Der Fluch von Leonsberg

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Der Fluch von Leonsberg', Originalausgabe

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Annette Gloser
Ein uralter Fluch erfüllt sich

Buch-Rezension von Annette Gloser Sep 2012

Kurzgefasst:

Bayern im 12. Jahrhundert: Aus Rache stiehlt Käthe das Neugeborene der Gräfin von Leonsberg, schiebt es der eigenen Schwiegertochter Magdalena unter und behauptet, diese habe zeitgleich mit der Gräfin Zwillinge geboren. Das Wissen über die wahre Abstammung beider Kinder wird mit Käthe begraben. Jahre später nimmt die kinderlose Gräfin die halb verhungerten Knaben auf. Sie wachsen als gräfliche Erben heran. Der Kampf um zwei geheimnisvolle Reliquien, deren Besitzanspruch sowohl von Papst Alexander als auch vom Templerorden behauptet wird, führt zwei Tempelritter nach Leonsberg. Einer von ihnen kann das Geheimnis von der Abstammung der Erben von Leonsberg enthüllen. Es kommt zur dramatischen Konfrontation. Wird sich der uralte Fluch, der auf den Leonsbergern lastet, nun erfüllen?

 

Die hübsche Magdalena wurde mit dem Köhler Heribert verheiratet. Aber am Hochzeitsabend erscheint Alto von Ahausen, der Neffe des Leonsberger Grafen, mit seinen Kumpanen und fordert die Braut für sich. Er verletzt Magadalenas Bräutigam Heribert so schwer, dass dieser für den Rest seines Lebens ein sabbernder, hilfloser Krüppel bleibt. Heriberts Mutter Käthe schwört Rache an den Grafen von Leonsberg. Magdalena jedoch wird durch die Vergewaltigung schwanger und erwartet nun das Kind Altos.

Auch die Gräfin von Leonsberg erwartet ein Kind. Zur Entbindung wird die alte Käthe geholt, die als Kräuterfrau einen guten Ruf hat. Die Hoffnung der Gräfin, endlich ein lebendes Kind zur Welt zu bringen, wird jedoch schnell zunichte, als Käthe ihr erklärt, auch dieses Kind sei tot geboren worden. In Wahrheit jedoch lebt der kleine Junge und Käthe nimmt ihn mit nach Hause. In der Köhlerhütte liegt Magdalena in tiefer Ohnmacht. Auch sie hatte Wehen und die Schmerzen der Geburt haben sie überwältigt. So glaubt sie ihrer Schwiegermutter, als diese ihr erzählt, dass sie Zwillinge geboren habe. Magdalena zieht beide Kinder auf. In einem Hungerwinter jedoch spürt Käthe ihr Ende nahen und erzählt Magdalena, dass einer der beiden kleinen Jungen das Kind des Leonsberger Grafen ist, allerdings verrät sie Magdalena nicht, welches ihr eigenes und welches das Grafenkind ist. Nur eins prophezeit sie der jungen Frau: "Dein Sohn wird es sein, der die Burg Leonsberg zu Fall bringt und zerstört!", und sie berichtet von einem alten Fluch, der auf der Burg liegt.

Nach Käthes Tod bringt Magdalena die Kinder auf die Burg und berichtet der Gräfin von Käthes Verbrechen. Da niemand weiß, welches der echte Grafensohn ist, beschließt die Gräfin beide Kinder aufzunehmen und die Zeit entscheiden zu lassen, wer der Erbe von Leonsberg werden soll. Aber auch die Gräfin hat ein Geheimnis: Der Graf ist keineswegs der Vater ihres Kindes, ihr leiblicher Sohn ist ebenfalls ein Kind Altos. Magdalena wird weggeschickt, sie geht nach Landau, arbeitet dort in einer Schenke. Der Vergewaltiger Alto von Ahausen dagegen ist mittlerweile im Heiligen Land aktiv und spioniert den Templerorden für den Papst aus. Als jedoch eine Gruppe Templer ein wertvolles Paket in die Komturei Babenberg bringen soll, führt ihn sein Weg wieder in die Heimat, denn er soll das Paket an sich bringen und dem Papst übergeben.

