Die Kaufherrin

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2012, Titel: 'Die Kaufherrin', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Erneut in die Welt der Kaufleute eintauchen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2012

Mit diesem Band setzt die Autorin Ines Thorn ihre Geschichte um die Kaufmannsfamilie Geisenheimer fort. Allerdings macht sie einen Sprung in die letzten Jahre des 18. Jahrhunderts - also fast 100 Jahre nach dem letzten Teil. Theda Geisenheimer ist eben Witwe geworden. Die resolute Kauffrau weiß, nicht nur ihre Familie sondern auch das Handelshaus durch die Wirren der Zeit zu lenken. Denn vor den Toren Frankfurts warten die französischen Revolutionstruppen. Thedas Sohn Stefan ist ein glühender Anhänger der Revolution, sehr zum Missfallen seiner Mutter, die alles unternimmt, um ihren Sohn auf den rechten Weg zurück zu führen. Aber auch mit ihren anderen beiden Kindern verfährt die Kaufherrin nicht gerade zimperlich. Ihr ältester Sohn Jago, der sich als großer Dichter versteht, vermag seine Mutter ebenso wenig zu begeistern, wie die junge Friederike, die mit ihrer Bodenständigkeit ein Dorn im Auge der nach Höherem trachtenden Mutter ist. Auch für die unglückliche Liebe ihrer Tochter hat Theda nichts übrig. Sie hadert mit dem Schicksal, das ihr im ungünstigen Moment den Mann genommen hat und sie mit drei Kindern bedachte, die nicht so heraus gekommen sind, wie es sich die Mutter wünschte. Mit harter Hand versucht sie, ihre Kinder doch noch auf den richtigen Weg zu bringen, verlangt von Jago eine Heirat mit der Kaufmannstochter Barbara Allberger und greift ein, als die Liebe Friederikes die Familie in ein schiefes Licht zu rücken droht. Vom Leben enttäuscht, glaubt Theda nicht mehr daran, glücklich zu werden. Da passt es gerade, dass ausgerechnet der Mann wieder in ihrem Leben auftaucht, der sie einst enttäuschte und an dem sie sich damals bitter rächte.

Eine hartherzige Hauptfigur

Wahrlich, Theda ist eine hartherzige Frau. Obwohl die Leser verstehen können, dass sie nur mit einem starken Willen und einer konsequenten Haltung das Handelshaus führen kann, ist es nicht einfach, Sympathie für die Frau aufzubringen. Ihr Egoismus, mit dem sie die eigenen Interessen über das Glück ihrer Kinder - und aller anderen Menschen - stellt, ist nur schwer zu verdauen. Selbst als sich nach und nach erklärt, woher Theda ihre negative Haltung hat und weshalb sie so mit dem Leben hadert, wird die Hauptfigur nicht ernsthaft sympathischer. Allenfalls mag man ihr mit einer Portion Verständnis begegnen. Doch auch Thedas beide Söhne sind keine wirklichen Sympathieträger. Jago wirkt oft wie ein lebensferner Geck und Stefan wie ein unreifer Bengel, der nicht wirklich erkennt, worum es bei der Revolution und im Leben geht. Friederike mit ihrer blauäugigen Liebe zum Nachbarssohn ist von der ganzen Familie die einzige Figur, der man mit Wärme und Zuneigung begegnen mag.

Viel Zeitkolorit

Der Plot um die Kaufmannsfamilie ist eher mäßig ausgefallen. Allerdings macht die Autorin vieles wett, indem sie viel Zeitkolorit einbaut und den Lesern möglich macht, die Situation der Stadt in der Zeit der Revolution nachzuempfinden. Die Atmosphäre, die Ines Thorn herauf beschwört, ist die eigentliche Stärke des Romans. Allerdings bringt sie es mit sich, dass da und dort einige Längen auftauchen, die dem Publikum etwas Geduld abverlangen. Einzig der flüssige Schreibstil der Autorin hilft über diese Szenen hinweg. Zum Schluss wird die Geduld der Leserinnen und Leser denn doch noch teilweise belohnt. Leider bleibt Ines Thorn in vielen Bereichen sehr vage, was zwar der Phantasie der Leserinnen und Leser Auftrieb geben mag, aber nicht ganz befriedigt. An sich eine ideale Ausgangslage, um einen Folgeroman zu platzieren, der die Geschichte weiterspinnt. Doch zeigen die einzelnen Teile dieser Serie, dass sie nur sehr lose verknüpft sind und zwischen den verschiedenen Teilen jeweils starke Zeitsprünge dafür sorgen, dass die Geschichte im Prinzip in sich geschlossen bleibt und so entfernt mit den anderen Teilen zusammenhängt, dass man sie eher als Einzel-Romane wahr nimmt.

Dass Ines Thorn eine gute Erzählerin ist, steht außer Frage. Mit Die Kaufherrin hat sie jedoch keine glückliche Hand bewiesen. Die negative Hauptfigur legt sich belastend über die Lesefreude und auch einige eher überraschende Wendungen vermögen den düsteren Grundton des Romans nicht ernsthaft aufzuhellen.

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