Wolfswinter

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Emons, 2012, Titel: 'Wolfswinter', Originalausgabe

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Eva Schuster
Wölfe und andere Grausamkeiten im mittelalterlichen Neuss

Buch-Rezension von Eva Schuster Apr 2012

Kurzgefasst:

Man schreibt das Jahr 1510. Schauerliches ereignet sich in den verschneiten Waldgebieten nahe Neuss. Ein Wolf geht um, ein wahres Untier, das die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Drei ungleiche Freunde machen sich auf, um einen vermissten Gesellen zu suchen. Was sie dabei finden, ist entsetzlicher und folgenschwerer, als sie jemals ahnen konnten.

 

Die Gegend um Neuss im Winter 1510: Im Wald von Kleinenbroich finden ein Junge und seine Schwester die schrecklich zugerichtete Leiche eines Mannes. Offenbar ist der Unbekannte einem Wolf zum Opfer gefallen. Zur gleichen Zeit vermisst die Witwe Hemmers aus Neuss ihren Sohn Jakob, der als Hufschmiedgeselle bei seinem Onkel in Liedberg wohnt und seit Tagen nicht gesehen wurde.

Sie bittet den Weinhändler Augustin Jordis, nach ihrem Jungen zu suchen. Jordis und seine beiden Freunde, der Schuster Hansen und der Barbier Hennes Kreitfisch, haben bereits im vergangenen Jahr einen mysteriösen Fall klären können. Schon bald finden die drei ungleichen Freunde heraus, dass der unbekannte Tote nicht Jakob ist - doch es soll noch weitere Wolfsopfer in den umliegenden Ortschaften gegeben haben.

Die drei hoffen, das Schicksal des verschwundenen Jacob klären zu können. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich heimlich mit einem Mädchen aus gutem Hause eingelassen hat und ebenso, dass er mit einem Freund regelmäßig wildern war. Hat sein Verschwinden vielleicht eher damit zu tun? Bei ihren Nachforschungen stoßen die drei Freunde auf viel Unwillen und Schweigen - und geraten bald in höchste Gefahr ...

Der Wolf geht um

Nach ihrem Debütroman Hexenwahn schickt Christina Döhlings die drei gegensätzlichen Freunde Jordis, Hansen und Kreitfisch aus Neuss erneut aus, um mysteriöse Vorfälle zu klären. Diesmal sind sie einer unheimlichen Mordserie auf der Spur, für die offenbar ein Wolf verantwortlich sein muss - ein besonders aggressives und großes Tier wird vermutet, denn eine solche Serie ist sehr ungewöhnlich. Viel vom Reiz dieses Romans beruht auf den drei Hauptfiguren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die sich dennoch wunderbar ergänzen: Der bucklige, kleingewachsene Junggeselle Augustin Jordis hat eine ruhige, besonnene Art, einen scharfen Verstand und liebt es, sich in auffallend bunte Stoffe zu kleiden. Der kinderreiche Schuster Rutger Hansen hat zwar ein Bein im Krieg verloren, das hält ihn aber nicht von einem selbstbewussten, oft etwas ruppigen Auftreten ab. Der Barbier Hennes Kreitfisch bietet mit seiner hünenhaften, massigen Gestalt einen einschüchternden Anblick, dahinter steckt aber ein recht sanftes Gemüt. Die drei teilen sich ihre Aufgaben bei der Suche gut auf; so ist Jordis vor allem für die Gespräche mit höhergestellten Leuten verantwortlich, da er sich vornehm auszudrücken weiß, während Hansen beispielsweise weiß, wie er mit barschen Personen umzugehen hat. Natürlich sorgt die Verschiedenheit der drei auch immer wieder für amüsante Momente. Sie gehen humorvoll mit ihren Unzulänglichkeiten um, lieben es, sich gegenseitig ein wenig zu necken und zugleich steht fest, dass sich hier Freunde fürs Leben gefunden haben.

Eine harte Zeit

Die Ermittlungen der Freunde gestalten sich schwierig. Ihnen wird oft alles andere als bereitwillig Auskunft gegeben, zudem kommt der Verdacht auf, dass nicht nur ein Wolf für die Todesopfer verantwortlich sein könnte: Ein Toter scheint an einem Schlag auf den Kopf gestorben zu sein und die tierischen Verletzungen erfolgten möglicherweise erst posthum. Lange Zeit bleibt das Schicksal des verschwundenen Jacob ungeklärt. Auch die anderen Vorfälle und die verdächtigen Zusammenhänge liefern nicht genug Hinweise, damit der Leser sich vorzeitig festlegen kann - vorhersehbar ist der Roman daher wahrlich nicht. Besonders hervorzuheben ist die dichte Atmosphäre mit den vielen historischen Details, die den Leser gefangen nimmt. Sehr genau wird der Alltag der Dorfbewohner beschrieben, vor allem die Schwierigkeiten der armen Bevölkerung werden deutlich. Allzu oft rümpfen die Freunde unwillkürlich die Nase, wenn sie mal wieder in einer Hütte mit äußerst unangenehmen Gerüchen konfrontiert werden. Egal ob Krankheiten, Ausscheidungen oder derbe Sprüche - hier wird nichts beschönigt und ein ums andere Mal ist man als Leser froh, nicht in dieser harten Zeit zu leben.

Zu den kleinen Schwächen des Romans gehört das in der ersten Hälfte sehr langsame Fortschreiten der Handlung. Viel geschieht nicht, vor allem gibt es kaum neue Erkenntnisse bei den Ermittlungen und ein temporeicher Krimi mit knisternder Spannung darf nicht erwartet werden. Dem Roman hätte es auch gut getan, über den einzelnen Abschnitten nicht nur Zeit- sondern auch Ortsangaben zu machen. Die Handlung teilt sich in mehrere kleine Stränge auf; so ermitteln die Freunde teilweise getrennt in verschiedenen Ortschaften, in manchen Kapiteln treten sie gar nicht auf und manchmal muss man kurz überlegen, ob die Handlung beispielsweise gerade in Neuss, in Liedberg, in Kleinenbroich oder in Glehn spielt. Wer außerdem den Vorgängerband nicht gelesen hat, bekommt hier einige Informationen über dessen Handlung geliefert, die entscheidende Details verraten - wer sich die Spannung der Vorgeschichte also nicht verderben will, sollte unbedingt zunächst den ersten Band Hexenwahn lesen. Wer allerdings an dem ersten Band kein Interesse hat und sich daher an den verräterischen Details nicht stört, der muss ihn auch nicht lesen, da keine Kenntnisse vorausgesetzt werden. Sinnvoll ist auf alle Fälle das beigefügte Glossar mit ein paar zeitgenössischen Ausdrücken, aber auch ein Personenregister hätte sich bei den vielen auftretenden Figuren angeboten.

Unterm Strich ist Wolfswinter ein gelungener Krimi im Neuss des ausgehenden Mittelalters mit drei sympathischen Hauptfiguren, die man hoffentlich noch öfter lesen wird.

 

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