Lerchen und Löwen

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • , 2006, Titel: 'Lerchen und Löwen', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Leipzig ist der Star

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2012

Kurzgefasst:

Leipzig 1843. Als der Bauer Max Wiegand an einem Wintermorgen eine übel zugerichtete Leiche auf seinem Acker findet, flucht er aus vollem Hals - und ist entsetzt und glücklich zugleich, denn seine Reaktion ist die eines ganz normalen Mannes in einer ganz normalen Zeit auf einen Gott verdammt noch mal gar nicht normalen Anblick. Kommissar Martin Held ermittelt.

 

Lerchen und Löwen ist der Auftakt zu einer Leipzig-Trilogie rund um den Polizeichef Martin Held, gefolgt von Die Rückkehr der Wölfin und abschließend Kindermund. Benjamin, ein Straßenkind, das weder sprechen noch schreiben kann, findet einen nächtlichen Schlafplatz im Gepäckkasten einer Kutsche. Diese setzt sich plötzlich in Bewegung und so gerät der kleine Junge am Ende der Fahrt in einem abgelegenen Waldstück mitten hinein in einen brutalen Mord, den er unbemerkt von den beiden Tätern beobachten kann. Als er später zurück nach Leipzig läuft, stürzt er übermüdet und stark unterkühlt in einen Straßengraben, wo er mit dem Kopf gegen einen Baum prallt. Einige Zeit später wird er von einem Bauern gerade noch rechtzeitig entdeckt und aufgelesen. Derweil steht der Leipziger Polizeichef Martin Held vor einem Rätsel, als er die entstellte Leiche sieht. Eine heiße Spur führt zu der Prostituierten Lulu, und schon bald steht fest, dass es einen Zeugen gegeben haben muss. Die Zeit drängt, denn auch die Mörder erfahren von dem vermeintlichen Zeugen...

 

Scheiße, dachte er, wir haben einen Zeugen. Und der Zeuge ist ein Kind und dürfte mindestens eine fürchterliche Erkältung haben, wenn nicht gar eine Kugel im Kopf.

Lerchen und Löwen spielt 1843 (auch wenn auf dem Buchrücken 1842 steht) und bietet vor allem einen geschichtsträchtigen Ausflug in die damalige Zeit sowie in den Oktober des Jahres 1813, in dem die Völkerschlacht entschieden wurde. Martin Held war damals ein zehnjähriger Junge, dem die Grausamkeiten des Krieges noch heute, dreißig Jahre später, zusetzen. Sein bester Freund, der Barbier und Chirurg Gustav, leidet ebenfalls noch immer stark unter der Last der Erinnerungsbilder. Bereits als Fünfzehnjähriger stand er in den Menschenbergen von Kriegsversehrten, nahm Amputation um Amputation vor. Seitdem haben sich die Zeiten geändert, doch für den amtierenden Polizeichef nicht unbedingt zum Besseren. Leipzig ist eine prosperierende Messestadt, die der steigenden Einwohnerzahl kaum Herr wird. Rund 50.000 Einwohner leben in 1.900 Häusern, Tendenz stark steigend, allein der Eisenbahnbau schaffte 5.000 Arbeitsplätze. Im April 1837 eröffnete die Eisenbahnlinie Leipzig - Athen, seitdem ist die Stadt für zahlreiche Bauern, Händler und Arbeitssuchende aus dem Umland schnell erreichbar. Doch zahlloses Gesindel entdeckt ebenso den Reiz der Stadt, die Aussicht auf das schnelle Geld.

Weit mehr als ein 08/15-Regionalkrimi

Wenngleich die Stadt Leipzig der heimliche Star der Handlung ist, so ist "Lerchen und Löwen" weit mehr als einer der typischen 08/15-Regionalkrimis. Das Leben der Menschen wird plastisch beschrieben, viele historische Ereignisse werden aufgezeigt, bewertet und auch das Schicksal der "Kinder der Völkerschlacht" lässt einen nicht unberührt. Der eigentliche Kriminalfall tritt dabei eher in den Hintergrund, zumal bei knapp einem Dutzend handelnder Personen nicht wirklich große Spannung aufkommt und der Spannungsbogen recht beschaulich verläuft. Zwar beginnt der Plot mit dem Mord, jedoch dauert es bis Seite 82, als Martin Held den Tatort besichtigt. Interessanter als die Frage nach den Tätern ist der Einblick in die damalige Polizeiarbeit. Zwar verfügt man über 76 Nacht- und zwei Obernachtwächter, ist jedoch heillos überfordert. Zudem kann man nur auf einen Zeichner und die örtliche Presse zurückgreifen. Kein Wunder, dass es da eines Zufalls bedarf, um weiterzukommen.

 

 

"Vielleicht soll der Mord uns ja von der Folter ablenken, damit wir etwa an einen Raubüberfall glauben. Oder sie wollten einen Dritten belasten, der ein Motiv für den Mord haben würde, selbst aber unschuldig sein würde? Ich spekuliere zu viel, weil ich nichts Handfestes habe", brummte Martin ärgerlich. Er hatte keine Vorstellung von einem Tatmotiv, keine Tatwaffe und auch keinen Verdächtigen. Nur einen Zeugen. Und den hatte er genau genommen auch nicht.

 

Ein durchweg gelungener Auftakt, auf dessen hoffentlich ebenso vielschichtige Fortsetzung man mit Freude warten darf.

 

Lerchen und Löwen

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