Die Schmetterlingsinsel

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2012, Titel: 'Die Schmetterlingsinsel', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Rita Dell'Agnese
Auf den Spuren des Ceylon-Tees

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2012

Kurzgefasst:

Als ihre Ehe zerbricht, steht die junge Berliner Anwältin Diana Wagenbach völlig allein da. Im Nachlass ihrer liebsten Tante findet sie das vergilbte Foto eines verwunschenen Hauses. Davor eine junge Frau. Ist es Dianas Ururgroßmutter, die einst in Ceylon lebte? Hals über Kopf macht Diana sich auf die Suche nach ihren Wurzeln in dem fremden Land am anderen Ende der Welt. Dort stößt sie auf eine geheimnisvolle Prophezeiung, die das Schicksal ihrer Familie für immer veränderte, eine verbotene Liebe, die niemals endete, und auf ihre eigene Bestimmung. Die Spuren der Vergangenheit führen sie bis ins 19. Jahrhundert und ans andere Ende der Welt - nach Ceylon.

 

Just als Diana Wagenbach erkennen muss, dass Ihr Ehemann sie betrügt, wird sie ans Sterbebett ihrer Großtante Emmely nach England gerufen. Emmely, die für sie stets wie eine Großmutter war, bittet Diana, einem alten Familiengeheimnis nachzuspüren. Die junge Frau macht sich - unterstützt vom langjährigen Butler ihrer Großtante, an die Nachforschungen. Diese führen sie ins Ceylon des 19. Jahrhunderts. Die beiden Schwestern Grace und Viktoria sind mit ihren Eltern von England nach Ceylon gereist, wo die Familie die Teeplantage eines tödlich verunfallten Onkels der Mädchen übernehmen soll. Die beiden Schwestern erliegen bald dem Zauber der Insel, doch sie können sich nicht gegen die starren Konventionen der englischen Gesellschaft auflehnen.

Gelungene Verbindung

Corina Bomann ist mit diesem Roman eine gelungene Verbindung verschiedener Epochen geglückt. Sie verknüpft mehrere Zeitabschnitte und entführt die Leser dadurch nicht nur in exotische Welten. Die gut aufgebaute Gliederung der Zeitabschnitte lässt es mühelos zu, der Geschichte zu folgen. So tauchen die Leser einerseits in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ein, als im englischen Herrenhaus Tremayne verwundete Soldaten gepflegt wurden. In wenigen aber eindrücklichen Bildern schildert die Autorin die Verhältnisse in diesem provisorischen Hospital. Andererseits entführt Corina Bomann in eine Zeit, in der der Anbau von Tee auf der Insel Ceylon sich zu einem wichtigen Erwerbszweig entwickelte. Zusammen mit der staunenden Familie aus England, die durch den unerwarteten Tod des ältesten Tremayne zu den Besitzern einer Teeplantage wurde, erfahren die Leser mehr über den Teeanbau, die Kultur der Insel und deren Mystik. Der Autorin gelingt es dabei, den historischen Teil als solide Basis des Romans anzulegen.

Verworrene Familienverhältnisse

Zur vordergründigen Protagonistin des Romans, der Anwältin Diana Wagenbach aus Deutschland, entwickeln die Leser bald eine Art freundschaftliches Verhältnis, ohne ihr aber wirklich so nahe zu kommen, um sich mit ihr identifizieren zu können. Zwar mag man gespannt darauf warten, wie sie Schritt für Schritt das Geheimnis lüftet, doch ist es eher das Geschwisterpaar aus dem 19. Jahrhundert, das den Lesern intensiv ans Herz wächst. Die beiden Mädchen, die an der Schwelle zum Erwachsensein stehen, gehen mit einer erfrischenden Neugier auf ihre neue Heimat zu und lassen so die Leser teilhaben an ihren eigenen Erfahrungen. Die Autorin gibt den beiden Mädchen Raum, sich zu entwickeln und verleiht ihnen zunehmend Tiefe.

Etwas weniger überzeugend sind allerdings die verworrenen Familienverhältnisse, in die Bomann ihre Leser entführt. Hier wirkt die Verknüpfung hin und wieder etwas bemüht, und es stellt sich die Frage, ob nicht die eine oder andere Schlaufe hätte umgangen werden können. Wirklich beeinträchtigt wird die Geschichte durch die Verschlaufungen allerdings nicht.

