Schwerter und Rosen

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Bookspot, 2012, Titel: 'Schwerter und Rosen', Originalausgabe

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88

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Rita Dell'Agnese
Die etwas andere Sicht auf Richard Löwenherz

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2012

Kurzgefasst:

England 1189: Während ganz Europa zum dritten Kreuzzug rüstet, tritt der junge Knappe Harold of Huntingdon in den Dienst des machthungrigen und skrupellosen Earls of Essex. Mehr als einmal muss Harold um sein Leben fürchten. Trost findet er nur in seiner geheimen Leidenschaft für die Hofdame Catherine de Ferrers, die schöne Tochter des Earls of Derby. Doch bevor er ihr seine Liebe gestehen kann, muss er dem englischen König Richard Löwenherz auf den Kreuzzug folgen. Auf dem Weg gen Osten trifft das englische Heer auf deutsche und französische Verbündete. Je näher die Kreuzfahrer der Heiligen Stadt kommen, desto blutiger und aussichtsloser werden die Kämpfe. Ein Wiedersehen mit Catherine scheint daher mehr als ungewiss...

 

Das zwölfte Jahrhundert neigt sich dem Ende zu, als sich Richard Löwenherz, Friedrich Barbarossa und Philipp II. zum Kreuzzug aufmachen. Ihr gemeinsames Ziel, Jerusalem zurück zu erobern, ist trotz großem Kräfteaufgebot ehrgeizig. Denn die Kreuzfahrer stoßen nicht nur auf erbitterten Widerstand, sie haben auch mit der ungewohnten Umgebung zu kämpfen. Der Kräfteverschleiss ist enorm, der Ausgang des Kreuzzuges ungewiss. Im Heer von Richard Löwenherz kämpft auch der Knappe Harold of Huntingdon. Seine Gedanken weilen bei der jungen Hofdame der Königin, Catherine de Ferrers, die ihn bei der Krönung von Richard Löwenherz bezaubert hat, und die ihrerseits vom Knappen angetan ist. In Jerusalem wartet schließlich der Tempelritter Curd von Stauffen verzweifelt auf das Kreuzfahrerheer, das ihn von seiner Gefangenschaft in der Stadt befreien soll. Doch so sehr er sich auch danach sehnt, der Herrschaft des unberechenbaren Sultans Salah ad-Din zu entkommen, hält ihn gleichzeitig die glühende Liebe zur jungen jüdischen Kaufmannstochter Rahel vor einer unüberlegten Flucht zurück.

Völlig andere Perspektiven

Die Autorin Silvia Stolzenburg hat einen bemerkenswerten historischen Roman geschrieben. Dabei ist nicht etwa die Handlung als solches außergewöhnlich. Denn hier finden sich alle Elemente zusammen, die man von einem unterhaltenden Roman erwarten kann: Liebe, Eifersucht, Intrigen, Kampf, Geheimnis - und vieles mehr. Es ist vor allem die von der Autorin gebotene Perspektive auf die Ereignisse, die aufhorchen lassen. Denn Silvia Stolzenburg begeht mit ihrer Charakterisierung fast schon ein Sakrileg. Sie setzt einige Figuren in den Mittelpunkt des Geschehens, die den Mittelalterfans aus der Robin-Hood-Geschichte geläufig sind. Doch anders als in der vielfach geliebten Sage präsentiert sich der König nicht als strahlender und gütiger Held. Richard Löwenherz wird als kantige und in vielerlei Hinsicht alles andere als gütige Figur präsentiert. Der König hat zwar auch bei Stolzenburg durchaus Charisma, doch hat seine Persönlichkeit nichts mit dem strahlenden Herrscher zu tun, als den viele Richard Löwenherz verehren. Es scheint, als hätte die Autorin einige der Helden etwas entzaubert - ohne deswegen aber die Geschichte zu belasten. Außer den Fans der Robin-Hood-Geschichte dürfte diese Entzauberung durchaus gelegen kommen, stimmt sie doch mit den historischen Überlieferungen eher überein.

