Jenseits des Nils

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2012, Titel: 'Jenseits des Nils', Originalausgabe

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Es war der beste Sommer ihres Lebens, jener Sommer 1881. Ein Sommer der rauschenden Feste, der Freiheit und der ersten Liebe. Doch auf den Sommer folgt der Herbst, und Jeremy, Stephen, Leonard, Simon und Royston ziehen für Queen Victoria und ihr Empire in den Krieg. Für Grace, Ada, Becky und Cecily beginnt eine Zeit des Wartens auf den Bruder, den Freund, den Liebsten. Nicht allen jedoch ist es vergönnt, unversehrt aus diesem Krieg zurückzukehren, in ein Leben, in dem nichts mehr so ist wie zuvor. Und Grace, die sich nicht damit abfinden will, dass Jeremy im Kampf gefallen sein soll, macht sich auf, um ihn jenseits des Nils, in der Wüste des Sudans, zu suchen ...

 

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Letzte Kommentare:
10.08.2012 13:29:13
Hedwig

Nach "Sterne über Sansibar" war dies nun mein zweiter Roman von Frau Vosserler und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht.
Eigentlich beginnt alles ganz friedlich, wie schon bei "Krieg und Frieden", junge Leute finden zueinander, beenden die Ausbildung, Familien hoffen auf geeignete Verbindungen und eigentlich ist alles perfekt. Die jungen Offiziere beginnen mit ihrem Dienst und eigentlich denkt keiner, dass es eine harte Sache werden wird, zu Weihnachten wollen sich alle wieder treffen......
Es kommt aber anders, ein im Nachhinein völlig unsinniger Krieg wird gefochten, die Verlierer sind junge Menschen und ihre Familien, die Zukunft verfällt in Asche und Unglück, Menschen zerbrechen daran.
Der Autorin ist es wirklich gut gelungen die Geschichte ins Rollen zu bringen, ihre Protagonisten ins Herz der Leser zu führen, sodass diese mitfühlen und mitleiden können.
Ein unbeschwerter Sommer, viele Jahre der Trennung von Familie, Freunden und der Geliebten, Schmerz und Leid und vor allem die Grauen des Krieges in der Wüste, eigentlich für eine fremde Macht, sinnlos und verloren.
Einer gibt nicht auf, auch nicht in Gefangenschaft und eine gibt ihn nicht auf und so führt sie der Weg zum Ort des Grauens.
Viel später, Jahre danach stellt sich für die Überlebenden des Krieges und deren Folgen wieder so eine Art von Glück ein, anders aber doch Glück, wie schon bei Krieg und Frieden ist das Ende friedvoll, aber auch nachdenklich, in Gedenken an jene Menschen, die nun nicht mehr da sind.
Was für ein wunderbares Buch, auch geschichtlich interessant, aber noch besser gelungen als die Beschreibung der historischen Geschehnisse finde ich die Auswirkungen aufgezeigt, welche viele Familien getroffen haben und wie diese bewältigt worden sind.
Ein Roman vom Glück zum Glück könnte man sagen, ich bin jedenfalls begeistert von diesem Roman.
Hedwig

22.07.2012 20:11:55
Karin Nieslon

Abschied von der Jugend. Ein großartiges Gemälde über's Erwachsen werden, im historischen Kontext des Mahdi-Aufstandes.


Should auld acquaintance be forgot
And never brought to mind?
Should auld acquaintance be forgot,
and days of auld lang syne?
...
Robert Burns (1759-1796)

Nicole C. Vosseler führt uns mit ihrem neuestem Buch in das britische Empire unter Königin Viktoria. Es ist die Zeit der Urabi-Bewegung in Ägypten (1879-1882) sowie des Mahdi-Aufstandes im Sudan.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen neun junge Leute. Die Kinder von Colonel Norbury: Grace, die von einem Dasein als Mutter und Ehefrau träumt und doch ein Kriegerherz besitzt, Ada, die gerne als Lehrerin arbeiten würde, und Stephen, der auf Wunsch seines Vaters die militärische Tradition der Familie weiterführt. Jeremy, der als einziger der Sandhurst-Kadetten aus einem mittelständischen Hause kommt und nur durch Protektion von Colonel Norbury die Zulassung zum Ausbildung erhalten hat. Leonard und seine Schwester Cecily, beide aus vornehmen Hause, beide mit einer recht eigenen Vorstellung von Liebe und was im Leben zählt. Becky, die beste Freundin von Grace. Und ausserdem noch Royston und Simon.

