Sehnsucht nach Sansibar

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2012, Titel: 'Sehnsucht nach Sansibar', Originalausgabe

Couch-Wertung:

87

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Rita Dell'Agnese
Ein sinnliches Lese-Erlebnis

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2012

Kurzgefasst:

1888 an Bord eines Dampfers auf dem Weg nach Ostafrika: Die unkonventionelle Reederstochter Viktoria Wesermann, die junge Forschungsreisende Antonia Geisenfelder und die verwöhnte Juliane von Braun schließen Freundschaft. Jede sucht ihr Glück auf der duftenden, exotischen Gewürzinsel Sansibar, doch schon bald geraten die drei in ein Wechselbad aus leidenschaftlichen, verstörenden und berauschenden Gefühlen, in einen schmerzhaften Zwiespalt zwischen orientalischem Traum und den Schatten von Sklavenhandel, blutigen Aufständen und Cholera...

 

Sansibar! Die Stadt in Ostafrika verheißt der Hamburger Reeders-Tochter Viktoria Wesermann Freiheit und Abenteuer. Nach einem Eklat musste sie Hamburg verlassen und soll in der fernen Stadt abwarten, bis sich der Skandal gelegt hat. Ganz anders Juliane von Braun. Die verwöhnte junge Frau begleitet ihren Vater auf die Reise nach Sansibar und hofft darauf, vom vielbeschäftigten Weinhändler mehr Beachtung geschenkt zu bekommen. Und schließlich ist da auch noch die zurückhaltende Antonia Geisenfelder, die als Sekretärin den Forscher Dr. Seibold begleitet. Sie alle reisen 1888 mit der "Sachsen" nach Ostafrika. Als sie in Sansibar von Bord gehen, versprechen sich die drei jungen Frauen, die sich inzwischen angefreundet haben, sich regelmäßig zu treffen. Das Schicksal führt jede von ihnen mit faszinierenden Menschen zusammen. Juliane etwa begegnet dem jungen Prinzen Omar, dessen Absichten so gar nicht einschätzbar sind. Und Viktoria, die insgeheim darauf hofft, ihrem Traum, Lehrerin an einer Mädchenschule zu werden, näher zu kommen, stößt immer wieder auf den Kaufmann Roger Lessing, wobei die Begegnungen nicht immer angenehm sind. Sansibar fordert die drei jungen Frauen auf ganz verschiedene Weise und letztlich muss sich jede die Frage stellen, welches Ziel sie tatsächlich verfolgen möchte und wo ihr Platz im Leben ist.

Erstaunlich viel Tiefe

Thema, Cover und Klappentext lassen einen üppigen Unterhaltungsroman erwarten, der im 19. Jahrhundert vor einer exotischen Kulisse spielt, aber nicht unbedingt als historischer Roman gewertet werden will. Doch weit gefehlt. Sehnsucht nach Sansibar vermag mit erstaunlicher Tiefe zu überzeugen. So präsentiert Autorin Micaela Jary nicht einfach einen üppigen Liebesroman, sondern wendet sich einigen Themenbereichen zu, die eine vertiefte Auseinandersetzung damit durchaus lohnen. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage nach einem selbstbestimmten Leben für Frauen durch den Roman. Die drei Freundinnen kommen aus einem jeweils unterschiedlichen Umfeld, doch haben alle drei das Problem, sich gesellschaftlichen Zwängen beugen zu müssen. Weder kann Viktoria sich ohne weiteres zur Lehrerin ausbilden lassen, noch ist es Antonia möglich, ein Medizinstudium zu absolvieren. Und auch Juliane wird in Sansibar kurzerhand in einem Harem untergebracht, weil es sich nicht schickt, dass sie mit ihrem Vater die im Sultanspalast zur Verfügung gestellte Raumflucht bewohnt. Die jungen Frauen erleben immer wieder Zwänge und Grenzen, sind aber dabei, ihre Ketten zu sprengen. Weitere Themen, die angesprochen werden, sind die Sklaverei, Epidemien sowie die politischen Verhältnisse in Ostafrika.

