Wolfstraum

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Rosenheimer, 2012, Titel: 'Wolfstraum', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Vom Schicksal gebeutelt

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2012

Kurzgefasst:

Mitte des 19. Jahrhunderts: Annelie, die Tochter eines Holzmüllers, leidet sehr unter ihrem jähzornigen Vater, ihrem unberechenbaren älteren Bruder und dem aufdringlichen Gesellen Johannes. Nur ihr Bruder Lenz, der geistig zurückgeblieben ist und dem sie die Mutter ersetzt, hält sie noch auf dem Hof. Ihr einziges Glück im Leben ist ihre Liebe zu Martin. Durch eine Intrige von Johannes glaubt sie jedoch, dass ihre große Liebe eine andere heiraten wird. Als der berüchtigte Wilderer Georg Jennerwein in ihr Leben tritt, ändert sich ihr Dasein von heute auf morgen. Sie beschließt, mit ihm aus ihrem bisherigen Leben zu fliehen. Doch wird der draufgängerische Mann ihr Schicksal wirklich zum Besseren wenden?

 

Ein schönes Leben hat die junge Annelie nicht. Auf dem heimischen Gut, einer Sägemühle, verrichtet sie seit dem Tod der Mutter mehr oder weniger die Arbeit einer Magd. Vom Vater und ihrem Bruder Max wird Annelie geschlagen und beschimpft. Auch der Hausknecht Johannes stellt ihr nach und setzt ihr zu. Nur der jüngere Bruder Lenz, der geistig zurückgeblieben ist, erfährt durch die junge Frau innige Liebe. Dies ist auch der Grund, weshalb Annelie das heimische Gut noch nicht verlassen hat. Sie träumt davon, zusammen mit Lenz an der Seite des Schreiners Martin zu leben. Doch dessen Eltern wollen einer Verbindung mit Annelie nicht zustimmen, weil die beiden Familien seit einem Streit der Väter in deren Jugendjahren verfeindet sind. Als Annelie erfährt, Martin wolle eine andere Frau heiraten, wendet sie sich enttäuscht von ihm ab. Just in diesem Moment taucht der Wilderer Jennerwein in der Mühle auf. Annelie schließt sich ihm an und verlässt das Elternhaus in aller Heimlichkeit. Doch Jennerwein ist nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hat. Sie muss ihre Zukunft in eigene Hände nehmen.

An der Oberfläche geblieben

Der zweite historische Heimatroman von Angeline Bauer wartet erneut mit intensiven Bildern auf. Annelies Geschichte - das Mädchen wird vom Schicksal arg gebeutelt - ist durchaus berührend. Und doch fehlt es diesem Roman etwas an Tiefe. Es mag an der Ausarbeitung der tragenden Charaktere liegen. Annelie wird zunächst als geschundenes und unterdrücktes Mädchen geschildert, das sich mehr oder weniger folgsam in ihr Schicksal ergibt. Dann strampelt sie sich frei und folgt dem Wilderer Jennerwein in eine ungewisse Zukunft. Diese sieht für die junge Frau jedoch ganz anders aus, als sie es sich vorgestellt hat: Erneut muss sich Annelie unterordnen. Angeline Bauer skizziert hier wohl ein für das 19. Jahrhundert und das Berggebiet typisches Bild. Dennoch bleibt die Autorin bei der Ausarbeitung des Charakters von Annelie zu sehr an der Oberfläche. Dadurch verliert die Geschichte etwas an Aussagekraft. Wohl stellt Angeline Bauer die Situation, in der sich Annelie befindet, sehr schlüssig dar und vermittelt damit auch einen guten Eindruck von der damaligen Gesellschaft. Doch die unerschöpfliche Sanftmut Annelies steht etwas schräg im Raum.

Mut machen

Angeline Bauers Roman kann durchaus als Plädoyer für mutige Entscheidungen gesehen werden. Obwohl die Protagonistin Annelie immer wieder in bedrückende Situationen gerät, lässt sie sich nicht unterkriegen. Wenn sie gefallen ist, steht sie wieder auf. Dass sie dabei nicht nur ablehnenden Menschen begegnet, entschärft die Situation etwas. Eine schöne Entwicklung baut die Autorin ein, indem Annelies Bereitschaft, sich auf eine ungewisse Zukunft einzulassen und sich gegen Konventionen zu stellen, auch anderen Protagonisten Mut macht, sich von Zwängen zu lösen. Vor diesem Hintergrund ist der Roman durchaus als positives Beispiel zu verstehen und könnte beim einen oder anderen Leser bewirken, dass er seine eigene Situation in einem ganz neuen Licht zu sehen vermag.

Auf gutem Weg

Nach wie vor ist Angeline Bauer mit ihren historischen Heimatromanen auf einem guten Weg. Nach der Niemalsbraut hat sie mit Wolfstraum jedoch einen großen Schritt in Richtung traditioneller Friede-Freude-Eierkuchen-Romane gemacht, was sehr bedauerlich ist. Denn gerade die Beobachtungsgabe der Autorin, die Schilderung der Verhältnisse und die typischen Redensarten - ein Glossar hilft allen Nicht-Einheimischen weiter - macht ihre Romane zu etwas Besonderem. Kann sie sich vom klassischen Heimat-Roman-Plot wieder lösen und noch etwas in die Tiefe gehen, wird sie mit einem weiteren Roman dieses Genres durchaus ihre Leserschaft erweitern.

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