Das brennende Meer

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Oktober, 2006, Titel: 'Det brinnande havet', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Tiefgründige Erzählung aus dem Norden

Buch-Rezension von Daniela Loisl Feb 2012

Kurzgefasst:

Die Küste Roslagens/ Schweden zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die junge Magd Johanna ist ein fleißiges und kluges Mädchen, das im Alter von 14 Jahren ihr Zuhause verlässt, um in der Postmeisterei von Grisslehamn als Magd zu arbeiten. In einer elenden Hütte in Byholma lässt sie ihre alleinstehende Mutter, ihren kleinen Bruder und zwei dem Alkohol verfallene Onkels zurück. Der Dienst in der Küche des Posthauses bringt Johanna eine Welt nahe, die weniger von Armut geprägt ist. Neue Möglichkeiten eröffnen sich für das Mädchen, neue Freundschaften und auch eine erste Liebesbeziehung. Kristoffer ist ein junger Soldat, der in Grisslehamn stationiert ist, ihre gemeinsame Zeit jedoch ist kurz. Draußen in der Welt herrscht Napoleon und Kristoffer muss gegen die Russen auf der anderen Seite des Åländischen Meeres kämpfen. Johanna lernt die Kunst der Telegraphie, sie und Kristoffer entwickeln eine geheime Sprache, mit der sie sich über das Meer hinweg verständigen können.

 

Dieses Buch ist der erste Band von vieren, einer Familienchronik aus dem hohen Norden.

Johanna Nygren lebt mit ihren Eltern, den Geschwistern, der Großmutter und Onkeln am Hof Nygarden. Als ihr Vater mit drei anderen mit dem Postboot unterwegs ist, kommen alle bei einem Sturm ums Leben. Johanna, die ihren Vater über alles liebt, will seinen Tod nicht wahrhaben, denn sie ist als einzige überzeugt, dass er wiederkommt. Im Alter von knapp 14 Jahren bekommt sie die Möglichkeit, im Posthaus als Magd Anstellung zu finden und nimmt diese gerne wahr. So lernt sie durch Zufall die Kunst der Telegrafie und trifft auf den Feldwebel und Signalist Kristoffer Lundberg, mit dem sie sich gut versteht.

Brillanter Auftakt

Wer gerne Bücher aus Skandinavien liest, weiß um die Besonderheiten dieser Bücher. Diese liegen meist darin, dass sowohl Sprache als auch Erzählstil satter, ruhiger, meist auch von gehobenem Niveau sind. Diese Annahme trifft bei diesem Buch vollends zu. Wer ein ereignisreiches und spannungsgeladenes Buch sucht, ist gut beraten, von diesem die Finger zu lassen.

Das brennende Meer, der Auftakt einer vierbändigen Reihe, ist die Geschichte der jungen Johanna, einem eher stillen jungen Mädchen, das sich nicht nur in einer harten Zeit und einem ebenso harten Leben ihren Platz erkämpft.

Es ist eine karge und stille Gegend in der das junge Mädchen und ihre Familie leben und nur die Durchreisenden, die im Posthaus übernachten, bringen etwas Abwechslung in das Dorfleben. Eriksson zeichnet ohne unnötige Ausschweifungen, beinahe schon eher nüchtern anmutend, den anstrengenden Alltag Johannas: Ihre Gespräche mit den anderen Mägden, ihre stille und ehrfürchtige Haltung, wenn sie auf den Postmeister trifft, aber auch ihre Gedankengänge rund um die Geschehnisse mit dem Postboot, mit dem ihr Vater und drei andere Männer umgekommen sind. Johannas Festhalten an der Überzeugung, dass ihr Vater sich bestimmt retten konnte, ist ebenso bezeichnend wie die scheue Zurückhaltung gegenüber Kristoffer, den Feldwebel und Signalist, in den sie sich verliebt.

Bedrückende Atmosphäre mit hellen Lichtstrahlen zwischendurch

Der Autor stellt auf sehr eindringliche Weise dar, was es heißt, wenn eine Familie wie die Nygrens den Ernährer verliert. Eriksson beschreibt nicht Situationen, sondern macht sie durch die Gedanken und Handlungen seiner Figuren sichtbar, macht den Leser zum stillen Wegbegleiter, lässt ihn beobachten und ihn selbst seine Schlüsse ziehen. Immer wieder wird die Szenerie mit scheinbaren Kleinigkeiten belebt, wie die Ankunft Edelcrantz´, den Konstrukteur der Telegraphenstation, im Posthaus. Durch eine kleine Wette, in dem Johanna an einem Nachmittag die verschiedenen Signale und die Handhabung des Telegrafen erlernt, bekommt auch der Leser Einblick in die Materie.

Erikssons Figuren sind Menschen des ganz normalen Lebens; weder von grandioser Schönheit, noch von großem Heldentum. Johannas Leben ist alltäglich zu jener Zeit und von harter Arbeit geprägt. Tempo in die Erzählung bringen stets unerwartete Ereignisse, wie der rohe Umgang von Johannas Onkel mit ihrem kleinen Bruder Lars, der daraufhin beschließt, kein Wort mehr zu sprechen, oder ihre Gespräche mit Kristoffer, von dem sie sich verstanden fühlt und mit dem sie bald eine ganz zarte Liebe verbindet.

So könnte sich das Leben Johannas ähnlich entwickeln wie das ihrer Mutter, denn auch ein Nachbarssohn wirbt um sie. Bevor jedoch Johanna selbst weiß, wie ihre Zukunft aussehen soll, bricht der Napoleonische Krieg aus, in dem auch Kristoffer seine Pflicht tun muss. Auch bei diesen Ereignissen hat der Autor Johannas Wissen um die Signale eingesetzt, erlaubt jedoch ab diesen Zeitpunkt auch ab und an einen Wechsel zu Kristoffer, um seine Erlebnisse hautnah mitzuerleben.

Ein stilles, einfühlsames Buch, das von der Erzählung her wunderbar aufgebaut ist. Die Figuren entwickeln sich und man begleitet sie dabei. Ein tiefsinniges und schönes Buch, das nachhaltig in Erinnerung bleibt. Man darf hoffen, dass die Folgebände auf ähnlichem Niveau sind.

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