Jeremy, Stephen, Royston, Simon und Leonard werden nach ihrer Abschlussprüfung in der englischen Offiziersschule Sandhurst den Royal Sussex zugeteilt und schon bald nach Malta und später weiter nach Ägypten geschickt. Das Land war schon seit längerem von einer Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. Um die Schulden zu tilgen wurden - unter Kontrolle der europäischen Großmächte England und Frankreich - hohe Steuern erlassen und Personal reduziert. Dort hatte der Offizier Ahmad Urabi Pascha den Unmut der Bevölkerung genutzt, um in einem Volksaufstand die Macht zu übernehmen. Ein nur vorübergehend erfolgreiches Unterfangen, da die herbeigerufenen britischen Truppen - darunter auch unsere fünf jungen Burschen - Urabis Männer sehr schnell besiegen konnten.

Währenddessen brodelte es auch im Sudan. Dort war es ein Prediger namens Muhammad Ahmad, der spätere Mahdi, der die Stimmung des Volkes ausnutzte. Aus Sorge um die weitere Entwicklung im Süden Ägyptens wird der pensionierte General Hicks mit umfangreichen Truppen ausgestattet und in den Süden geschickt. Dumm nur, dass ein Großteil dieser Truppen aus den Fellachen Urabis besteht, die in Ketten zu ihrem Einsatz geschickt werden. Hicks Armee wird vernichtend geschlagen.

Um zu retten, was noch zu retten ist, erhält der ebenso pensionierte General Gordon, der zuvor bereits im Sudan tätig war, den Auftrag zur Evakuierung. Zunächst hält er sich an den Befehl, ändert später jedoch seine Meinung, und meint, er könne den Mahdi besiegen. Jener belagert zwischenzeitlich mit seinen Mannen Khartoum. Aufgrund des öffentlichen Druckes sieht sich der englische Premierminister gezwungen einen Unterstützungstrupp in den Sudan zu schicken, zur Rettung von Gordon.

Jeremy, Simon, Stephen, Leonard und Royston sind Teil dieser Unterstützungstruppen. Der Verlauf dieser Aktion und insbesondere die Schlacht von Abu Klea sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte.

Der historische Kontext der Urabi-Bewegung, von Hicks Mission und Gordons Auftrag wird im Großen und Ganzen ganz gut geschildert. Gestört hat mich lediglich die Darstellung der Mahdisten. Der Hass in den Augen von kleinen kämpfenden Jungen (308). Dass alle, die nicht dem Islam anhingen, bekämpft werden (331). Dass die Männer des Mahdi keine Gnade beim Sturm auf Khartoum kannten (365). Ehrlich gesagt, empfand ich diese Darstellung als sehr einseitig. Selbst Winston Churchill ist da in seinem Bericht über den [[ASIN:3821847654 Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi]] objektiver! Churchill beschreibt ausführlich das äußerste Elend der sudanesischen Bevölkerung, die unter den fremden Machthabern leidet und selbst ihre Religion vernachlässigt: "Ohnedies waren sie zu jedem Versuch bereit, wie verzweifelt auch immer, das ägyptische Joch abzuwerfen." (64) Und in den Tagebüchern von General Gordon kann man auf Seite 178 gar nachlesen, dass zB ein Priester und eine Nonne, die nicht zum Islam konvertieren wollten, vom Mahdi in Obeyed zurückgelassen wurden, und ihn nicht wie die Konvertiten (darunter auch Slatin) begleiten mussten. Slatin, der General Gordon im Auftrag des Mahdis zur Übergabe von Khartoum bewegen sollte, und den Briefwechsel stattdessen zu einem Fluchtversuch nutze. Was Gordon ablehnte, da er negative Folgen für die anderen Europäer fürchtete, die noch vom Mahdi gefangen gehalten wurden. Als Slatins Verrat aufflog, wurde er nicht getötet, sondern nur in Ketten gelegt. Kann man alles in den JOURNALS nachlesen. Ebenso wie die anderen diplomatischen Versuche des Mahdi zur Übergabe von Khartoum. Kurz und gut: die Realität war wohl etwas komplexer als im Buch dargestellt.

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Mein Fazit:

Die Wünsche der Eltern, die Träume der Kinder. Die Situation der Frauen im auslaufenden 19. Jahrhundert. Ehefrau und Mutter oder doch der Versuch, einen Beruf auszuüben. Standesdünkel und Vorurteile. Erste Liebesschwüre und eine überbordende Liebe. Eifersucht und Verrat. Vor allem aber der ungestüme Wunsch der Jugend, sich zu beweisen. Und die Frage, wie gut man einen anderen Menschen wirklich kennt.

Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf den Schicksalen von neun jungen Leuten. Der geschichtliche Rahmen wird nur insofern geschildert, als dass er für die Handlung von Bedeutung ist. Das führt meiner Meinung nach teilweise dazu, dass manche Zusammenhänge nur unzureichend aufgezeigt werden.
Dennoch, mich hat Nicole Vosseler mit ihrer Geschichte sehr gut unterhalten.

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Mein Lieblingszitat:
Es ist doch nicht wichtig, woher jemand kommt. Nur wohin er geht. (137; Grace)
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