Der Pakt der Schwerter

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2011, Titel: 'Sworn Sword', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Carsten Jaehner
 Die Eroberung Englands aus Sicht der Normannen

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2012

Kurzgefasst:

Man schreibt das Jahr 1069. Drei Jahre sind vergangen, seit die Normannen England eroberten, doch ihre Herrschaft trifft noch immer auf erbitterten Widerstand. Der junge Ritter Tancred führt eine kleine Streitmacht ins rebellische Northumberland. Dort geraten seine Männer in einen Hinterhalt, bei dem sein Lehnsherr getötet wird. Statt diesem wird nun Tancred die Verantwortung für eine geheime Mission übertragen, von dessen gelingen das Schicksal des Königreiches abhängt.

 

England im Jahr 1069. Die Normannen haben die Insel erobert, doch der Widerstand hält seit drei Jahren an. König Guillaume kann sich seiner Regentschaft nicht sicher sein. Der junge Ritter Tankred a Dinant kämpft mit bei der Schlacht von Haestings, wo er allerdings seinen Herrn verliert. Er tritt in die Dienste Guillaume Malets, der ihm einen doppelten Auftrag gibt. Von Eoferwic (heute York) soll Tancred seine Frau und seine Tochter in Sicherheit bringen und zudem eine Botschaft überbringen.

Tancred reist mit den beiden Damen, seinen beiden Kameraden Wace und Eudo, dem Priester Æfelwold und drei weiteren Rittern los, um seine Aufgabe zu erfüllen, wobei nur der Priester die Botschaft kennt, die überbracht werden soll, und nur er weiß auch, an wen. Während sich die kleine Schar in Sicherheit bringt, würden die Ritter allerdings lieber ihre Schwerter zusammen mit den Kameraden kreuzen, den Eoferwic wird von den Engländern belagert. Es beginnt ein Rennen gegen die Zeit.

Doch die Botschaft, die Æfelwold überbringen soll, macht auch Tancred neugierig, der zufällig mehr davon erfährt. Und so kommt er einer Verschwörung auf die Spur, die den Engländern nur in ihrem Kampf gegen die Normannen nützen kann, und das muss verhindert werden. In Eoferwic trifft Tancred auf seinen größten Feind, den englischen König Eadgar, der Schuld am Tod von Tancreds Frau und seines Herrn ist. Eine erbitterte Schlacht nimmt ihren Lauf, und der Verrat muss auch noch verhindert werden...

Interessante Personenkonstellation

In seinem Erstlingswerk entführt der noch nicht einmal dreißig Jahre alte Autor James Aitcheson seine Leser in das England des Jahres 1069 und beschreibt damit eine Periode des Mittelalters, in der das Schwert allgemein etwas lockerer saß als zu anderen Zeiten. Doch darf der Held des Romans, der Notmanne Tancred, zunächst nicht an Schlachten teilnehmen, obwohl er es gerne würde. Zunächst soll er für seinen neuen Herrn einen Botendienst erledigen, was für ihn fast eine Demütigung ist.

Zwei Damen und einen Botschaftsüberbringer soll er aus dem Bereich der anstehenden Schlacht um York in Sicherheit bringen, und gemeinsam mit seinen Kameraden, den Damen und dem Priester Æfelwold macht er sich auf den Weg, gerade rechtzeitig, um die Schlacht zu verpassen. Zwar verläuft die Mission zunächst relativ ereignislos, doch ist gerade Æfelwold Geheimnisträger, und durch Zufall findet Tancred die Botschaft, die überbracht werden soll, kann damit aber nicht viel anfangen. Er zieht seine Schlüsse, doch weiß er nicht, ob er richtig liegt.

Aitcheson hat eine interessante Personenkonstellation geschaffen, und wenn man im Hinterkopf hat, dass diesem Roman weitere folgen werden, kann man sich auf weitere Intrigen, Kämpfe und Mauscheleien gefasst machen. Neben natürlich aufkommenden Schlachtengewirr bilden sich auch zarte Bande zwischen Tancred und der Tochter seines neuen Herrn, Beatrice. Sie mögen sich und auch wieder nicht, und auf jeden Fall ist es nicht standesgemäß, was sich da vielleicht entwickelt, also perfekte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Romanreihe.

Fesselnder Sprachstil

Aitcheson weiß seine Leser durch seinen Sprachstil zu fesseln, er erweist sich als erstaunlich reif für einen noch jungen Autoren, das Buch lies sich, als wäre es nicht sein erster Roman, sondern gestützt auf bereits weitere Romane, die es allerdings nicht gibt. Die Geschichte in sich ist stimmig und ohne grobe Schnitzer, alle Geschichten werden gelöst oder zu Ende erzählt, wenngleich der ganz große Rahmen natürlich noch weitergehen wird. Doch man ist an den Roman und den Erzählstil gefesselt, zumal der Autor immer wieder kleine Überraschungen bereithält und nicht stereotyp wird.

