Sherlock Holmes in Berlin

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2012, Titel: 'Sherlock Holmes in Berlin', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Historisch interessant, aber spannungsarm.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2012

Kurzgefasst:

Von seinem Bruder Mycroft erhält Sherlock Holmes eine Einladung zum gemeinsamen Besuch der Uraufführung einer Operette in Berlin. Tatsächlich ist der Bruder des größten Detektivs der Welt jedoch in seiner Funktion als hoher Beamter des britischen Außenministeriums unterwegs. In geheimer Mission soll er versuchen, den Abschluss eines höchst gefährlichen Marinepakts zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien zu verhindern. Während Mycroft sich in der deutschen Hauptstadt seiner heiklen Aufgabe widmet, besucht Sherlock Holmes gemeinsam mit seinem Reisebegleiter Dr. Watson, den nur das Versprechen, dass es sich bei dieser Reise ausnahmsweise nicht um die Lösung eines Kriminalfalles handelt, locken konnte, die Aufführung der Operette "Wie einst im Mai". Sie schließen sich einem illustren Kreis um den Komponisten Walter Kollo an, lernen Leo Fall, Jean Gilbert und Paul Lincke, berühmte Schauspieler, bekannte Sänger und einflussreiche Persönlichkeiten kennen. Und auch Dr. Schuchardt, den Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung der Königlichen Museen. Eben jener Dr. Schuchardt sucht den Detektiv am nächsten Tag völlig aufgelöst im Hotel auf. Der größte vorgeschichtliche Goldfund Deutschlands, eine unschätzbar wertvolle Entdeckung aus Ausschachtungsarbeiten auf dem Messingwerk in Eberswalde, ist kurz vor seiner öffentlichen Präsentation gestohlen worden. Unabhängig von dem ungeheuren materiellen Verlust steht nun die berufliche Reputation des Archäologen auf dem Spiel, und so machen sich Holmes und Watson diskret an die Nachforschungen. Sie treffen auf echte und falsche Grafen, auf Zuhälter, Mörder und Totschläger, und es zeigt sich schon bald, dass hinter diesem einfachen Raub ein viel schrecklicheres Geheimnis steckt, als sich dies zunächst vermuten ließ.

 

September/Oktober 1913: Seit der Heirat der Prinzessin Viktoria von Preußen mit dem Prinzen von Großbritannien hat sich das Verhältnis der beiden Länder weitgehend normalisiert. Eine kurz vor dem Abschluss stehende Marinekonvention zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien kommt allerdings ungelegen, droht diese immerhin eine Verdreifachung der Schlagkraft für jeden der Bündnisstaaten an. Mycroft Holmes soll dieses Bündnis verhindern und deshalb nach Berlin reisen. Um von sich abzulenken bittet er seinen Bruder Sherlock und dessen Freund Dr. Watson ihn zu begleiten und sich in der Hauptstadt zu amüsieren. So lockt unter anderem eine Uraufführung von Walter Kollo zahlreiche illustre Künstler sowie hochrangige Gäste an. Was zunächst nach einem kulturellen Genusserlebnis der besonderen Art aussieht, artet jedoch schnell in einen Kriminalfall aus, denn im Königlichen Museum für Völkerkunde wird ein außerordentlich wertvoller Schatz gestohlen. Der Leiter des Museums, Professor Carl Schuchardt, bittet den Meisterdetektiv, die Berliner Kriminalbeamten bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Für diese scheint der Fall jedoch bereits geklärt, denn schon seit einiger Zeit treibt ein bekanntes Artistentrio als Einbrecherbande sein Unwesen ...

Historisches Berlin der 1910er Jahre

Drei Jahre ist es her, dass Sherlock Holmes und sein treuer Begleiter das Land der komischen Deutschen besucht haben (nachzulesen im vorhergehenden Roman "Sherlock Holmes in Leipzig"). So ist zumindest die Einschätzung von Dr. Watson, vor allem wenn es um kulinarische Eigenarten geht, wie beispielsweise der korrekte Umgang mit einem Ei bei der Zubereitung eines Frühstücks. Bis zu ihrer Ankunft in Berlin vergehen jedoch rund neunzig der insgesamt knapp 290 Seiten. Zunächst wird ebenso ausführlich wie ausschweifend in die Geschichte eingeführt, darunter auch einige Sequenzen die den Schatz betreffen, welche man auch gerne hätte weglassen können, da sie den Spannungsbogen nicht vorantreiben.

Überhaupt ist das mit der Spannung so eine Sache. Immer wieder glänzt Sherlock Holmes mit seinen beeindruckenden Analysen, die aber mit dem eigentlichen Fall nichts zu tun haben. Dadurch erzeugt man kaum Spannung und es lässt sich kaum verbergen, dass der eigentliche Plot, die Aufklärung des Schatzraubes (der erst in der Mitte des Buches stattfindet), recht dünn geraten ist. Als "Kriminalroman" ist der vorliegende Band enttäuschend, auch hinsichtlich seiner Auflösung selbst beziehungsweise der Art, wie die Aufdeckung der Lösung gelingt.
Betrachtet man das Buch als "historischen Roman" fällt die Bewertung schon deutlich wohlwollender aus, denn Wolfgang Schüler bringt einiges an historischem Wissen in dem Plot unter. So begegnen wir vor allem einer prosperierenden Metropole, die sich vor Baustellen kaum retten kann. Damit einhergehend steigt die Kriminalität und so müssen sich die beiden Protagonisten gar ins berüchtigte Scheunenviertel der Stadt begeben, wo Prostituierte und Ganoven das Straßenbild prägen. Wer einen Ausflug in das Berlin der 1910er Jahre machen möchte, kann gerne zugreifen und den in die Jahre gekommenen "man who never lived and will never die" begleiten.

 

 

"Was machen wir nun?", fragte ich bedrückt.

"Wir beobachten, wir analysieren, wir konkludieren."

 

 

 

 

Sherlock Holmes in Berlin

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