Interessantes Konzept

Anders als bei den meisten Romanen steht bei Micaela Jary nicht eine einzige Protagonistin im Zentrum - die Autorin gibt allen drei jungen Frauen Raum und lässt sie ihre jeweils eigene Entwicklung erleben. Dieses Konzept gibt der Geschichte Breite und lässt einige Wendungen zu, die nicht absehbar waren. Dazu kommt, dass sich Micaela Jary jeder der drei jungen Frauen auf eine ganz andere Weise nähert: Bei Viktoria schwingt trockener Humor mit, bei Antonia sehr viel Ernsthaftigkeit und Juliane ist die ideale Protagonistin, um den sinnlichen Zauber von Sansibar zum Ausdruck zu bringen. Diese variantenreiche Erzählweise lässt schmunzeln, leer schlucken oder träumen.

Üppige Beschreibungen

Es ist aber nicht nur das Leben der drei Freundinnen, das die Autorin schildert. Sie versteht es, ein üppiges Bild von Sansibar zu zeichnen und die Leser gedanklich in eine Welt der Düfte und Farben reisen zu lassen. Micaela Jary kann erzählen, das wird spätestens mit diesem Roman klar. Und klar wird auch, dass sinnliche Lese-Erlebnisse nicht zwingend oberflächliche Lektüre bedeuten müssen. Die Autorin hat mit ihrem schön geschriebenen, gut konzipierten Roman einen eindrücklichen Gegenbeweis angetreten.

 

Sehnsucht nach Sansibar

Sehnsucht nach Sansibar

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Letzte Kommentare:
14.10.2014 13:49:37
LettersFromJuliet

Meine Meinung

Nachdem mich “Die Bucht des blauen Feuers” nicht so begeistern konnte, wollte ich dir Autorin noch eine Chance geben. Bei beiden Büchern waren die Ideen wirklich gut, die Klappentexte klingen vielversprechend und die Cover sind wunderschön. Aber die Umsetzung gelingt meiner Meinung nach leider nicht so wirklich.
Der Schreibstil ist ganz gut, allerdings habe ich mittlerweile einige historische Bücher gelesen, die einen besseren Schreibstil hatten, bzw. Schreibstile hatten, die mir besser gefielen. Das ist ja letztendlich Geschmackssache, allerdings fand ich ihn für einen historischen Roman zu modern.
Schön fand ich, dass wir es mit drei so unterschiedlichen Frauen zu tun haben, die alle versuchen ihren Weg zu gehen, welcher nicht gerade einfach ist. Jede geht anders mit Rückschlägen um und versucht auf eine andere Art und Weise ihre Ziele zu erreichen. Deswegen ist es sehr gut, dass die Sichtweisen immer wechseln.

Antonia, die den Forscher Max Seiboldt begleitet, hat sich scheinbar dazu entschieden sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Sie wirkt recht stark, wobei sie heimliche Gefühle hegt für ihren Chef, was ihr zum Verhängnis werden könnte.
Viktoria kommt aus reichem Hause und wird zur Strafe nach Sansibar geschickt. Sie will sich nicht einem Mann unterordnen und lieber für sich selbst sorgen, weshalb Antonia für sie zum Vorbild wird. Viktoria wurde von der Autorin der meiste Platz in der Geschichte eingeräumt und ich mochte sie von den drei Frauen am liebsten. Es muss damals schwer gewesen sein als Frau für sich selbst zu sorgen, gerade wenn man aus der oberen Schicht kommt und die Eltern dies nicht zulassen wollen. Darum bewundere ich ihren Willen und ihren Mut. Aber vielleicht entdeckt sie ja doch noch die Liebe für sich…
Juliane ist recht naiv und benimmt sich wie ein verwöhntes kleines Püppchen. Sie und ihr Vater kommen beim Sultan unter, was ihr anfangs sehr zu schaffen macht, da sie nur unter Frauen ist. Manchmal trifft man jedoch selbst hier auf einen Mann, der ein Herz zum höher schlagen bringen kann.

Die drei Frauen wollen nach ihrer Ankunft in Kontakt bleiben, was sich allerdings als gar nicht so einfach erweist, da jede ein ganz anderes Leben führt. Die Handlung wird sehr realistisch geschildert, denn auch wir in der heutigen Zeit kennen so eine Problematik.

Im Nachhinein gefällt mir der Roman besser als beim Lesen. Gerade durch die drei verschiedenen Charaktere kommt viel Dynamik und Abwechslung in die Geschichte und man merkt wie vielschichtig die Handlung aufgebaut ist. Trotzdem denke ich nicht, dass ich diesen Roman nochmal lesen werde.

