrascht.

02.03.2008 18:45:11
el broto

Gut geschriebener, facettenreicher Krimi, wenngleich der Krimiteil nur etwa die Hälfte des Gesamtwerkes ausmacht, der Gest ist eine Characterstudie des Hauptprotagonisten, die nicht minder schlecht ist.
Das Ende ist dann doch etwas überraschend, zumindest in seiner Heftigkeit. Flüssig geschrieben und sehr kurzweilig

10.01.2008 12:24:11
Stefan83

Mit „Der Tuchhändler“ liegt leider wieder eins dieser Bücher vor, bei denen der Klappentext erheblich mehr verspricht als der Inhalt selbst im Endeffekt halten kann. Es ist der erste historische Kriminalroman von Richard Dübell, und dass es sich dabei um sein Debüt handelt wird während der Lektüre auch desöfteren deutlich. Dabei hat das Grundgerüst der Story durchaus Potenzial Die Hauptfigur Peter Bernward, der titelgebende Tuchhändler, hat sich nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes vom gesellschaftlichen Leben völlig zurückgezogen und keinen Fuß mehr in seine Heimatstadt Landshut gesetzt. Nun wird er jedoch in einen mysteriösen Mordfall verwickelt, den augenscheinlich nur er, als ehemaliger Untersuchungsbeamter des Augsburger Bischofs, lösen kann. Klingt spannend? Ja, hätte es werden können, aber Dübells langatmige Ausschweifungen und ständige Wiederholungen lassen dem Plot leider keine Chance an Fahrt zu gewinnen. Selbst in Landshut geboren, merkt man in jeder Zeile das Bedürfnis des Autors, ein lebendiges Bild der spätmittelalterlichen Stadt zu zeichnen. Das gelingt ihm zwar gut, wird aber derart bis in kleinste Detail betrieben, dass es man dem bald überdrüssig wird. Bernward durchquert während seiner Ermittlungen Landshut etliche Male und es hätte sicherlich gereicht hätte, ein oder zweimal die Beschaffenheit der Straße und den Zustand der Häuser zu beschreiben, und dies nicht jedes Mal aufs Neue zu tun. An mittelalterlichem Flair mangelt es der Story, ebenso wie an gut gezeichneten Charakteren, damit zwar nicht. Der Krimi-Plot jedoch weiß nur streckenweise zu überzeugen. Bernward stolpert nur über Hinweise, kommt mithilfe von Eingebungen, die für den Leser nicht nachvollziehbar bleiben, Dingen auf die Spur und landet bei seinen Nachforschungen immer wieder in einer Sackgasse. Das mag zwar authentisch sein, ist aber in keinster Weise unterhaltend. Hinzu kommt, dass man die Handlung auch in ein Buch mit der Hälfte des Seitenumfangs hätte fassen können. Insgesamt ein zäher, oftmals verworrener historischer Kriminalroman, der für Geschichtsbegeisterte vielleicht von Interesse sein dürfte, an dem Krimiliebhaber allerdings nur wenig Freude finden werden.

01.09.2006 20:00:41
Rainer Müller

Mit dem Tuchhändler präsentiert Richard Dübell den Opener der Peter Bernward-Serie. Dabei vermischt der Schreiber historische Fakten und Fiktion zu einer nahezu perfekten Geschichte. Mit viel Liebe zum Detail erfährt man viel über Landshut und das späte Mittelalter im Allgemeinen, gemeine Leser dürften das Werk nicht vor der letzten Seite aus der Hand legen.