Die Heilerin des Sultans

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • , 2012, Titel: 'Die Heilerin des Sultans', Originalausgabe

Couch-Wertung:

84

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
2 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:87.5
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":1,"88":1,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Daniela Loisl
 Rundum gelungener dritter Teil der Katzenstein-Saga

Buch-Rezension von Daniela Loisl Jan 2012

Ulm um 1400. Der 15jährige Falk von Katzenstein hat seine Eltern bei einem Brand verloren und kehrt zurück nach Ulm. Durch einen – scheinbaren - Zufall trifft er auf einen älteren Ritter, der sich als sein Onkel Otto von Katzenstein entpuppt. Falk, der auch die Pferdezucht seines Vaters geerbt hat, wird von seinem Onkel überredet, mit ihm in den Orient zu reisen, um feurige und elegante Pferde für seine Zucht zu erstehen. Lutz, schon engster Vertrauter und Verwalter des Besitzes seines Vaters, und auch Falk innig zugetan, warnt diesen eindringlich vor dieser Reise, traut er Otto doch nicht über dem Weg. Der Jungspund jedoch schlägt alle Warnungen in den Wind und bricht mit seinem Onkel auf in die Ferne, nicht ahnend, welch schwere Prüfung in erwarten wird – und zu welch überschwänglichen Gefühlen er fähig ist, als er der Osmanin Sapphira begegnet…

Bildreich dargestellte Schauplätze

Dass Silvia Stolzenburg mittlerweile Erfahrung im Schreiben gesammelt hat, ist bei diesem Buch von Beginn an spürbar. Kam der zweite Band doch eher flach und vor allem sehr klischeehaft daher, bekommt der Leser mit dem letzten Teil der Trilogie zwar vorhersehbare, aber dennoch spannende und kurzweilige Unterhaltung geboten.  

Der Leser ahnt schnell, dass die Reise für den Protagonisten nicht gut verlaufen wird, aber durch Detailreichtum der einzelnen Stationen bis zum Ziel Venedig, kommen nie Längen auf. Glaubwürdig, bunt und facettenreich erzählt Stolzenburg, wie die beiden so unterschiedlichen Verwandten von Ulm nach Venedig reisen und unterwegs auch so einige Abenteuer zu bestehen haben.

In einem zweiten Erzählstrang, der in der heutigen Türkei spielt, bekommt man Einblick in das Leben der jungen Sapphira, die ausgewählt wird, ihr Leben im Harem des Sultans zu verbringen. Sapphira wird als Heilerin ausgebildet und bekommt so auch die grausamen Schattenseiten zu sehen, wenn der Sultan seine Soldaten in den Krieg schickt oder diese für ein scheinbar geringes Vergehen bestrafen lässt. Auch die Intrigen am Hof, speziell unter den Frauen, die um die Gunst des Sultans buhlen, verfolgt man mit Spannung.

Hier werden interessante Einblicke in die ganz eigene Welt eines riesigen Palastes gewährt, die eine sehr konträre, aber auch willkommene Abwechslung zu Falks Erlebnissen bildet. Auch stellen sich die Erlebnisse Sapphiras viel innovativer dar als die Falks, da man bei ihm stets ahnt, worauf alles hinausläuft.

So ergänzen sich die beiden Erzählstränge wunderbar, bieten Abwechslung und halten den Spannungsbogen straff.

Kein Vertrauen in den Leser?

Warum die Autorin die damalige Bezeichnung Osmanen gegen Türken ausgetauscht hat, lässt sich nicht schlüssig nachvollziehen. Es drängt sich die Frage auf, ob die Autorin ihren Leser nicht zutraut, zeitlich richtige Bezeichnungen auch einzuordnen. Dies ist mitunter, wie auch ihre Vorliebe Historisches, wie den Bau des Ulmer Doms zeitlich einfach zu verschieben, obwohl es für den Leser keine wirkliche Erklärung dafür gibt, ein Wermutstropfen in Stolzenburgs Büchern. Dass ein Autor historischer Romane natürlich das Recht hat, sich gewisse "Freiheiten" zu nehmen, gewisse Dinge so anzupassen, dass dies für seine Geschichte passt, ist verständlich. Wenn sich aber kein notwendiger Grund dafür entdecken lässt, empfindet man dies doch eher als störend.

Gefühlvoll, aber nicht kitschig

Dass sich Falk und Sapphira kennen und lieben lernen, liegt auf der Hand. Diese Episode hat Stolzenburg mit sehr viel Feingefühl und somit auch nachvollziehbar dargestellt. Die Begegnung der beiden verläuft weder plump noch aufgesetzt. Atmosphärisch dicht und innig, stellt sie die wachsende Beziehung zwischen den beiden jungen Leuten dar und man hofft und bangt mit ihnen, ob sie einen gemeinsamen Weg für die Zukunft finden können.

Der flüssig und spannend geschriebene Roman bietet ohne Zweifel kurzweilige und vergnügliche Stunden. So viel Liebe zum Detail Stolzenburg bei der Reise Falks in den Orient aufgewendet hat, so abrupt jedoch setzt sie letztendlich aber den Schluss der Geschichte. Diesen empfindet man im Gegensatz zu der so schön ausgeschmückten, umfangreichen und auch nuancierten Erzählung einfach als überhastet und hat auch das Gefühl, um einige schöne Episoden betrogen worden zu sein.

Dennoch ist dieser dritte Band ein  schöner und lesenswerter Abschluss dieser Trilogie. Wer vergnügliche und stimmungsvolle Ablenkung sucht, wird mit diesem Buch genau das richtige finden.

