Der Papstkäufer

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2012, Titel: 'Der Papstkäufer', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Informativer Roman über eine weitgehend unbekannte Persönlichkeit mit ein paar Schwächen

Buch-Rezension von Birgit Borloni Aug 2012

Kurzgefasst:

Der Augsburger Kaufmann Johannes Zink ist selbst in der korrupten Zeit zu Beginn der Renaissance eine ungewöhnliche Erscheinung. Als Faktor von Jakob Fugger in Rom tut er alles, um seine Ziele und die der Fugger durchzusetzen. Fürsten, Bischöfe und Kardinäle stehen in seinem Sold. Die Palette seiner Untaten ist vielfältig. Eines Tages schießt Zink nicht nur mit der Bestechung des Papstes über das Ziel hinaus ...

 

Die in Augsburg ansässige Kaufmannsfamilie Fugger ist vermutlich vielen historisch interessierten Lesern bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass sich die Geschäfte der Fugger nicht nur auf Augsburg beschränkten. Weniger bis kaum bekannt dürfte der in ihren Diensten stehende Kaufmann Johannes Zink sein, der bereits ab Ende des 15. Jahrhundert für das Unternehmen arbeitete und ab Anfang des 16. Jahrhunderts deren Niederlassung in Rom leitete.

Johannes Zink - kein sonderlich netter Zeitgenosse

Diesen Mann hat Günther Thömmes in seinem neuesten Roman Der Papstkäufer zur zentralen Figur gemacht und verwebt dabei die wenigen bekannten Fakten mit einigem an Fiktion zu einem interessanten Portrait. Selbst gemessen an den damaligen Zeiten war Johannes Zink kein sonderlich netter Zeitgenosse. Unterschlagung, Korruption, Erpressung und Bestechung gehörten nicht nur zu seinem täglichen Geschäft, sondern waren auch seine Leidenschaft, denn er hatte schon früh beschlossen, dass der ehrliche Weg nicht rentabel genug ist. Grenzen kennt er dabei keine. So gelingt es ihm rasch, auch die einflussreichsten und mächtigsten Kirchenfürsten in seinen Dunstkreis zu ziehen, da Zink den dringend benötigten Geldfluss kontrolliert und somit selbst bald große Macht erreicht und großen Reichtum anhäuft.

Natürlich kann es auch anstrengend sein, über so eine unsympathische Figur lesen, doch Günther Thömmes versteht es, auch ein paar Episoden einzustreuen, die zeigen, dass selbst in Johannes Zink eine menschliche Seite steckt, die von Gefühlen berührt werden kann.

Doch obwohl sich so ein facettenreiches und informatives Bild seines Charakters ergibt, so vermag Johannes Zink doch nicht, den Leser wirklich zu berühren. Dazu erhält man zu wenig Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt. Am Ende der Lektüre hat man den Eindruck, Johannes Zink zwar über seine Taten zu kennen, aber eben nicht durch ihn selber. Dadurch bleibt das ganze Buch eine gewisse Distanz bestehen, die es schwer macht, sich völlig auf die Geschichte und den Protagonisten einzulassen.

Leben, Liebe, Laster in Rom

Neben der Charakterisierung Johannes Zink entwirft Günther Thömmes ein farbenprächtiges Gemälde der damaligen Zeit. Es gibt kaum ein Laster, das man in Rom nicht findet und das man nicht kaufen kann. Die Borgias und ihre Geliebten samt Kindern haben ebenso ihre Auftritte wie nachfolgende Päpste, unter denen es oft nur wenig keuscher zuging. Auch das feingewebte Netz aus Abhängigkeiten und Intrigen stellt der Autor gut dar, sowie die Lasterhaftigkeit vieler hochrangiger Menschen.

Doch auch hier sind Abstriche zu verzeichnen: Manchmal ähneln sich die beschriebenen Ereignisse, gerade, wenn es um die Schulden der diversen Päpste geht, doch sehr und das führt zu Längen, die ermüden und manchmal doch Durchhaltevermögen vom Leser fordern. Auch der Stil des Autors wirkt manchmal etwas abgehackt, was den Lesefluss immer wieder stört.

Insgesamt ist Günther Thömmes ein über große Teile unterhaltsamer und informativer Roman über eine wenig bekannte Persönlichkeit gelungen, der allerdings Schwächen in der Personenzeichnung aufweist und insgesamt Verbesserungspotential nach oben aufweist. Doch trotzdem kann er denjenigen Lesern empfohlen werden, die über eine bis dahin fast unbekannte Person etwas erfahren möchten.

Der Papstkäufer

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Letzte Kommentare:
27.12.2014 22:35:33
AngiPaula

Der Untertitel des Buches lautet "Historischer Kriminalroman". Gespannt begann ich mit der Lektüre. Am Ende der 356 Seiten fragte ich mich immer noch, was dieser biographiehafte Roman mit einem Krimi zu tun haben soll.
Freilich, es kommen - wie in einer Schilderung der römischen Zustände um 1500 unvermeidbar - genug gewaltsame und nicht aufgeklärte Todesfälle vor, doch fehlt der für einen Kriminalroman wesentliche Faktor der Suche nach dem Täter.
So liest sich das Buch, das anfangs durchaus fesseln kann, auf Dauer langwierig. Wiederholt beschriebene fast identisch ablaufende Szenen, immer gleiche sprachliche Gestaltung ermüden und lassen es legitim erscheinen, öfter Seiten zu überschlagen. Man versäumt dadurch nichts. Außer den ausführlich geschilderten Exzessen der Renaissancepäpste und Kardinäle (und sollten die nicht eine bestimmte Absicht verfolgen ...?) gibt es eigentlich keine "spannenden" oder etwa ergreifenden Szenen. Die Hauptfigur wird gar zu einseitig dargestellt, es fehlt ihr an Charakter; merkwürdig blass wirken die Personen. Man liest das Buch wie eine historische Abhandlung. Es fehlen nur noch weitere Fußnoten (einige hat der Autor bereits eingefügt), und fertig wäre das Sachbuch.
Nein, leider insgesamt enttäuschend, wenn man einen unterhaltsamen historischen Kriminalroman erwartet.