Kurze Sequenzen

So süffig Silvia Stolzenburg an sich schreibt, so schwierig ist es doch zunächst, ihrer Erzählung zu folgen. Das liegt darin, dass sie für den Roman viele sehr kurze Sequenzen wählt, die immer wieder einen anderen Schauplatz beleuchten. Geübte Leser wissen die Lebendigkeit dieser Erzählforum auf jeden Fall zu würdigen. Wer allerdings kein versierter Historienfan ist, dürfte zunächst von den sich ständig wechselnden Szenen überfordert sein. Denn nicht nur die Situation, auf die sich der Leser einstellen muss, unterscheidet sich von Sequenz zu Sequenz. Auch die Charaktere sind ganz andere und so tauchen innerhalb kurzer Zeit so viele neue Gesichter auf, dass es schwierig wird, die einzelnen Figuren den richtigen Sequenzen zuzuordnen und sich in die jeweiligen Protagonisten hinein zu fühlen. Glücklicherweise gibt Silvia Stolzenburg hier gleich zu Beginn des Romans mit dem Personenregister eine wichtige Hilfestellung. Allerdings hat dies auch Nachteile. Denn so erfährt der Leser schon lange, bevor er die entsprechende Passage erreicht, was es mit der jüdischen Kaufmannstochter auf sich hat. Das ist etwas schade, ist es doch die geheimnisvolle Herkunft des vom Kaufmann Nathan einst in der Familie aufgenommenen Mädchens, die einen nicht unerheblichen Teil des Reizes ausmacht.

Verschiedene Zugänge

Besonders raffiniert ist, wie Silvia Stolzenburg den Zugang zur Geschichte wählt. Sie schildert den Kreuzzug nicht nur aus Sicht der westlichen Kreuzfahrer, sondern lässt auch die Sicht der Sarazenen zu und präsentiert damit weder eine verklärende noch eine verzerrende Darstellung. Sehr direkt zeigt sie die jeweiligen Interessen der beteiligten Parteien auf und nimmt damit auch den Mythos, dass die Kreuzfahrer uneigennützig ihr Leben für Gott aufs Spiel gesetzt haben. Da kommen wesentlich handfestere Interesse und Überlegungen zum Zuge und es wird deutlich, dass manches Ereignis seinen Ursprung in einer Fehlentscheidung eines der Beteiligten hatte. Dadurch - und durch das Nachwort der Autorin bekommt der Roman viel Gewicht und präsentiert sich als gelungener und überaus lesenswerter historischer Roman.

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Letzte Kommentare:
07.07.2013 16:25:01
Freenagel

Ich muss mich dem Kommentar von Murmel81 und Klaus-Dieter anschliessen. Auch ich habe mich durch das Buch gequält und hatte durch die vielen kurzen Szenenwechsel Mühe, dran zu bleiben. Ich habe dann angefangen, die beiden Erzählstränge mit ihren vielen kurzen Unterkapiteln, separat zu lesen. Zuerst ca. 200 Seiten ohne alle Kapitel über den Kreuzzug (Jerusalem, Antiocha, Akkon etc.) und danach habe ich diese Teile in einem Zuge nachgelesen und so war es doch spannend. Die Geschichte war dann nicht so "verzettelt". Schade, aber ich werde den 2. Band nicht lesen.

02.02.2013 19:45:34
tigerbea

Im Jahr 1189 ruft der Papst zum dritten Kreuzzug auf. Friedrich Barbarossa, Philipp von Frankreich und Richard Löwenherz machen sich auf verschiedenen Routen auf den Weg nach Jerusalem.
Harold of Huntingdon tritt als Knappe in den Dienst des grausamen Earl of Essex. Dieser freit um die Hand von Hofdame Catherine, deren Gunst jedoch Harold gilt. Sie werden beim Aufbruch nach Jerusalem getrennt.
In Jerusalem selbst wurde der Tempelritter Curd von Stauffen als einzigster von Sultan Saladin nach einer Schlacht begnadigt, ist aber seitdem sein Gefangener. Er trifft auf Rahel, Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan. Die Geschichte nimmt seinen Lauf....

