Goldener Bambus

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Krüger, 2011, Titel: 'Pearl of China', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Romanbiografie einer außergewöhnlichen Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin

Buch-Rezension von Daniela Loisl Feb 2012

Kurzgefasst:

Ende des 19. Jahrhunderts begegnen sich in der südchinesischen Kleinstadt Chinkiang zwei Mädchen und werden Freundinnen: Weide, einziges Kind einer bettelarmen Familie, und Pearl, Tochter eines amerikanischen christlichen Missionars. Sie teilen Hoffnungen und Träume, werden erwachsen, machen ihre Erfahrungen mit Liebe und Freundschaften. In der Zeit der großen Umwälzungen in China werden Fremde jedoch immer mehr bedroht, und Pearl muss schließlich nach Amerika fliehen. Weide steht zu ihrer Freundin im Exil, auch wenn unter Maos Regime die Gefahr für das eigene Leben durch "imperialistische" Bindungen wächst. Pearl und Weide leben nun in getrennten Welten, aber ihre Schicksale bleiben verbunden.

 

China, Ende des 19. Jahrhunderts. Pearl ist die Tochter eines amerikanisch christlichen Missionars, für den seine Tätigkeit und nicht seine Familie an erster Stelle steht. Pearl liebt China über alles, verdeckt sogar ihr helles Haar und wünschte sich schwarzes, nur um als echte Chinesin durchzugehen. Als sie Weidet, die aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammt, kennen lernt, werden die beiden schnell dicke Freundinnen. Im jungen Erwachsenenalter werden die beiden aber gezwungen sich zu trennen, da sich auch die politische Situation ändert und Ausländer in China immer mehr bedroht werden. Pearl geht zurück nach Amerika, kann aber China nicht vergessen.

 

Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große vergeblich warten. (Pearl S. Buck)

Anchee Min lässt die fiktive Figur Weidet erzählen und diese berichtet ausführlich über die Kindheitstage, die sie und Pearl gemeinsam verbrachten, die ersten "Gehversuche" Pearls im Schreiben, die erste Liebe und den politischen Umbruch Chinas.

Die gehobene Sprache und der niveauvolle Erzählstil vermitteln das Außergewöhnliche zwischen der Beziehung von Weidet und Pearl. Einfühlsam wird veranschaulicht, wie sehr Pearl darunter leidet, nicht nur ihre Freundin, sondern auch ihre "Heimat" China zu verlassen. Obwohl nun in Amerika, schafft Pearl es nicht, China gänzlich loszulassen, was man später auch in zahlreichen ihrer Bücher nachlesen kann.

Obwohl - oder gerade deshalb - Weidet eine erfundene Figur ist, vermittelt Anchee Min durch sie das Leben von Pearl Sydenbast Buck auf immens plastische Weise und wüsste man nicht, dass es Weidet nie gegeben hat, so bestünde nicht der geringste Zweifel an ihrer Existenz, so greifbar, real und dreidimensional lässt die Autorin sie von Pearls Leben erzählen. Mit Weidet erlebt man hautnah mit, was in China Mitte des 20. Jahrhunderts geschieht, was die Bauern erdulden müssen und wie schnell man seinen Kopf verlieren kann, sagt man auch nur ein falsches Wort.

Chinas Kulturrevolution: Maos Werk - Pearls Bücher

Pearls Leben steht stets im Focus und wenn auch nicht immer direkt, so jedoch auf jeden Fall durch die Darstellung dessen für bzw. gegen das sie mit der Feder kämpft. Unabänderlich mit Pearls Namen verknüpft ist das rücksichtlose Durchsetzen des Kommunismus in China und ihre Berichten darüber in Form ihrer Werke wie Die rote Erde. In China werden Pearls Bücher verboten und Anchee Min vermittelt sehr glaubhaft, welchen Stellenwert Pearl als Schriftstellerin für Mao Zedong hatte. Einen so hohen, dass er mit allen Mitteln versuchte, sie auf seine Seite zu bekommen.

Weidet lässt die Autorin eine Gehirnwäsche durch ihren Freund Dick, einen überzeugten Kommunisten, erleben und dadurch, dass Min Weidet darüber an Pearl auch Briefe schreiben und darüber z. B. über Karl Marx diskutieren lässt, klärt sie den Leser so auf sehr subtile Weise über den Kommunismus Chinas und seine weitreichenden grausamen Folgen auf, ohne oberlehrerhaft zu wirken.

Goldener Bambus ist alles andere als ein oberflächlicher, leichter historischer Roman für zwischendurch. Das Buch ist sowohl eine sprachliche als auch erzählerische Perle und vermittelt gleichzeitig zum Leben einer außergewöhnlichen Autorin und das unerbittliche und nicht müde werdenden Aufzeigen von Unrecht durch ihre Werke, auch ein großes Stück chinesischer Geschichte.

Dieses Buch ist eine Hommage an Pearl S. Buck und man kann nicht nur Achee Min zu dieser feinfühligen und tiefgründigen Erzählung gratulieren, sondern auch jedem Leser, dem dieses Buch in die Hände fällt.

Goldener Bambus

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