Das Geheimnis des Kapuzenmanns

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Conte, 2012, Titel: 'Das Geheimnis des Kapuzenmanns', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Vom Schicksal eines Kriegsheimkehrers

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mär 2012

Kurzgefasst:

Nach der Schlacht bei Waterloo 1815 kehrt der Söldnerveteran Wilhelm in seinen Heimatort Neunkirchen zurück. 22 Jahre zuvor hatte er sich Blüchers Soldaten angeschlossen. Nun hoffen die Menschen auf Frieden. Die Industrialisierung zeichnet sich ab. Die Familien Stumm und Couturier kämpfen um Einfluss. Eine Gestalt mit einer Kapuze macht die Menschen in Neunkirchen nervös. Nachts streicht sie um die Häuser und schaut in die Fenster. Hat sie es auf die Kinder von Wilhelms Schwägerin Babette abgesehen? Wilhelm hat einen Verdacht und versucht, dem Kapuzenmann auf die Spur zu kommen.

 

Wilhelm Mohr ist zurück. Nach zweiundzwanzig Jahren in Diensten verschiedenster Armeen führt ihn sein Weg nach der Schlacht von Waterloo nach Hause nach Neunkirchen. Es ist der Winter 1815, und er hat lange keinen Kontakt mehr zu seiner Familie gehabt. Zu Hause empfangen ihn seine Mutter, seine Schwägerin Babette und deren zwei Söhne. Die Familie kommt über die Runden, aber reich ist sie nicht.

Auch Wilhelms beide jüngere Brüder sind im Krieg und man hat keine Nachricht von ihnen. Wilhelm versucht, sich wieder in das normale Leben einzugewöhnen und sucht eine geregelte Arbeit. Allerdings entwickeln sich auch Gefühle für Babette, die ihrerseits auch Interesse an Wilhelm zeigt, jedoch steht immer noch der verschollene Bruder zwischen ihnen, von dessen Verbleib nichts bekannt ist.

Da erscheint kurz vor Weihnachten immer wieder jemand mit Kapuzenumhang, mal vor dem Fenster des Hauses, mal in der Nähe, und die Familie, besonders die beiden Söhne, bekommen Angst. Doch Wilhelm spürt dem Fremden nach und kommt ihm auf die Spur.

Die neue alte Familie

Gerd Meisers Novelle ist ein ruhiges Buch, das den Leser trotzdem von Beginn an abholt. Da kehrt ein Soldat nach zweiundzwanzig Jahren heim in seinen Geburtsort zu seiner Familie, er hat sich in den Jahren fast nie gemeldet und weiß nicht einmal, ob und wer überhaupt noch lebt. Seine Mutter ist noch da, zudem die Frau seines Bruders Jakob, Babette, und deren beide Söhne. Es gibt noch einen dritten Bruder, aber auch der ist bislang ohne Informationen noch nicht heimgekehrt.

Diese Situation ist nichts besonderes, sondern ein typisches Soldatenschicksal, wenn er denn bis dahin überlebt hat. Über die Jahre hat er sich entfremdet und andere Gewohnheiten angenommen, er ist ein richtiges Bett nicht gewöhnt und hat Menschen um sich, die zwar seine Familie sind, die er aber eigentlich nicht kennt. Umgedreht ist es, als würde die Familie einen Fremden aufnehmen, der zwar Familienoberhaupt ist, aber doch auch irgendwie ein Außenseiter.

Ruhige und stimmungsvolle Erzählung

Auch die Leute im Dorf haben sich verändert und die politische Situation an sich hat sich gleich ein paar Mal gewandelt. Noch haben die Franzosen das sagen, aber bald nicht mehr, was schon feststeht, und so beginnt eine Zeit des Friedens und des Umbruchs und somit des Aufbruchs. Industrielle wollen Land haben, um ihre Fabriken zu vergrößern. Das zerstört Land, gibt aber auch Arbeitsplätze, die dringend gebraucht werden, damit die Familien durch die schwere Zeit kommen.

All dies wird von Gerd in Meiser hervorragend eingefangen. Er beleuchtet die Gesamtsituation aus mehreren Perspektiven und schafft so Verständnis für die Menschen und ihr Handeln, im Grossen wie im Kleinen. Dazu zählt auch, dass Heimkehrer Wilhelm sich irgendwie in seine Schwägerin Babette verliebt und sie sich in ihn, die beiden aber ihren Gefühlen nicht nachgeben wollen und können, da ihr Mann ja immer noch verschollen ist. Immerhin fremdet er sich mit den beiden Jungen an, die von ihm als Kriegsveteran begeistert sind und auch bei ihm Schutz suchen, als der Kapuzenmann immer wieder auftaucht.

Diese Gruselkomponente bringt etwas Schwung in die doch sonst sehr leise Geschichte. Zwar kann man sich bald denken, was es mit dem Kapuzenmann auf sich hat, aber dennoch bleibt dieser Erzählstrang interessant und passt sich in das Gesamtgefüge der Novelle ein.

Dunkle Farben mit Hoffnung

Da die Novelle zur Winterzeit spielt und Wilhelm kurz vor Weihnachten nach Hause kommt, betonen die Stille und dunkle Farben mit dem kontrastierenden schneeweiß die Stimmung der Zeit. Die Atmosphäre wird sehr stimmungsvoll gemalt, und die Charaktere fügen sich in die Stimmung ein. Meiser nimmt sich Zeit, übertreibt nicht und wird trotzdem auf nur 212 lohnenswerten Seiten deutlich in dem, was er dem Leser mitteilen will. Nämlich, dass das Rückkehrerschicksal der Soldaten so schlimm sein kann wie der Krieg selbst, denn man weiß nicht, wo man steht und muss seine Vergangenheit verarbeiten.

Schlimmer als das Zusammenrücken der Familien und die Gesamtsituation für alle Beteiligten ist wohl nur die Ungewissheit, ob die Vermissten noch nach Hause kommen oder nicht. Auch das Warten gehört in die Zeit mit hinein, währenddessen sich die anderen Geschichten aus dem Krieg erzählen und so den Daheimgebliebenen von der Grausamkeit des Krieges und des Schicksals vieler Soldaten erzählen, die nicht das Glück hatten, heimzukehren.

Meiser beleuchtet alle Facetten des Kriegsendes und setzt damit ein stimmungsvolles Bild der Zeit. Die Novelle ist rundweg gelungen und dürfte bei allen Lesern nachhaltig Eindruck hinterlassen.

Das Geheimnis des Kapuzenmanns

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