Mehr davon

Die leichtfüßige Schreibweise, gepaart mit einer Portion Geheimnis und Romantik und das alles auf einer soliden historischen Basis aufgebaut machen Die Schmetterlingsinsel zu einer spannenden und hinreißenden Lektüre, in die sich leicht abtauchen lässt. Aber Corina Bomann hat mit diesem Roman die Latte hoch gelegt. Sie dürfte sich mit der Schmetterlingsinsel definitiv eine Fangemeinde erobert haben, die ungeduldig auf weitere Werke in diesem Stile wartet.

Der Verlag hat mit der schönen Gestaltung des Taschenbuchs ein Übriges dazu getan, Die Schmetterlingsinsel zu einem besonderen Buch zu machen. Unverständlich und bedauerlich ist aber, dass nur ein Teil der Auflage mit einem Schmetterlingsdruck auf dem Schnitt versehen ist.

 

Die Schmetterlingsinsel

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Letzte Kommentare:
04.05.2017 17:12:00
Janine2610

»Die Schmetterlingsinsel« war nach »Eine wundersame Weihnachtsreise« mein zweites Buch von Corina Bomann, allerdings hat mir dieses hier um Längen besser gefallen.
Schon auf den ersten Seiten habe ich gemerkt, wie flüssig und schnell sich das Ganze lesen lässt und wie sehr es die Geschichte schafft, mich zu fesseln.

Dieses Buch ist ein Familiengeheimnis-Roman und es befinden sich darin zwei Handlungs- bzw. Zeitstränge: Einer aus der Jetzt-Zeit und der andere spielt größtenteils Ende des 19. Jahrhunderts. Der Hauptschauplatz ist Ceylon (Sri Lanka).
Die junge Diana ist die Protagonistin aus dem Gegenwart-Teil und sie ist es, die nach dem Tod ihrer Großtante Emmely (auf ihren letzten Wunsch hin) Licht auf die finsteren Stellen ihrer Familiengeschichte werfen möchte. Und so begibt sie sich nach Sri Lanka, denn dort hat alles begonnen ...

~ »Es ist schon seltsam. Zu ihren Lebzeiten bemühen sich unsere Ahnen, die Flecken auf ihrer Vergangenheit geheim zu halten. Und dann bitten sie uns Nachfahren, sie zu finden, weil sie diese Last gern los wären und selbst nicht die Kraft haben, sie zu offenbaren.« ~
(S. 223)

Ich fand den Aufbau der Geschichte total gut gemacht, denn Bomann hat immer abwechselnd (kapitelweise) mal aus Dianas Sicht und dann wieder aus dem Blickwinkel von Grace (Ururgroßmutter von Diana) aus dem Jahre 1887 erzählt. Das war nicht nur abwechslungsreich für mich, sondern hat insofern auch gut gepasst, weil die Übergänge der Zeitsprünge immer auf irgendeine Weise etwas Verbindendes im Geschriebenen hatten.

Ich muss aber gestehen, dass ich Graces Geschichte wesentlich spannender empfunden habe, als die Geschehnisse in Dianas Zeit. Das aufregendere Leben hatte also eindeutig ihre Urahnin. ;)

~ »Ein Geheimnis mag gehütet werden oder sich irgendwo hinter dem Vorhang der Geschichte verstecken. Doch früher oder später taucht jemand auf, der es findet und ans Licht zerrt.« ~
(S. 493)

Bei mir taten sich beim Lesen so viele Fragen auf, ich wollte unbedingt wissen, was mit Grace geschehen war, für welchen Skandal sie (für damalige Ansichten) gesorgt hat und wie es zur Ausstoßung aus der Familie bzw. zu ihrer Enterbung gekommen ist.
Nach und nach wurde mir beim Lesen so einiges klar, aber gleichzeitig haben sich die Fragen bei mir getürmt. Diesen Umstand fand ich einfach unfassbar packend.

