Der verbotene Duft

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2012, Titel: 'Der verbotene Duft', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Ein intensives und leicht süßliches Bouquet

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Apr 2012

Kurzgefasst:

Hamburg 1840: Die junge Parfümeurin Clara versetzt die Hansestadt in Aufregung. Sie hat einen Duft entwickelt, von dem es heißt, dass er jede Frau unwiderstehlich macht. Sofern es ihr gelingt, eine halbe Träne beizumischen. Schon bald stehen die feinen Bürgerinnen Schlange und erste Feinde treten auf den Plan, die ihren Erfolg mit allen Mitteln zunichte machen wollen. Clara indes träumt von der großen Liebe, aber ihre Jugendliebe Paul ist seit Jahren verschwunden. Wird sie ihn jemals wiedersehen?

 

Clara hat es mit ihrem Vater nicht leicht. Der einst so erfolgreiche Hamburger Kaufmann verfällt immer mehr dem Alkohol und seit dem Tod der Mutter drangsaliert er die junge Frau. Denn seit er weiß, dass Clara nicht seine leibliche Tochter, sondern ein Kuckuckskind ist, kann er seine Gefühle nicht mehr im Zaun halten. Als die Situation einmal mehr eskaliert, flüchtet Clara aus dem Haus. Sie hat einzig den Zettel aus der Kommode der Mutter dabei, auf den ein Name und eine Adresse gekritzelt sind. Clara weiß, dass sie nicht ins Haus des Vaters zurückkehren wird. Für eine junge Frau ist es in der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch schwierig, sich eine neue Existenz aufzubauen. Clara hofft, an der geheimnisvollen Adresse auf hilfreiche Menschen zu stoßen. Schon auf dem Weg dorthin begegnet Clara der jungen Amélie, die sich nach einem Schicksalsschlag im Gängeviertel als Hure verkauft. Amélie unterstützt Clara und sorgt dafür, dass die verschüchterte Kaufmannstochter ihr Ziel auch tatsächlich erreicht. In der feudalen Villa trifft Clara auf die einstige Jugendfreundin ihrer Mutter, auf die Reederin Elisabeth Bardenstein. Sie bietet Clara die Möglichkeit, ihr größtes Talent, ihren Geruchsinn, zu nutzen und Parfumeurin zu werden.

Es fehlen die Zwischentöne

Brigitte Janson hat einen unterhaltsamen Roman geschrieben. Wer sich nach leichter Lektüre mit viel Atmosphäre umsieht, wird mit "Der verbotene Duft" gut bedient. Große Ansprüche an die Charaktere darf er allerdings nicht stellen. Denn die Autorin hat ihre Protagonisten sehr klar strukturiert und eingeteilt. Zum einen sind da die Heldinnen Clara, Amélie, Elisabeth und weitere Nebenfiguren, die durch ihre unerschütterliche Güte und ihr Wohlwollen auffallen. Zum anderen sind es die düsteren Gesellen rund um den immer mehr dem Alkohol verfallenden Kaufmann Georg Vogt, die durch ihren verdorbenen Charakter gekennzeichnet sind. Zwischentöne, Protagonisten mit Tiefe oder kantige Charaktere sucht man in diesem Roman allerdings vergebens. Dies ist leider auch die größte Schwachstelle des Romans - mal davon abgesehen, dass die Entwicklung Claras vor dem gesellschaftlichen Hintergrund des 19. Jahrhunderts schon sehr gewagt ist.

Wunderbare Schilderungen

Ganz auf Tiefe muss allerdings niemand verzichten, der dieses Buch zur Hand nimmt. Allerdings wird er diese weniger in der Geschichte finden, die mit einem etwas süßlichen Bouquet vor sich hin wabert, als in der Beschreibung der Stadt Hamburg. Brigitte Janson versteht es zweifellos, die Lebenssituation der Menschen einzufangen, die 1840 die Stadt bevölkert haben. Die Schilderungen des Lebens im Gängeviertel, aber auch die Einblicke in die Haushaltungen der wohlhabenden Familien, in die Situation von Marktfahrerinnen ebenso wie die Umstände, unter denen die Prostituierten ihrem Gewerbe nachgehen musste, sind äußerst starke Momente. Sie machen den Reiz des Buches aus und erzählen eine eigene, schillernde und faszinierende Geschichte. Wer sich darauf einlässt, wird nicht umhin kommen, den unangenehmen Geruch aus der Nase vertreiben zu müssen, wenn etwa von den Latrinen im Gängeviertel die Rede ist.

Hauptthema kommt etwas spät

Nicht glücklich gewählt ist der Titel. Denn er lässt darauf schließen, dass es hier um eine Art von Parfüm-Herstellung geht. Das ist denn auch tatsächlich der Fall. Jedoch kommt dieses Thema erst sehr spät vor und nimmt auch nicht ganz den Stellenwert ein, den man sich gewünscht hätte. Zudem wirft gerade diese Sache Fragen auf. So scheint es unwahrscheinlich, dass der einzige ultimative Duft die ganze Weiblichkeit der Stadt gleichermaßen bezaubert und verrückt macht. Auch wenn der damalige Umgang mit Parfüm nicht mit den heutigen Gegebenheiten verglichen werden darf, so wirken diese Szenen etwas zu überzogen.

Der verbotene Duft ist jedoch trotz allem eine nette Geschichte, die zu lesen sich auch für jene lohnt, die die Zwischentöne zu schätzen wissen. Hier bietet der Roman einiges. Dass eine Karte des Hamburgs von 1840 beigefügt ist, ist ein echtes Plus und fördert vor allem das Verständnis der Nicht-Hamburger, die sich dadurch ein gutes Bild machen können.

Der verbotene Duft

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