Die Braut des Silberfinders

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2012, Titel: 'Die Braut des Silberfinders', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Solide Fortsetzung mit Humor und Ironie

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mär 2012

Kurzgefasst:

Unweit von Hildesheim, im Jahr 1234. Auf ihrer Reise nach Cölln machen der Araber Osman und sein Freund Robert der Schmale in einem Gasthof halt. Hier treffen sie auf Adara, eine rothaarige Schönheit. Robert ist sofort von ihr verzaubert, und es kommt zu einer Liebesnacht mit weitreichenden Folgen: Am nächsten Morgen fehlt nicht nur von Adara jede Spur, sondern auch vom Geld der beiden Freunde. Völlig mittellos beschließen Robert und Osman, der Diebin zu folgen. Die Spur führt in die Kaiserpfalzstadt Goslar und tief hinab in die Silbermine...

 

Im Jahr 1234 sind der Araber Osman und Robert der Schmale auf dem Weg von Hildesheim Richtung Cölln. Als sie in einem Gasthof Rast machen, macht Robert Bekanntschaft mit der schönen rothaarigen Anna und verbringt die Nacht mit ihr. Am nächsten Morgen fehlen sowohl sein Geld als auch sein Pferd, und voller Scham und Rachedurst machen sich Osman und Robert auf den Weg, die Diebin einzufangen.

Die Spur führt die beiden schnell zurück nach Hildesheim und weiter nach Goslar, wo sieznächst Geld brauchen, um ihren Unterhalt verdienen zu können. So arbeiten sie in einer Silbermine, wo sie den jungen Prospektor Leonhardt kennen lernen, der der Neffe des Grubeneigners ist und die beiden mit auf eine Inspektion ins Bergwerk nimmt.

Nach der gefahrvollen, überstandenen Inspektion haben sich die drei angefreundet, doch es stellt sich heraus, dass die gesuchte rothaarige Frau Leonhardts Frau ist. Die Wut ist groß, doch als Leonhardt aus unbekannten Gründen verhaftet und eingekerkert wird, sind Osman, Robert und die junge Frau gezwungen, zusammen zu arbeiten und denjenigen zu finden, der Leonhardt unberechtigt an den Pranger gebracht hat. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Hinrichtungstermin ist bereits festgesetzt.

Temporeicher Beginn

Peter Herelds Roman Die Braut des Silberfinders setzt direkt nach den Geschehnissen des Vorgänger Das Geheimnis des Goldmachers ein, allerdings braucht man diesen Roman nicht gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen. Alles nötige wird wiederholt oder kurz angerissen. Da sich die beiden Protagonisten in Hildesheim bei der Bevölkerung beliebt gemacht haben, sind sie dort auch jedem bekannt. Nachdem Robert ausgeraubt wurde, führt die Spur zunächst nach Hildesheim, wo man die Stadtwache zur Verfügung hat, die Erkundigungen einziehen und die beiden Helden Richtung Goslar führen.

Dort verdingen sie sich in einem Bergwerk, und hier beschreibt Hereld eindrucksvoll die Begebenheiten, wie man im 13. Jahrhundert in Bergwerken arbeitete. Es war eine Schinderei, es gab Probleme mit dem Grundwasser, und gerade die Methode zur Entwässerung bildet einen zentralen Punkt in der Geschichte. Gerne hätte man noch mehr über Gesteine und deren Abbau erfahren, aber das wäre nur Beiwerk geworden, da es für die Handlung nicht relevant ist. Trotzdem schade, hier wäre mehr tatsächlich mehr gewesen.

Viele Wiederholungen

Als sich die Ereignisse überschlagen und man den jungen Leonhardt vor der sicheren Hinrichtung retten muss, beweisen Osman und vor allem Robert mit seiner hünenhaften Statur und seinen Muskeln, dass sie nicht auf den Kopf gefallen sind und nehmen den Wettlauf gegen die Zeit an. Allerdings betont der Autor einmal zu oft, dass Robert mehr Muskeln hat und Osman vielleicht mehr Hirn, denn die x-te Wiederholung ermüdet den Leser doch sehr.

Hereld hat eine flotte Schreibe, und so manches Mal wähnt man sich mit der Ausdrucksweise oder manchen Sprüchen nicht im 13. Jahrhundert, sondern eher im 21., dennoch kommt dies dem Tempo des Romans zugute und pflegt somit auch einen gewissen ironischen Ton, vor allem von Osman und Robert untereinander. Die Wortgefechte zwischen den beiden sorgen immer wieder für Amüsement, und so sind sie das Salz in der Suppe.

Leonhardt und seine Frau, die eigentlich Adara heisst und nicht Anna, sind ein junges Paar, das eigentlich sympathisch daherkommt. Leonhardt lernt man bei der Inspektion im Bergwerk kennen, wo er Sachverstand an den Tag legt (vielleicht etwas zu viel für einen jungen Mann seines Alters), der aber gleichzeitig die drei in Gefahr bringt, da sie es durch ihn nicht schaffen, rechtzeitig vor der nächsten Sprengung das Bergwerk zu verlassen. Zudem ist er der Erbe des Inhabers, und es gibt derzeit drei Besitzer und da ist die Gier der drei untereinander nach mehr Anteilen verständlich. Als Erbe gerät er daher in grosse Gefahr, nur wer hat ihn verhaften lassen?

Viele Verdächtige

Adara ist die schon fast klischeehafte, gutaussehende Rothaarige, die als größtes Talent "Männer verführen" vorweisen kann. Warum sie Robert das Geld und das Pferd gestohlen hat, bleibt letztlich ungeklärt, doch zeigt sie einiges an Engagement, um ihren Mann mit Hilfe von Osman und Robert zu befreien. Verdächtige gibt es genügend, und immerhin dauert es recht lange, bis die richtige Fährte aufgenommen wird.

Mit Die Braut des Silberfinders hat sich Peter Hereld gegenüber seinem Vorgänger deutlich gesteigert, was das Tempo angeht, und auch die Sprache ist einheitlicher geworden. Allerdings muss man am Lektorat bemängeln, dass streckenweise "ihn" und "ihm" verwechselt wird, was den Lesefluss doch beträchtlich stört und daher ein vermeidbarer Kritikpunkt ist. Der Roman lässt sich flott lesen und lässt den Leser gespannt auf einen eventuellen nächsten Teil warten, denn Cölln ist noch lange nicht erreicht und der Weg dorthin kann immer wieder durch Verzögerungen unterbrochen werden. Insgesamt ein unterhaltsamer, solider Roman, der außer einem passenden Lesezeichen, das beim Gmeiner-Verlag zu historischen Romanen standardmäßig dazugehört, keine Extras aufweist.

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