Aus den beiden Knaben sind mittlerweile junge Männer geworden, sehr unterschiedlich in Aussehen und Charakter. Regelmäßig sind sie Gast im Landauer Wirtshaus und der starke, blonde Gottlieb hat sich dort in eine Magd verliebt. Auch Alto findet sich hier ein, auf der Suche nach den Templern mit dem geheimnisvollen Paket. Und er erfährt, dass er zwei Söhne hat...

Mittelalter, enthusiastisch erzählt

Birgitta Eichhorn erzählt ihren Roman mit viel Spaß am Fabulieren und ein paar überraschenden Wendungen. Ihre Protagonisten sind zumeist eher einfach strukturiert, jedoch hat sie mit Magdalena und Wolfram zumindest ansatzweise vielschichtige Figuren geschaffen. Im Wesentlichen sind die Personen jedoch auf gut oder böse festgelegt Die gradlinige Sprache sorgt dafür, dass sich das Buch locker weg schmökert und der Leser problemlos ganz tief in ferne Jahrhunderte abtauchen kann.

Allerdings will die Autorin sehr viel auf relativ wenigen Seiten erzählen. Die Geschichte ist verwickelt und führt zwischendurch auch nach Jerusalem und zum Papst. Hier fehlt durch die Kürze einfach die Tiefe, sowohl in der Handlung als auch in der Ausarbeitung der Charaktere. Dennoch fängt die Geschichte ihre Leser schnell ein und lässt sie erst wieder los, wenn die letzte Seite umgeblättert ist.

Schade, dass die ganze Handlung letztendlich auf einer Legende beruht, an deren Wahrheitsgehalt mehr und mehr Historiker zweifeln und die vermutlich erst im 15. oder 16. Jahrhundert entstanden ist: Dem Recht der ersten Nacht. Schade auch, weil gar keine Notwendigkeit bestand, dieses möglicherweise nie existierende Recht in den Roman einzuführen. Magdalena hätte auch auf andere Weise zu ihrem Kind kommen und Heribert aus anderen Gründen von Alto verletzt werden können. Neben diesem Faux pas regt ein Holzschild mit eingebranntem Buchstaben vor dem Wirtshaus eher zum Schmunzeln an wenn man bedenkt, dass der Roman im 12. Jahrhundert spielt und außer ein paar gelehrten Mönchen landauf, landab kaum jemand lesen und schreiben konnte.

Gute Unterhaltung

Der Fluch von Leonsberg bietet spannende Unterhaltung mit Lokalkolorit. Die Autorin schenkt dem Leser in einem kurzen Nachwort noch ein paar Zusatzinformationen und stellt dankenswerter Weise die historischen Gegebenheiten klar. Und auch bei ihrem dritten Roman hat Birgitta Eichhorn Glück mit dem Verlag, der dem Buch ein interessant gestaltetes Cover verliehen hat, das tatsächlich zum Buch passt und sich so sehr angenehm von der Masse abhebt.

Ein Roman für Urlaube, nicht nur in Bayern, ganz sicher aber auch für dort, für lange Abende und für Menschen, die gerne ein wenig aus dem Jetzt verschwinden. Und ein Roman, der spannende und vergnügliche Lesestunden schenkt.

Der Fluch von Leonsberg

Der Fluch von Leonsberg

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Letzte Kommentare:
26.12.2012 18:18:45
micherl

Ich habe das Buch im Urlaub in Bayern gelesen. Und ich kann mich der Histo-Couch-Rezension nur anschließen. Es liegt im rasanten Erzählstil, der wohl von der Autorin auch so gewollt sein dürfte, der einem das Buch von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen lässt. Die Figuren mögen recht eindimensional gestrickt sein, aber dafür hat die Geschichte jede Menge Tempo. Das ist ein Buch für Leser, die sich einen spannenden Tag gestalten möchten!