Der Spion von Dunvegan Castle

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2012, Titel: 'Der Spion von Dunvegan Castle', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Politische Ränkespiele und der Aufstand von 1745

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2012

Kurzgefasst:

England 1745. Der ehrgeizige William Augustus, der Lieblingssohn des Königs, übernimmt das Oberkommando der englischen Armee; sein Freund Jan Veenstra, der deutschstämmige Sohn seines Lehrers, wird Hauslehrer beim Laird von Dunvegan auf der Insel Skye in Schottland. Aber er hat einen zusätzlichen Auftrag: Er soll als Agent der Regierung verdächtige Aktivitäten der schottischen Opposition nach London melden. Jan ist froh, den Intrigen am Hof entronnen zu sein. Er ahnt nicht, dass sein Auftrag selbst Teil einer Intrige ist. Der ehrgeizige William Augustus will seinem Bruder die Thronfolge streitig machen. Und dabei stört Jan Veenstra; er weiß zu viel über ihn. Auf Homosexualität steht die Todesstrafe, und das gilt auch für Prinzen. In Schottland scheint Jan zwar vorerst unter Kontrolle, aber noch besser wäre es, wenn er für immer verschwände. Als der Sohn des katholischen Thronanwärters, Charles Edward Stuart, mit nur sieben Getreuen an der schottischen Westküste landet, um das Vereinigte Königreich für seinen Vater zurückzuerobern, und als Jan in das Geschehen eingreift, ergibt sich eine Gelegenheit, das Problem endgültig zu lösen. William Augustus fasst einen teuflischen Plan ...

 

Das Vereinigte Königreich wird von Georg II. regiert, jedoch wird es langsam Zeit, dessen Nachfolge verbindlich zu regeln. Eigentlich ist alles klar, denn sein ältester Sohn Frederick und dessen Söhne stehen in der Rangfolge ganz oben. Allerdings ist Frederick bei der Königsfamilie unten durch, und so erhofft sich der erklärte Lieblingssohn des Königs, William Augustus, dass er einst der neue Thronfolger wird. Hierzu müsste er allerdings Frederick nebst Nachwuchs verschwinden lassen oder auf militärischem Gebiet überzeugen; beispielsweise durch einen glorreichen Sieg gegen Frankreich. Allerdings kursieren Gerüchte, dass Gefahr von ganz anderer Seite lauert. Prinz Charles Edward Stuart, Enkel des abgesetzten Königs James II., will angeblich mit Hilfe der Franzosen die Krone zurückerobern, nachdem seit einiger Zeit die Katholiken von der Thronfolge ausgeschlossen sind.

 

"Zeige deine Dankbarkeit dadurch, dass du dich dem König, deinem Vater, gegenüber gut benimmst. Verdopple deine Anstrengungen, um die Enttäuschungen und den Ärger wettzumachen, den er ständig durch deinen verdorbenen und wertlosen Bruder Frederick erleben muss."

"Das hat sie wirklich gesagt?"

Der Doktor nickte: "Sie sind schon ein fröhliches Völkchen, diese Hannoveraner!"

William Augustus will in Flandern Erfolge feiern und gleichzeitig daheim einige Probleme gelöst wissen. So schickt er den jungen Jan Veenstra, Sohn seines inzwischen verstorbenen Hauslehrers, auf die schottische Insel Skye, um dort die Tochter des Clanchefs Normand MacLeod zu unterrichten. Gleichzeitig soll er als Spion für die Krone herausfinden, wie die politische Lage dort ist, denn etliche Highlander sind alles andere als Freunde der Engländer und sehen vielmehr in Prinz Stuart ihren rechtmäßigen Thronfolger. Allerdings hat die Reise nach Skye noch einen anderen Grund, denn Jan weiß entschieden zu viel über William Augustus, so dass es diesem ganz recht wäre, wenn Jan auf Skye nie ankommen würde. Doch Jan erreicht nicht nur sein Ziel, sondern gerät auch zunehmend zwischen alle Stühle. Zunächst macht das Gerücht die Runde, dass Prinz Stuart mit seinem Gefolge in Schottland gelandet sei, dann fliegt Jans Überwachungsauftrag auf und fortan überschlagen sich die Ereignisse auf allen Ebenen. Ein blutiger Krieg zwischen Rotröcken und Aufständischen droht ...

 

"Sie wird das ganze Dorf zusammenschreien, und sie werden uns aufhängen, ehe noch entschieden ist, ob der Versuch geglückt ist oder nicht."

"Du bist feige!"

"Nein. Ich habe mehr Mut, als du glaubst, aber zwischen Mut und Wahnsinn besteht ein Unterschied."

Der Spion von Dungevan Castle spielt vor dem Hintergrund des Aufstandes von 1745 und beleuchtet dabei immer wieder das Denken und Handeln der beiden Kontrahenten. William Augustus entpuppt sich als skrupelloser Machtmensch, Prinz Stuart als politischer Haudegen, der selbst vor einer großen englischen Übermacht nicht Halt macht. Der eigentliche Protagonist und "Held wider Willen" ist Jan Veenstra, der so manches Abenteuer überstehen muss. Es gilt einigen Attentaten zu entkommen, vereinzelt Herzensangelegenheiten zu sortieren und vor allem zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist. Gerade Letzteres ist die schwierigste Aufgabe.

 

"Aber Schottland ist für die Menschen in London sehr weit weg. Seit der Vereinigung der beiden Königreiche ist der Kontakt zwar enger geworden, und die Lebensbedingungen in den Lowlands haben sich immer mehr den Verhältnissen in England angenähert, aber die Highlands sind den meisten Engländern genauso fremd wie das Innere Afrikas."

Die "Abenteuer" von Jan sind spannend und kurzweilig, bieten aber letztlich eine Mischung, die man aus vergleichbaren Romanen kennt. So erlebt und überlebt der im Kampf (zunächst) gänzlich unerfahrene Held natürlich selbst die aussichtslosesten Situationen. Die politischen Machtspiele (vor allem) im Vorfeld der großen Schlacht, die in ihren Details ebenso brutal wie realistisch dargestellt wird, sofern man ein derartiges Blutbad überhaupt richtig in Worte fassen kann, fließen immer wieder in die Handlung ein.

Zahlreiche Rückblenden auf historische Ereignisse machen den Roman vor allem für Leserinnen und Leser, die sich für englische beziehungsweise schottische Geschichte interessieren, empfehlenswert. Insgesamt eine kurzweilige, spannende, nicht immer leichte Kost mit zwei immer wiederkehrenden Fragen: Wer steht eigentlich auf wessen Seite und für welche vermeintlich hehren Ziele wird gekämpft?

Der Spion von Dunvegan Castle

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