Das Kräuterweib vom Wachsenden Felsen

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • , 2010, Titel: 'Das Kräuterweib vom Wachsenden Felsen', Originalausgabe

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Annette Gloser
Ein Schmöker mit Lokalkolorit

Buch-Rezension von Annette Gloser Sep 2012

Kurzgefasst:

Bayern im 15. Jahrhundert. Die unehelich geborene Anna verdient sich nach dem frühen Tod ihrer Mutter und Lehrmeisterin ihr täglich Brot als Kräuterweib und Hebamme. Bald darauf verliebt sie sich in den Herumtreiber Theo und wird schwanger. Er verschwindet und auf der Suche nach ihm gelangt Anna in die Herzogstadt Landshut. Als sie ihn findet, erlebt sie eine bittere Enttäuschung. Eine Landshuter Schmiedefamilie gibt Anna eine neue Heimat und sie macht unfreiwillig Bekanntschaft mit der Geliebten des Herzogs, die sie in einen Strudel unglücklicher Ereignisse und Intrigen zieht. Anna wird von ihrer einstigen großen Liebe denunziert und fällt in die Hände der Inquisition...

 

Anne lebt mit ihrer Mutter Pia in Usterling, in der Nähe des Wachsenden Felsens. Pia ist Hebamme und Kräuterfrau, gern gesehen bei den Bewohnern des Dorfes. Nur Pfarrer Sebald verfolgt sie mit seinem Haß, denn Anna ist ein uneheliches Kind - für den Pfarrer ein Symbol der Sünde. Als Pia plötzlich stirbt, steht Anna allein auf der Welt. Zwar hat sie von ihrer Mutter das Handwerk der Kräuterfrau gelernt, aber schnell bekommt sie zu spüren, dass sie als junge, unverheiratete Frau schutzlos der Willkür einiger Bauern ausgesetzt ist. Auch Bruder Ambrosius, der Hüter der Quelle am Wachsenden Felsen, kann sie nicht beschützen.

Da Anna sich in den jungen und gutaussehenden Theodorus von Hohenheim verliebt hat und ein Kind von ihm erwartet, beschließt sie, ihm nach Landshut zu folgen. So entgeht sie zunächst der willkürlichen Verfolgung durch einen aufgebrachten Bauern, aber in der Stadt ist sie fremd und steht wieder allein. Auch ihre Suche nach Theodorus endet in einem Fiasko. Es stellt sich heraus, dass der Hallodri schon verheiratet und ein stadtbekannter Säufer ist. Er verleugnet Anna und verletzt sie so schwer, dass sie sein Kind verliert. Aufnahme findet sie schließlich bei der Familie Schmied. Hier arbeitet Anna als Magd und macht sich auch schnell als Kräuterfrau einen Namen. Daß sich auch Pius, der Sohn des Hauses, für sie interessiert, nimmt Anna zunächst gar nicht wahr. Aber bald findet das junge Paar zusammen.

Allerdings gerät Anna in große Gefahr, als die Geliebte des Herzogs Ludwig sie um Hilfe bittet. Zwar behandelt Anna die schöne Hiltrud zu deren Zufriedenheit, gerät jedoch damit in ein Spiel der Mächtigen, dem sie nur durch glückliche Zufälle und mit Pius' Hilfe entrinnen kann. Als jedoch Theos Frau ein totes Kind zur Welt bringt und dabei stirbt, zeigt Theo Anna als Hexe an. Und im Kerker wartet Egbert von München auf sie, ein gnadenloser Hexenjäger...

Verschenktes Potential

Wann die Geschichte eigentlich spielt, erfährt der Leser erst recht spät und kann die Zeit dann auch nur ungefähr einordnen: zwischen 1450 und 1460 etwa. Trotzdem wird deutlich, dass die selbst in Landau wohnende Autorin ihre Heimat gut kennt und auch den historischen Hintergrund ihres Buches recherchiert hat. Dabei gelingt es ihr, den Leser neugierig zu machen auf das Naturwunder des Wachsenden Felsens und auf die Gegend, in der die junge Kräuterfrau Anna wohnt. Die sehr seltenen Ausrutscher in Modernismen oder kleine Missgriffe bei den Kräuterrezepten verzeiht man ihr gerne, da sie ein stimmiges Bild vermittelt.

Manchmal erscheint es fast, als wolle sie in ihrer Geschichte zu viel an Lokalhistorie unterbringen. Dabei wäre in diesem Fall eher weniger Quantität, jedoch mehr Intensität gefragt. Denn der Roman ist nach einfachem Muster gestrickt. Es gibt die Guten und die Bösen, eine Grauzone dazwischen existiert nicht. Höchstens Dame Hiltrud, die Geliebte des Herzogs, schillert ein wenig. Aber eben auch nur ein wenig, denn dem Leser wird schnell klar, dass auch sie zu den Guten gehört. Das ist schade, denn die Geschichte - gerade auch mit der fundierten Recherche - bietet Stoff für mehr, für viel mehr sogar.

Da die Charaktere flach bleiben, gibt es nur wenig Raum für Konflikte der Protagonisten mit dem eigenen Handeln. Nicht einmal die Tatsache, dass der Erbe des Hauses, Schmiedsohn Pius, die mittellose, dahergelaufene Magd heiraten will, löst Konflikte mit den Eltern aus. Alle Nachbarn lieben den konvertierten Juden Weißbart und stehen für ihn ein, als er der Ketzerei angeklagt wird. Was für eine neue, schöne Welt, die die Autorin da erschaffen hat! Diese Welt wird durch das klare Gut-Böse-Bild unglaubhaft und macht auch eine Entwicklung der Protagonisten unmöglich. Das nimmt dem Buch leider viel von seiner Spannung, denn der Leser kann sich sicher sein, auf den letzten Seiten ein umfassendes Happy-End lesen zu können.

Gemütlicher Lesegenuß

Und doch kann man sich beim Lesen genussvoll in den Sessel kringeln, kann die Zeit um sich herum vergessen und in die Zeit Ludwigs des Reichen eintauchen. Die große Politik dringt nicht ein in diese kleine und gemütliche Welt. Das Kräuterweib vom Wachsenden Felsen bietet angenehme Unterhaltung und entspannte Lesestunden. Zusätzlicher Pluspunkt ist die wirklich zauberhafte Gestaltung des Covers, das sich in seiner zarten Schlichtheit und der zurückhaltenden farblichen Gestaltung so wohltuend von der grellbunten Mehrheit der historischen Romane absetzt. Und auch das kurze Nachwort der Autorin bietet noch ein paar Informationen, die man gelesen haben sollte.

Ein Buch für eine Kanne Tee und lange Winterabende oder für den Urlaub. Und auf jeden Fall lesenswert.

 

Das Kräuterweib vom Wachsenden Felsen

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