Die Tote von Charlottenburg

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2012, Titel: 'Die Tote von Charlottenburg', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Ein beeindruckendes Zeitportrait und ein spannender Krimi

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Jul 2012

Berlin, 1923: Leo Wechslers neuer Fall scheint eigentlich keiner zu sein - denn der Tod von Henriette Strauss scheint zunächst zwar tragisch, aber nicht von krimineller Natur. Doch der Neffe der Toten will nicht an eine natürliche Todesursache glauben und meldet den Todesfall der Kripo. Leos Instinkt ist geweckt, und gemeinsam mit seinen Kollegen - unter ihnen sein neuer Kollege Sonnenschein - ermittelt er in einem Berliner Krankenhaus, in dem Henriette arbeitete und in dem offenbar seltsame Dinge vorgehen. Oder liegt das Motiv in der Familiengeschichte der unabhängigen, modernen Frau begraben? Als wäre all das noch nicht genug, ist da auch noch die Beziehung zu Clara, die sich auch aufgrund von Leos Familienverhältnissen eher schwierig gestaltet. Und auf den Straßen von Berlin kommt es zu ersten antisemitischen Übergriffen ...

Die Tote von Charlottenburg ist der dritte Krimi um Leo Wechsler, der im Berlin der Weimarer Republik ermittelt. Und wie schon in den ersten beiden Bänden verbindet die Autorin geschickt Zeitgeschichte und Krimihandlung und schafft somit ein Gesamtwerk, das noch mehr überzeugen kann als seine Vorgänger.

Ein ansprechender Stil und interessante Charaktere

Susanne Goga erzählt eine Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht - nicht nur, weil der Leser sofort in die Geschichte geworfen wird und vor dem Mord noch die Bekanntschaft des späteren Opfers macht, sondern weil sie den Leser, der bereits die ersten beiden Bände um Leo gelesen hat, direkt wieder in die Geschichte zieht, ihn wieder mitten hinein in das Leben von Leo Wechsler, seiner Schwester, seinen Kindern und seiner Freundin wirft. Nach nur wenigen Seiten ist der Leser in der Geschichte und im Kriminalfall angekommen.

Das erleichtern auch alte Bekannte, die dem Leser die Lektüre wie ein Heimkommen zu alten Freunden und Feinden erscheinen lassen. Leos Familie ist ebenso wieder mit von der Partie wie Leos ungeliebter Kollege von Malchow, der in diesem Band eine ganz besonders hässliche Seite des Deutschlands der Weimarer Republik zeigt. Auch die neuen Charaktere rund um den Kriminalfall verstehen zu überzeugen und erscheinen lebendig, individuell, greifbar für den Leser.

Eine beeindruckende Einbindung des historischen Kontexts - einfach rundum empfehlenswert!

Die größte Stärke der Autorin zeigt sich einmal mehr in ihrer Darstellung der damaligen Lebensverhältnisse. Das Elend der galoppierenden Inflation, das selbst gut situierte Familien an den Rand der Katastrophe treibt, werden dem Leser ebenso offen vor Augen geführt wie die steigende politische Radikalisierung, die auch immer mehr Leo selbst betrifft - und vor der er weder die Augen verschließen kann noch will. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang Leos neuem Kollegen Sonnenschein zu, dessen jüdischer Glaube auch in den Folgebänden für jede Menge politischen und privaten Zündstoff sorgen dürfte.

Die Tote von Charlottenburg ist ein spannender historischer Krimi mit dramatischem Ende, der aber neben der Krimihandlung auch mit der Einbringung historischer Fakten im Vorbeilesen punkten kann und somit in der immer größer werdenden Menge der historischen Kriminalromane besonders hervorsticht.

Die Tote von Charlottenburg

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