"Schwerter und Rosen" ist ein wunderbarer, rasanter historischer Roman um den dritten Kreuzzug. Silvia Stolzenburg schafft es, die Szenen so anschaulich zu beschreiben, daß man sich wirklich mitten ins Geschehen versetzt sieht. Durch die unterschiedlichen Handlungsorte und den Wechsel zu diesen innerhalb der Geschichte, erlebt man den Kreuzzug aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Es ist unterhaltsam, spannend, aber auch lehrreich, denn dies Buch ist keine Fiktion, sondern genau historisch belegt. Man merkt diesem Buch an, daß Silvia Stolzenburg nicht einfach einen Roman geschrieben hat, sondern mit Herzblut recherchiert hat und ihr dieses Thema sehr am Herzen liegt.

01.02.2013 20:14:59
PMelittaM

Die Kreuzfahrerstadt Akkon befindet sich in den Händen der Muslime und aus ganz Europa ziehen Heere ins Heilige Land, um bei der Befreiung der Stadt mitzuwirken. Kaiser Barbarossa ist auf dem Weg über den Balkan, Richard Löwenherz muss zunächst nach England, um seinen Thronanspruch zu sichern und auch Philipp II von Frankreich ist unterwegs. Gleichzeitig versuchen natürlich die Muslime unter Saladin die Stadt zu halten.

Vor diesem Hintergrund erzählt uns Silvia Stolzenburg die Geschichte einiger Menschen. Da sind der junge Harold, der als Knappe Richards Kreuzzug begleitet, Catherine, Elionore von Aquitaniens junge Hofdame, Curd, ein Tempelritter und Gefangener Saladins, die junge Jüdin Rahel, und noch einige mehr, auch z. B. Richard Löwenherz und Saladin lernt man gut kennen. Sehr schön auch der Einbezug von Personen, die eher Legenden entstammen, wie Robin of Loxley (auch als Robin Hood bekannt).

Kurze Abschnitte wechseln zwischen den verschiedenen Personen und Orten. Die häufigen Perspektivenwechsel verwirren am Anfang etwas, zumal auch viele Personen eingeführt werden, doch schnell findet man sich zurecht. Die kurzen Abschnitte erhöhen aber auch die Spannung und verleiten dazu, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen.

Schon das Cover bringt den Leser/die Leserin in eine historische Stimmung, ich finde vor allem auch die Farbzusammenstellung sehr gelungen. Und auch der Roman selbst entführt uns in die damalige Zeit und lässt sie vor dem inneren Auge erscheinen. Ich kann mir sowohl das Treiben in London als auch in Jerusalem oder die Belagerung vor Akkon sehr gut vorstellen.

Die Charaktere sind der Autorin gut gelungen, sie sind Menschen ihrer Zeit und müssen zum Teil Dinge ertragen, die wir uns heute kaum noch vorstellen können. Gerade die jüngeren Protagonisten, wie z. B. Harold und Catherine machen eine Entwicklung durch und reifen an ihren Problemen, das gefällt mir wirklich gut.

Auch die Schattenseiten der Kreuzzüge werden herausgearbeitet, z. B., dass die Kreuzfahrer schon unterwegs anfingen zu plündern und zu brandschatzen und auch die Brutalitäten der Plünderungen und auf den Schlachtfeldern finden Eingang in das Buch. Dinge, die zum Thema unbedingt dazu gehören und die nicht übertrieben angesprochen, aber auch nicht verharmlost werden.

Da es sich hier um den ersten Band eines Zweiteilers handelt, ist das Buch in sich zwar abgeschlossen, lässt aber noch die eine oder andere Frage offen. Die Kreuzzüge sind zwar zunächst – jedenfalls für diese Personen – beendet, jedoch geht die Geschichte weiter. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Eine Karte, ein Personenregister und ein Nachwort, das Fakten von Fiktion trennt, runden das Buch ab. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, allen Freunden gut recherchierter historischer Romane sehr zu empfehlen. Dass das Buch von mir nicht die volle Punktzahl erhielt, liegt daran, dass es mich nicht durchgehend gepackt hat, das hat u. a. mit den Schlachtenszenen zu tun. Diesen kann ich nicht besonders viel abgewinnen (irgendwie langweilt mich so etwas eher). Wie oben schon ausgeführt, gehören sie hier unbedingt dazu, haben mich persönlich aber weniger angesprochen.