Wer also Freude an einem wirklich unterhaltsamen, gut geschriebenen und fesselnden Familiengeheimnis-Roman hat, bei dem man zusätzlich furchtbare Lust auf Ceylon-Tee bekommt, ist mit »Die Schmetterlingsinsel« hervorragend bedient.

12.08.2012 20:51:13
Sagota

Da ich bereits "Die Spionin" der Autorin gelesen habe und - sehr begeistert war - war dieses Buch für mich ein "muss": Allerdings muss ich - trotz allem Positivem, das ich dem Werk durchaus abgewinnen kann - sagen, dass es nicht mit ersterem konkurrieren kann. Wie Mel.E feststellte, finde auch ich, dass vieles sehr in die Länge gezogen wurde und dadurch (für mich) beträchtlich an Spannung verliert. Die letzten 120 Seiten jedoch nahmen an Fahrt auf und die story an sich ist gelungen, finde ich: Hauptthema : Familienforschung (dem auch ich gerade fröne); rätsel- und mystikhaftes, das in der Kolonialzeit GB-Ceylon spielt und die Unterschiede des Lebens in der Welt der "Herren", der Kolonialisten und deren Familien sowie den angestellten Einheimischen, besonders der Teepflückerinnen, versucht gerecht zu werden und diese ansatzweise gut darstellt, sind durchaus lesenswert. Der "Standesdünkel" und Emotionen dahinter ebenso gut gelungen; jedoch fehlte mir (bis auf die letzten 120 Seiten) die Spannung: Alles ist m.E. etwas sehr "vorhersehbar" - was mich etwas störte. Dennoch für gute Unterhaltung und Hintergründe zur Kolonialzeit und einem guten Assam-Ceylon-Tee von mir
85 Punkte.

04.08.2012 21:34:50
babilui

Mir fiel das Buch im Laden schon alleine wegen dem wunderschönen Design auf. Als ich es noch auf der "Histo-Couch-Seite" als Empfehlung gesehen habe, entschloss ich mich endlich dazu es zu kaufen.
Wirklich ein toller Schreibstil, man wird sehr schnell an die Handlung rangeführt.
Der Brief zu Beginn verspricht Spannung und entführt den Leser in eine andere Zeit. Die verschiedenen Handlungsstränge machen die Geschichte noch interessanter, die Sprünge empfand ich nicht als störend.

Mich hat das Buch sehr bewegt, die schönen Liebesgeschichten. Auch wenn es nicht immer ein Happy End gibt, aber doch die Chance auf die wahre Liebe.
Sehr inspirierend wird die Landschaft und die Lebensweise von damals beschrieben. Man hat wirklich Lust selbst an den Handlungsort zu reisen.

So ich möchte nicht zu viel verraten, aber eine ABSOLUTE EMPFEHLUNG von mir!
Lesern, den das Buch gefallen hat, kann ich nur die Bücher von Kate Morton als Tipp mitgeben. Ähnlicher Schreibstil und ebenfalls geheimnisvolle Geschichten rund um ein altes englisches Herrenhaus.

15.07.2012 19:12:16
Stephanie

Ich bin sehr oft dran vorbei gelaufen, aber jedes mal hat mich der Buchtitel schon fasziniert. Als ich es endlich mit nahm und anfand, war ich wie in einem Magie von einem Buch dass man gar nicht mehr aus der Hand nahm und einfach nur wissen wollte wie es aus ging.

Es ist mit so viel Gefühl und mit Erscheinungen wie die Landschaft in der Zeit war und wie sie jetzt aussieht.
Die Handlung von der Person sie war toll und man könnte sie richtig sich toll vorstellen.

Es ist immer noch bisher mein Lieblingsbuch bis her dass ich jedes mal wieder in die Hand nehmen würde uns es noch mal lesen wollte, dass hab ich bisher noch bei einem anderen Buch so fasziniert wie dieses. Es ist wirklich toll es zu lesen allein die erste Seite mit dem Brief. Klasse.

Jedes mal ein Empfehlung von mir, man muss es einfach gelesen zu haben,man findet auch keine Worte wie man es beschreiben kann.

Einfach Bezaubern und voll kommen Magie.