Die Heilerin des Sultans

Die Heilerin des Sultans

Deine Meinung zu »Die Heilerin des Sultans«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
02.05.2013 16:20:54
mabuerele

Wir schreiben das Jahr 1399. Nach dem Tode der Eltern hat Falk von Katzenstein in Ulm die Pferdezucht seines Vaters weitergeführt. Seine Ausbildung zum Baumeister musste er abbrechen. Auf dem Pferdemarkt spricht ihn ein fremder Herr an und stellt sich als sein Onkel Otto von Katzenberg vor. Falk lädt ihn in sein Haus ein. Lutz, Falks Verwalter und einstiger Freund seiner Eltern, ist misstrauisch, als Otto dem Jungen anbietet, ihn auf eine Reise zum Erwerb arabischer Pferde mitzunehmen. Doch das Fernweh in Falk siegt.
In Bursa steht die dreizehnjährige Sapphira vor ihren großen Tag. Der Hakim, bei dem sie bisher diente, hat sie an den Sultan vermittelt. Heute soll sie in den Harem aufgenommen und dem Sultan vorgestellt werden. Erstaunt stellt sie allerdings fest, dass zwei weitere Mädchen auf diese Ehre warten. Da der Sultan sie nicht erwählt, wird sie als Gehilfin zur Ärztin geschickt.
Mit diesen zwei Handlungssträngen beginnt der historische Roman. Sehr anschaulich wird Falks Reise nach Venedig geschildert. Dort setzt der Onkel seinen fiesen Plan in die Tat um.
Im zweiten Handlungsstrang lerne ich die Welt des Orients kennen. Es ist eine Welt vielfältiger Düfte und Farben. Doch der Harem, Traum manches jungen Mädchens, hat seine Schattenseiten. Sie heißen Neid und Missgunst. Der Favoritin des Sultans im Wege zu stehen, ist lebensgefährlich.
Der Roman zeichnet sich durch seine exakte historische Recherche aus. Das zeigt sich in der Beschreibung der Gesetze des Harems, aber auch in der Darlegung der politischen Verhältnisse. Der Sultan ignorierte die Mahnung seines Wesirs und ließ sich auf einen Zweifrontenkrieg ein. Obwohl er Konstantinopel noch nicht erobert hatte, provozierte er den Tatarenfürst Timur. Die Härte der Kämpfe, die Rekrutierung der Janitscharen und ihre teilweise brutale Ausbildung wird deutlich dargestellt.
Durch Sapphira werde ich mit der Medizin des Orients vertraut gemacht. Es ist erstaunlich, dass manche der alten Methoden heute wieder an Bedeutung gewinnen.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir. Orte und Personen werden ausführlich dargestellt, so dass im Kopf ein Bild entsteht. Geschickt gelingt es ihr, die beiden Handlungsstränge zusammenführen. Rückblenden nach Ulm und auf Burg Katzenstein lassen mich wissen, was sich während Falks Reise in seiner Heimat zusammenbraut.
Der Roman ist spannend geschrieben und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss gehalten. Dafür sorgte nicht nur der häufige Wechsel der Handlungsorte, sondern auch die vielfältigen Intrigen in Bursa, Venedig und Ulm.
Das Cover passt zum Inhalt. Der in ein Spruchband gesetzte Name der Autorin mit verschnörkelten Anfangsbuchstaben hebt es von anderen Covers des Genres ab.
Positiv sind außerdem die kurze historische Einführung der Autorin im Vorwort, der Vergleich von Fakten und Fiktion im Nachwort und die Bibliographie hervorzuheben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

30.01.2012 09:00:55
JoHi

Es erscheint dem 15-jährigen Falk von Katzenstein beinahe wie ein Geschenk des Himmels, als unvermutet sein Onkel Otto von Katzenstein in sein Leben tritt. Dieser - verarmt und verbittert - überredet den jungen Mann zu einer Reise in den Orient, bei der beide Araberhengste für die Pferdezucht erwerben wollen. Otto schlauerweise mit einem Kredit seines Neffen Falk.....

Was Falk nicht weiß ist, dass Otto noch ganz andere Pläne hat. Dieser will nämlich den Besitz des unehelichen Neffen für sich beanspruchen und schmiedet daher einen raffinierten Plan.

Verraten und an Piraten verkauft, landet Falk nach vielen Abenteuern schließlich am Hof des Sultans Bayezid Yilderim, dem er forthin als Militärsklave dienen muss. Während sein Wille gebrochen und alle Hoffnung auf eine Heimkehr zertrampelt wird, trifft er auf die schöne Heilerin Sapphira. Nach anfänglichem Zögern erwidert die junge Frau Falks Gefühle, und die beiden beginnen, Pläne für eine Flucht zu schmieden. Doch da greift der tatarische Khan Timur Lenk den Sultan an und Falk muss mit diesem in die Schlacht ziehen.

Wie die beiden Vorgängerromane (die man übrigens nicht kennen muss, um das Buch zu verstehen), hat mich auch dieser Roman vollkommen in seinen Bann geschlagen. Silvia Stolzenburg hat sich mit ihren Geschichten in mein Herz geschrieben. Ihre große Gabe ist es, Atmosphäre zu schaffen und den Leser in ihre Geschichten zu ziehen, so dass man sich beinahe fühlt wie in einem Zeitstrudel. Besonders beeindruckt war ich dieses Mal von der ausführlichen Recherche und den wirklich spannenden Erklärungen im Nachwort. Wow, kann ich da nur sagen!

Leider war auch dieses Buch viel zu schnell zu Ende. Aber im März kommt ja bereits der nächste Roman ;-))