29.05.2012 08:25:58
Sabine

Ich bin einfach vollkommen begeistert von diesem Buch. Nachdem ich die Autroin erst vor kurzem durch ein Geschenk entdeckt habe, musste ich mir diesen Roman unbedingt kaufen. Und er ist unglaublich! Ich habe das Buch in kaum drei Tagen verschlungen. Silvia Stolzenburg schafft es, die komplizierten Zusammenhänge des 3. Kreuzzuges nachvollziehbar, klar und auf keiner Seite langweilig darzustellen. Das Tempo ist rasant, die einzelnen Szenen fulminant geschildert. Die Charaktere, sowie die unterschiedlichen Orte haben vor meinem inneren Auge sofort Gestalt angenommen. Die Autorin hat sich damit ganz oben auf die Liste meiner Lieblingsschriftsteller geschrieben!

23.05.2012 17:07:45
Murmel81

Ich habe dieses Buch gekauft und gelesen, da ich sehr von dem Thema angetan war, nur leider was es überhaupt nicht mein Fall. Ich habe mich förmlich durch dieses Buch gequält, habe während des Lesens des öftern gemerkt, dass ich mit den Gedanken abschweife und den Absatz noch mal lesen musste. Die Geschichte selber ist gut und wenn Sie anders geschrieben wäre, hätte sie mich bestimmt auch mitgerissen, aber ich werde mit dem Schreibstil leider nicht warm. Mir war das alles zu hölzern, ich konnte mit den Figuren nicht mitfühlen.

23.04.2012 13:55:28
Gundi

Das Buch hat mich begeistert. Zuerst wollte ich es auslassen, weil ich schon so viele Romane über Kreuzzüge gelesen habe. Aber weil mir die anderen Bücher der Autorin sehr gut gefallen haben, hab ichs versucht. Und war von Anfang an völlig weg. Die kurzen Szenen, mit denen die Handlung extrem schnell vorangetrieben wird, haben einen ganz eigenen Reiz. Fast meint man, einen Film zu sehen. Durch die bildhafte Sprache gelingt es der Autorin trotz der Kürze der Szenen, die Üppigkeit und Überladenheit des Hochmittelalters rüberzubringen. An manchen Stllen meint man förmlich, den Schweiß und das Blut riechen zu können. Und dann sind da noch solche Happen wie die Nebenhandlung in Jerusalem, welche Lessings Nathan adaptiert, und die Anwesenheit von Arnfried von Hilgartsberg - dem Dichter des Nibelungenliedes! Ein wirklich wunderbares Buch, das ich jedem empfehlen kann, der Tempo, Action und ein pralles Leseabenteuer zu schätzen weiß!

04.04.2012 15:32:25
Klaus-Dieter

Fand den Roman nur mittelmäßig, alles angerissen, nichts so richtig durcherzählt, keine Orginalität. Kam mir vor, als sie aus vielem rastlos zusammengetragen worden - schade eigentlich, denn dieses Thema in neuem Gewand hätte durchaus etwas hergegeben.
War nicht mein erstre Roman dieser Autorin, aber auch der vorher gelesene hat mich durchaus nicht vom Hocker gerissen - und so wird es wohl mein letzter bleiben.

04.04.2012 12:56:12
L. Grimminger

Einfach nur irre! Ich habe ja schon viele Kreuzzugsromane gelesen, aber der hier ist einfach der Wahnsinn. Der Autorin gelingt es, alle drei Züge (den von Richard Löwenherz, Barbarossa und Philipp von Frankreich) mit dem Zug der Frauen um die berüchtigte Alienor von Aquitanien und den Ereignissen in Jerusalem und vor Akkon zu verknüpfen. Originalzitate von Chronisten (die im Roman als Charaktere vorkommen) ergänzen das Bild und machen das Buch zu einem echten historischen Meisterwerk! Ich bin immer noch ganz begeistert, dass große Geschichte so unglaublich packend und überhaupt nicht langweilig erzählt werden kann. Muss ich definitiv auch den zweiten Teil lesen, der hinten im Buch angekündigt ist!!!