Fazit

Drei sehr unterschiedliche Frauen kämpfen im traumhaft schönen Sansibar für ihre Träume. Gute Idee, nett umgesetzt, muss man nicht unbedingt gelesen haben.

05.12.2013 16:19:19
Julia

Meine Meinung

Nachdem mich “Die Bucht des blauen Feuers” nicht so begeistern konnte, wollte ich dir Autorin noch eine Chance geben. Bei beiden Büchern waren die Ideen wirklich gut, die Klappentexte klingen vielversprechend und die Cover sind wunderschön. Aber die Umsetzung gelingt meiner Meinung nach leider nicht so wirklich.
Der Schreibstil ist ganz gut, allerdings habe ich mittlerweile einige historische Bücher gelesen, die einen besseren Schreibstil hatten, bzw. Schreibstile hatten, die mir besser gefielen. Das ist ja letztendlich Geschmackssache, allerdings fand ich ihn für einen historischen Roman zu modern.
Schön fand ich, dass wir es mit drei so unterschiedlichen Frauen zu tun haben, die alle versuchen ihren Weg zu gehen, welcher nicht gerade einfach ist. Jede geht anders mit Rückschlägen um und versucht auf eine andere Art und Weise ihre Ziele zu erreichen. Deswegen ist es sehr gut, dass die Sichtweisen immer wechseln.

Antonia, die den Forscher Max Seiboldt begleitet, hat sich scheinbar dazu entschieden sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Sie wirkt recht stark, wobei sie heimliche Gefühle hegt für ihren Chef, was ihr zum Verhängnis werden könnte.
Viktoria kommt aus reichem Hause und wird zur Strafe nach Sansibar geschickt. Sie will sich nicht einem Mann unterordnen und lieber für sich selbst sorgen, weshalb Antonia für sie zum Vorbild wird. Viktoria wurde von der Autorin der meiste Platz in der Geschichte eingeräumt und ich mochte sie von den drei Frauen am liebsten. Es muss damals schwer gewesen sein als Frau für sich selbst zu sorgen, gerade wenn man aus der oberen Schicht kommt und die Eltern dies nicht zulassen wollen. Darum bewundere ich ihren Willen und ihren Mut. Aber vielleicht entdeckt sie ja doch noch die Liebe für sich…
Juliane ist recht naiv und benimmt sich wie ein verwöhntes kleines Püppchen. Sie und ihr Vater kommen beim Sultan unter, was ihr anfangs sehr zu schaffen macht, da sie nur unter Frauen ist. Manchmal trifft man jedoch selbst hier auf einen Mann, der ein Herz zum höher schlagen bringen kann.

Die drei Frauen wollen nach ihrer Ankunft in Kontakt bleiben, was sich allerdings als gar nicht so einfach erweist, da jede ein ganz anderes Leben führt. Die Handlung wird sehr realistisch geschildert, denn auch wir in der heutigen Zeit kennen so eine Problematik.

Im Nachhinein gefällt mir der Roman besser als beim Lesen. Gerade durch die drei verschiedenen Charaktere kommt viel Dynamik und Abwechslung in die Geschichte und man merkt wie vielschichtig die Handlung aufgebaut ist. Trotzdem denke ich nicht, dass ich diesen Roman nochmal lesen werde.

Fazit

Drei sehr unterschiedliche Frauen kämpfen im traumhaft schönen Sansibar für ihre Träume. Gute Idee, nett umgesetzt, muss man nicht unbedingt gelesen haben.

04.08.2012 22:00:11
babilui

Ein wirklich gut gelungenes Buch! Die ersten 100 Seiten ziehen sich etwas, ich finde es "plätschert" am Anfang ein wenig dahin und es fehlt an Spannung.
Aber das Durchhalten lohnt sich auf jeden Fall. Es ist schön mitzuverfolgen, wie die drei jungen Mädchen eine Freundschaft entwickeln und jede ihre eigenen Ziele verfolgt.
Außerdem finde ich die Einblicke über das Leben auf Sansibar im 20. Jahrhundert sehr interessant. Die Autorin schildert Ereignisse mit wahrem historischen Hintergrund. Auch von der Kultur und der damaligen Bevölkerungsstruktur erfährt man mehr.
Die Geschichte wird bis zum Schluss noch richtig schön aufgebaut und nimmt doch ein versöhnliches Ende.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung und 85 Punkte.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

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