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Rita Dell'Agnese
Ein Chronist, aber kein begnadeter Erzähler

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2012

Kurzgefasst:

Frei seyn wollen wir! Mit diesem revolutionären Ideal erreicht der junge Oberlausitzer Weber Heinrich Hauptmann die Neue Welt. Doch statt von New Orleans wie geplant weiter westwärts zu ziehen, wird er durch alte Bekannte aus Deutschland, die unter die Sklavenhalter gegangen sind, in den beginnenden Konflikt zwischen Nord- und Südstaaten hineingezogen. Auch auf der Seite der Nordstaaten stehen deutsche Einwanderer: so etwa der Zeitungsredakteur Friedrich Hohlfeld und der Altrevolutionär Carl Schurz, der zu einem wichtigen Unterstützer im Wahlkampf Abraham Lincolns wird. Es wird versucht, die 1848/49 in Deutschland gescheiterten Träume von Freiheit zu verwirklichen.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts: In der Neuen Welt herrscht Krieg. Mitten im Geschehen deutsche Auswanderer, die im Westen ihren Traum von Freiheit verwirklichen möchten. Es sind solide Handwerker, kritische Denker und gewiefte Geschäftsmänner, die hier aufeinandertreffen. Sie setzen für die Umsetzung ihres Traums ihr Leben aufs Spiel und tragen nicht unerheblich zum Verlauf der Geschichte bei. Im Zentrum stehen der Weber und Zimmermann Heinrich Hauptmann aus der Oberlausitz, der Zeitungsredakteur Friedrich Hohlfeld und der Politiker Carl Schurz, der sich vehement für Abraham Lincoln einsetzt. Doch letztlich sind die Protagonisten in diesem Roman einzig schmückendes Beiwerk, um die Geschichte eines Traums von Freiheit zu erzählen.

Intensive Recherche

Dieter Liebig hat für seinen Roman intensive Recherchearbeit betrieben. Und die will der Autor gewürdigt wissen. So streut er quer durch den Roman zahlreiche Auszüge aus Zeitungsartikeln, Dokumenten und anderen Schriftstücken ein, bindet Lied- und Gedichtzeilen ein und scheut sich auch nicht, da und dort kommentierend einzugreifen. Entstanden ist dadurch ein höchst umfangreiches Werk - immerhin 721 Seiten - über ein Stück Geschichte, das es durchaus wert ist, erzählt zu werden. Abgesehen von den ermüdenden bis nervzehrenden Einschüben pflegt Dieter Liebig einen zwar absolut trockenen, aber nicht unangenehmen Schreibstil.

Zu seinen Figuren bleibt Liebig auf höflicher Distanz - was dazu führt, dass er sie bis zum Schluss nicht richtig zum Leben zu erwecken vermag. Immer wieder tauchen hoffnungsvolle Ansätze auf, versinken dann aber wieder im zähen Brei der Erzählung. So muss sich der Leser vom Wunsch verabschieden, ein Stück Geschichte lebendig vermittelt zu bekommen. Dieter Liebig erweist sich in seinem Werk durchaus als versierter Chronist, ein begnadeter Erzähler ist er aber nicht. Im Gegenteil: Seine Versuche, die Bilder, die er vor seinem geistigen Auge hat, in Worte zu fassen, scheitern einerseits an einem alles erdrückenden Detailreichtum und andererseits am Unvermögen, die Szenen mit Leben zu füllen.

Starkes Stück Arbeit

Mit dem Roman (K)ein Weg westwärts hat Dieter Liebig ein starkes Stück Arbeit geleistet. Diese Arbeit gilt es zu würdigen und sie als ernst gemeinter Beitrag zur Erinnerung an eine Auswandererepoche zu verstehen. Dass dies angesichts der Aufmachung, Gestaltung und Umsetzung leicht vergessen geht, ist eigentlich schade. Es bleibt dem Leser leider verborgen, ob der Autor auf ein Lektorat verzichtet hat oder sich gegenüber dem Fachwissen des Lektors taub gestellt hat. So verliert sich Liebig in vielen Passagen, die ersatzlos gestrichen werden könnten und die dem Roman wie ein Mühlstein am Hals hängen. Dies ist sehr bedauerlich, denn angesichts der blutleeren Erzählung verliert der Leser leicht die Geduld mit dem Werk. Dass ihm typographisch noch einige Hürden gesetzt werden - der Titel mit Klammer deutet es schon an - macht die Sache nicht einfacher. Verschiedene Schriften, gewöhnungsbedürftige Kapitelbezeichnungen und der auf jeder Doppelseite auftauchende Name des Autors lassen Zweifel an der Professionalität bei der Herstellung des Buches aufkommen.

Liebigs Roman kann all jenen empfohlen werden, die sich näher mit den Sezessionskriegen befassen möchten, sich für den Wunsch nach Freiheit der Deutschen interessieren oder einen Überblick darüber erhalten möchten, welche Rolle den Deutschen Auswanderern in Amerika zukam. Auch die Hintergründe der Sklaverei werden vom Autor durchaus glaubhaft präsentiert. Wer sich einen unterhaltenden Roman wünscht, der auf den erwähnten Themen fußt, wird wohl nicht ganz auf seine Rechnung kommen. So wird sich dieser Roman wohl eher als ein an ein spezielles Publikum gerichtetes Werk erweisen und weniger als eine Perle auf dem Markt der historischen Romane.

(K)ein Weg westwärts

(K)ein Weg westwärts

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