Die Aufmachung des Romans mit einer Städteliste und einer Karte zu Beginn des Romans und einem ausführlichen historischen Nachwort am Ende des Romans sowie auch die Schriftart und der Aufbau des Romans erinnern sehr stark an die Romane von Bernard Cornwell, wenngleich diese im Hause Rowohlt verlegt werden und nicht bei Goldmann, wie es bei Aitcheson der Fall ist. Natürlich bewegen sich beide Autoren thematisch in derselben Ecke, historisch und geografisch ist man sich schon sehr nah. Daher ist für Cornwell-Fans James Aitcheson fraglos zu empfehlen.

Keine Langeweile

Mit Der Pakt der Schwerter hat James Aitcheson einen Mittelalterroman geschrieben, bei dem schon der Titel verrät, worum es letztlich geht. Da werden Schlachten geschlagen und Städte belagert und erobert, Spione tun ihren Dienst, Damen werden eskortiert, Schiffe werden versenkt und natürlich wird vom Schwert ordentlich Gebrauch gemacht, wenngleich nicht so viel, wie der Titel vielleicht erst einmal vermuten lässt. Interessant sind auch die taktischen Massnahmen, wie Schlachten geschlagen und verloren oder gewonnen werden. Der Faktor Zeit spielt eine grosse Rolle, denn trödelt man zu lange herum, kann an anderer Stelle bereits die Entscheidung gefallen sein. Hier ist Hoffnung gefragt, und davon hat Tancred eine Menge.

Aitchesons Beschreibungen sind der Zeit angemessen, und man kann sich gut in die Zeit einfühlen. Tancred ist an Eide gebunden, die er zu erfüllen hat, und er hat Rache geschworen an dem Mann, der seinen ehemaligen Herrn und seine Frau ermordet hat. Allein dies lässt ihn die Abenteuer bestehen, von denen der Autor berichtet und die letztlich Motivation für Tancred sind, sein Leben zu bestreiten. Rache ist ein starkes Motiv, und man darf auf weitere Romane aus der Feder das Autors gespannt sein. Braucht der Roman vielleicht zu Beginn ein paar Seiten zu viel, bis alles ins Rollen kommt, wird der geneigte Leser ein paar wenige Längen, die hier und da für ruhige Elemente im Roman sorgen, gerne verschmerzen, denn ansonsten bietet der Roman alles, was das Leserherz begehrt. Es ist ein "Männerroman", natürlich , wer das Cover sieht, wird keine Liebesschnulze erwarten. Aber hier darf bedenkenlos zugegriffen werden. Wir freuen uns auf die Fortsetzung.

Der Pakt der Schwerter

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Letzte Kommentare:
18.09.2012 15:14:07
M.Reinsch

Tancred a Dinant, ein junger normannischer Ritter überlebt die englische Eroberung von Durham und den gleichzeitigen Tod seines Lehnsherren, Earl Robert de Commins.
In York wird er von Robert de Marlets gesund gepflegt. Im Gegenzug schwört er Ihm Treue und erhält den Auftrag Frau und Tochter des Vicomtes sicher nach London zu bringen und danach einen Priester mit einer geheimnisvollen Botschaft in das Kloster Wilton zu begleiten.
Auf der Reise entdeckt er, dass der Brief des Priester für Edith, die Frau des letzten angelsächsischen Königs Harold bestimmt ist, und vermutet Verrat an seinem König „William, der Eroberer“…
Mit Tancred wurde ein sehr vielschichtiger und interessanter Hauptcharakter geschaffen, der nicht als der „Supermann“ agiert, sondern mehr durch seien Begleiter und deren Taten an Ruhm und Ehre gewinnt. Dazu kommt noch, das im Aitchison nicht gerade zimperlich behandelt und im so manche körperliche, als auch seelische Wunde zufügen lässt.
Durch die Schreibweise in erster Person, das sehr tiefe Eintauchen in die „frühmittelalterlichen Lebensumstände“ und deren Bevölkerungsschichten, entsteht ein sehr angenehm zu lesender Roman, mit sehr starkem, realem historischen Hintergrund.
Dabei hilft auch die Verwendung der historisch genauen Orts und Personennamen, die in einem Glossar (Ortsnamen) speziell aufgeführt werden und einer Karte von England und Nordfrankreich.
Sehr detailliert geht der Autor auch auf den militärischen Sprachgebrauch und vor allem in den Schlachtszenen ein. So sind die eigentlichen Passagen über Schlachten relativ kurz, aber sehr prägnant!
Ein sehr aufschlussreiches Nachwort bildet einen guten Abschluss zum Anfang eines neuen Historienzyklus!
Kleines Negativum: „Sworn Swords“ mit „Pakt der Schwerter“ zu übersetzen ist doch recht verwirrend, geht es doch um den Eid, den man seinem Lehnsherren schwört und nicht um eine Gruppierung von Rittern.