Kohlenstaub

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2012, Titel: 'Kohlenstaub', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Kurzweiliger, aber inhaltlich überfrachteter Krimi

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2012

Kurzgefasst:

Dortmund, 1965: Die junge Pastorin Martha Gerlach findet die Leiche eines Kollegen - ausgerechnet am Ostersonntag. Todesursache: Kohlenmonoxidvergiftung. Doch warum ist der Pastor tot, während seine Mutter in derselben Wohnung noch lebt? Und was hatte der eingefleischte Junggeselle mit der misshandelten Ehefrau zu tun, die bei der Pastorin zur Untermiete wohnt? Unterstützt vom rasenden Reporter Luschinski, von Trinkhallen-Trudi und der Diakonisse Schwester Käthe begibt sich Martha Gerlach auf Spurensuche. Dabei wird sie mit alten Geheimnissen ebenso konfrontiert wie mit den Geistern der eigenen Vergangenheit.

 

Dortmund 1965. Martha Gerlach ist seit kurzer Zeit als eine der ersten Pastorinnen im Einsatz. Während der Kollege Hanning ihr wohlwollend gegenübersteht, macht Pastor Kruse kein Geheimnis daraus, dass er von Frauen in der Kanzel äußerst wenig hält. Ostersonntag hält Gerlach eine vielbeachtete Predigt, doch ausgerechnet Hanning fehlt. Das gab es noch nie und so ist die Aufregung groß, zumal Pastor Hanning kurz darauf in seiner Wohnung tot aufgefunden wird. Als Ursache wird eine Kohlenmonoxidvergiftung diagnostiziert, aber warum hat seine bei ihm lebende, geistig verwirrte Mutter dann überlebt? Wie sich herausstellt, kam Hanning in seinem Kohlenkeller zu Tode, aber wie gelangte er anschließend in seine Wohnung?

Martha Gerlach hört sich in ihrer Gemeinde um und muss bald feststellen, dass nicht wenige der ihr anvertrauten Schäfchen dunkle Geheimnisse haben. So wie ihre Untermieterin Frau Jankewicz, die nicht nur des Öfteren von ihrem Mann geschlagen wird, sondern zudem ein Verhältnis mit Pastor Hanning hatte. Der gehörnte Ehemann führt folglich die Liste der Verdächtigen an, während die Lage für Gerlach zunehmend bedenklich erscheint. Sie erhält Drohbriefe und plötzlich liegt ein Kaninchen mit durchgeschnittener Kehle vor ihrer Wohnungstür. Dann verschwindet auch noch Manni, der 15-jährige Sohn der Jankewiczs...

Historischer Roman?

Zwischen dem Halbfinale und dem Finale des DFB-Pokals im Jahr 1965 (Dortmund gewann übrigens den Pokal) ist Kohlenstaub, der Debütroman der evangelischen Theologin Anne-Kathrin Koppetsch angesiedelt. Hier von einem "historischen" Roman zu sprechen (so auf dem Buchcover zu lesen), erscheint - vorsichtig formuliert - ein wenig gewagt, denn etliche Millionen noch lebender Menschen haben diese Zeit ja selbst erlebt (ergo wäre "Zeitgeschichte" korrekt). Doch was soll's, zum Inhalt, zum Plot und zu den Figuren: Wie es zu der Entstehung des Romans kam, was hierbei Wirklichkeit und Fiktion ist, erklärt die Autorin in einem ausführlichen Nachwort. Fakt ist, es wurde umfangreich recherchiert und dann der Versuch gestartet, die Arbeit einer der ersten Pastorinnen in einen Krimiplot einzubetten. Dieser bewegt sich im Mikrokosmos der kleinen Gemeinde rund um den Westpark.

Turbulente Zeit

Die 1960er Jahre waren eine durchaus turbulente Zeit: Die ersten Gastarbeiter kamen, gleichzeitig schließen die ersten Zechen, es herrschte mitunter Wohnungsnot und die Auswirkungen des Naziregimes waren immer noch an vielen Ecken spürbar. Dies alles versucht die Autorin zumindest ansatzweise in Kohlenstaub unterzubringen, dessen Handlung - noch dazu großzügig gedruckt - keine 170 Seiten umfasst. Dazu wollen rund 20 Personen vorgestellt, die damalige Atmosphäre eingefangen und diverse mehr oder weniger kriminelle Handlungen aufgeklärt werden. Wieso starb der Pastor, wer ist für die Drohungen verantwortlich und was passierte mit Manni?

Unterhaltsam

Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass Kohlenstaub ein kurzweiliger und unterhaltsamer Roman ist, der allerdings darunter leidet, dass er zu viel will. Bei der Themenvielfalt muss sich die Autorin fast zwangsläufig an der Oberfläche bewegen, was schade ist, denn so wird man nur bedingt in die damalige Zeit versetzt. Deutlich mehr des typischen Ruhrpott-Dialektes (dieser kommt so gut wie gar nicht vor) hätte dem Roman ebenfalls sehr gut getan. Auch den Konflikt mit dem dezent frauenfeindlichen Kruse hätte man intensiver herausarbeiten können. Die Protagonistin ist eine "bemerkenswerte" Person, die einerseits ebenso verängstigt wie andererseits neugierig ist. Immerhin bieten aber mehrere Verdächtige ausreichend Potential um zu erraten, wie denn die Ereignisse zusammenhängen könnten. Kohlenstaub ist ein Debüt, das man "mal ebenso nebenbei" durchaus lesen kann; selbst wenn man nicht aus dem Pott kommt.

 

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