Das Haus der verlorenen Düfte

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Rütten und Loening, 2012, Titel: 'The Book of Lost Fragrances', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Dieser Mischung fehlt das gewisse Etwas

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2012

Kurzgefasst:

1799 entdeckt der Parfümeur Giles L'Étoile im Gefolge einer ägyptischen Expedition die Mumien zweier Liebender, die sich noch im Tod an den Händen halten. Bei ihnen wird ein geheimnisvolles Artefakt aus der Parfümmanufaktur Kleopatras gefunden.

Mehr als zweihundert Jahre später versuchen die Geschwister Jac und Robert L'Étoile, ihr Familienunternehmen vor dem Bankrott zu bewahren, und kommen der alten Legende eines Duftes auf die Spur, der den Menschen über den Tod hinaus ihren Weg weisen soll. Plötzlich verschwindet Robbie, und in seinem Labor wird ein Toter gefunden. Gemeinsam mit ihrem Exfreund Griffin macht sich Jac auf die Suche nach ihrem Bruder und der Rezeptur und verstrickt sich immer tiefer im Labyrinth der Vergangenheit.

 

Wie die Protagonisten in ihrem Roman nimmt auch die Autorin Melisse J. Rose einige Zutaten und mischt sie zu einer eigenständigen Komposition. Aber anders als die Parfümeure in Das Haus der verlorenen Düfte entsteht dabei kein Wohlgeruch, der alles andere in den Schatten stellt. Vielmehr bleibt es bei einer mäßigen Durchschnittsmischung, die schnell abgestanden wirkt und irritiert. Worum aber geht es eigentlich? Im Zentrum des Romans steht eine geheimnisvolle Duftmischung, die in der Lage ist, die Erinnerungen an frühere Leben wachzurufen. Der französische Parfümeur Giles d'Étoile stößt im Jahr 1799 bei einer Expedition in Ägypten auf diese geheimnisvolle Essenz. Doch danach verschwindet das Artefakt wieder von der Bildfläche. Erst 200 Jahre später macht sich das Geschwisterpaar Robi und Jac L'Étoile auf die Suche nach der Mischung. Dabei kommen sie den Mitgliedern einer geheimnisvollen Bruderschaft in die Quere, die alles unternimmt, um Robi und seine Schwester Jac zu stoppen.

Zu viel Dan Brown und Patrick Süskind

Die Grundidee des Romans hat durchaus etwas für sich. Doch hat sich die Autorin zu stark von Werken inspirieren lassen, die ein Millionenpublikum zu begeistern vermochten. Vieles an ihrem Roman erinnert - nicht nur des Themas wegen - an Patrick Süskinds Parfüm. Doch fehlt der Autorin die Brillanz, mit der Süskind sein Publikum in die Geruchswelt entführte. Sie vermag es nicht, die intellektuelle Ebene zu verlassen und tiefer zu dringen. Dadurch fehlt die Möglichkeit, den Düften Leben einzuhauchen - es bleiben die geschriebenen Worte, ohne dass dabei Illusionen von Düften entstehen würden. Wesentlich störender ist jedoch die augenfällige Ähnlichkeit zu den Romanen von Dan Brown. Verschwörungstheorien und eine geheimnisvolle Bruderschaft, die das Geschwisterpaar jagt, sind tragende Elemente. Sie sind so dominant, dass sich beim Lesen ein abgeschmackter Eindruck einstellt, der nicht mehr weichen mag.

Paris und die Düfte

Angesiedelt ist die Parfümerie der Geschwister - wie könnte es auch anders sein - in Paris. Hier spielt auch einer jener Handlungsstränge des Romans, die der Geschichte wenigstens etwas Substanz verleihen: Es ist die Geschichte von Marie und Giles, die im 18. Jahrhundert spielt. Hier flicht die Autorin etliche interessante Details ein und vermittelt einen Eindruck von den Gräueltaten, die im Zuge der Revolution verübt wurden. Bedauerlich ist, dass Melisse J. Rose offenbar zu wenig Stoff zur Verfügung stand, um diesen Bereich auszubauen und den Verschwörungsthriller statt dessen zu einem handfesten und substantiell soliden historischen Roman auszubauen. Was sie zu erzählen hat, geht über das hinaus, was durch einen Blick in die Geschichtsbücher selber nachgeschlagen werden kann. Die Qualität des einen historischen Erzählstrangs kann sich aber nicht auf einen weiteren übertragen lassen, der im alten Ägypten spielt. Hier lässt die Autorin den Klischees, die schon bei den Handlungen im 18. Jahrhundert nicht ganz außen vor bleiben, freien Lauf.

Weder spannend noch anregend

Alles in allem ist Das Haus der verlorenen Düfte eine wenig geglückte Mischung und würde, umgesetzt in eine Duftnote, wohl kaum große Wellen schlagen. Als historischer Roman kann diese Geschichte gerade mal in Fragmenten bezeichnet werden und für einen Verschwörungsthriller fehlt es nicht nur an Brillanz und Überraschung, sondern über weite Strecken auch an Spannung. Bleibt also die Liebesgeschichte zwischen Jac und ihrem Verflossenen Griffin, die neue Nahrung erhält. Diese ist zwar nett, aber nicht prickelnd genug, um die Schwächen des Romans auf anderer Ebene wettzumachen.

Melisse J. Rose legt einen Roman vor, der seine Leser in die Welt der feinen Düfte einführt, den wirklich großen Duft dann aber leider schuldig bleibt.

Das Haus der verlorenen Düfte

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