22.04.2012 17:03:48
Mel.E

Verbotene Liebe
Corina Boman entführt uns in eine Welt, die uns schier sprachlos zurücklässt. Wieder einmal fasziniert mich die Fauna und die Tierwelt in einem Buch, welche so farbenfroh dargestellt ist, daß wir sie vor unseren Augen sehen können und sie fast berühren möchten.

Zeitweilig fand ich den Handlungsstrang ein klein wenig in die Länge gezogen, aber im Nachhinein ist klar, daß es eben so und nicht anders geschrieben werden musste um zu verstehen, welches Familiengeheimnis Diana auf die Spur kommen soll.

Mir fehlen noch die richtigen Worte um auszudrücken, was das Buch in mir bewegt hat, denn das eine oder andere ist für die Zeit in der wir leben nicht nachvollziehbar. Mich macht sauer, daß Frauen fast verkauft werden wir Vieh und teilweise auch so behandelt werden durften. Gerade die verschiedenen Zeiten (1887 und 2008) machen deutlich wie unterschiedlich gelebt wurde. Wir können dankbar sein, daß wir in einer freien und offenen Welt (zumindest fast überall) leben dürfen und uns auch verlieben dürfen in denjenigen Menschen der uns nicht aufgedrängt wird, sondern den wie von ganzem Herzen lieben dürfen.

Im Nachhinein entwickelt es sich zu einer Liebesgeschichte, die einfach nicht standesgemäß erscheint für die damalige Zeit und daher nicht geduldet werden kann. Im Prinzip ohne Happy End, aber dennoch hinter der Kulisse Sri Lankas wundervoll dargestellt und gezeichnet. Nicht nur die Blumen, die Tiere sind für uns bildlich beschrieben, sondern wir können uns auch die Menschen lebhaft vorstellen.

10.04.2012 21:02:04
nina2401

Als Diana an das Sterbebett ihrer todgeweihten Tante eilt, offenbart diese ihr ein lang gehütetes Familiengeheimnis, in der Dianas Urahnin Grace eine wichtige Rolle spielt. Und so begibt sich Diana auf die Suche nach ihren Wurzeln.
Schon nach den ersten Seiten wusste ich, dass mir dieses Buch gefallen wird. Einer der ersten Sätze, in den ich mich verliebt habe, war: „Nebel hüllte den Park ein und ließ die Trauerweiden, deren Äste Regentropfen weinten, noch trostloser wirken.“ Ich liebe diesen bildhaften und leicht poetischen Schreibstil, der sehr atmosphärisch ist und mich ein wenig an die Bücher von Judith Lennox erinnert. Ich konnte von Anfang an total versinken in dieses wunderschöne Buch, von dem eine ganz besondere Magie ausgeht, die Corina Bomann mit ihren Worten eingefangen und an mich weitergegeben hat.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und Diana entdeckt im gleichen Tempo wie ihre Ahnin Grace diese wundervolle Insel und noch viel mehr. Die Übergänge in die Vergangenheit sind teilweise sehr geschickt gelöst. Corina Bomann hat mich erst nach England entführt und dann nach Sri Lanka. Es ist keine kitschige Liebesgeschichte, ich habe gemerkt, wie intensiv Corina Bomann recherchiert hat. Ich habe so viel über das alte Ceylon erfahren, angefangen bei der Palmblätterbibliothek, die ich sehr gerne einmal besuchen möchte bis hin zu der traditionellen Kampfsportart Kalarippayat. Ich habe Einblicke in die faszinierende Kultur der Tamilen bekommen, die mir bis dato fremd war und auch die politischen Hintergründe, die das Land gebeutelt haben, sind mir jetzt klarer. Sie beschreibt alles so schön und bildhaft, dass so viele Bilder vor meinem inneren Auge entstanden sind. Und es wurde keine Sekunde langweilig beim Lesen, denn immer wieder wird durch die direkte Rede alles so wunderbar lebendig. Die einzelnen Figuren muss man einfach mögen. Ich habe mich mit Diana auf Entdeckungsreise begeben und obwohl ich schon bald etwas ahnte, war es so spannend, mit ihr zusammen in der Vergangenheit zu stöbern.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich gerne von der Magie der Sprache verzaubern lassen und eintauchen möchten in fremde Kulturen.