Die Buchmalerin

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Grafit, 2005, Titel: 'Die Buchmalerin', Originalausgabe

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Eva Bergschneider
Ein spannender, atmosphärischer Mittelalter-Krimi mit einer couragierten Heldin

Buch-Rezension von Eva Bergschneider Jul 2006

Nach ihrem viel beachtetem Debüt-Krimi Der Heilige in Deiner Mitte stellt Beate Sauer mit Die Buchmalerin erstmals einen historischen Kriminalroman vor, der ebenso wie der Vorgänger im kirchlichen Umfeld spielt. Das ist für Beate Sauer vertrautes Terrain, sie studierte Philosophie und katholische Theologie in Würzburg und konnte so vieles aus ihrem Studium mit in diesen Roman einbringen.

Als Leser fragt man sich nun, ob sich dieser Roman wie ein religionswissenschaftlich-historisches Fachbuch lesen würde oder ob man sich auf einen richtig spannenden Krimi mit interessanten Charakteren von hohem Unterhaltungswert freuen kann.

Ein machthungriger Kardinal, eine verängstigte junge Frau und ein kaltblütiger Mord

Die junge Buchmalerin Donata befindet sich bereits seit vier Jahren auf der Flucht, als sie an einem bitterkaltem Wintertag Schutz in einer Ruine sucht und schließlich Zeugin eines Mordes wird. Der mächtige Kirchenfürst, Kardinal Enzio von Trient, ersticht den Inquisitor Gisbert. Für die ohnehin schon vor der Inquisition fliehenden Donata beginnt nun eine unerbittliche Jagd, denn dem Diener des Kardinals ist nicht verborgen geblieben, dass es einen unbekannten Zeugen für den Mord gegeben hat. Völlig verängstigt versucht sich Donata als Junge verkleidet nach Köln durchzuschlagen und findet in einem Kloster eine Anstellung als Schreiber. Zunftgenossen neiden ihr die Anstellung und zünden die Scheune an, in der Donata schläft. Es gelingt ihr zwar zu fliehen, doch sie wird als Frau enttarnt und gilt nun als Zauberin, die durch Magie das Feuer entfacht hat. In dieser Nacht kommt ihr der Kurier Kaiser Friedrichs des II, Roger zur Hilfe, der sich fortan mehr und mehr zu der jungen Buchmalerin hingezogen fühlt. Mit letzter Kraft in Köln angekommen, wird Donata von den Beginen, einer freien Ordensgemeinschaft, aufgenommen und gesund gepflegt. Doch Enzio von Trient hat das gleiche Reiseziel, denn sein Ränkespiel um Intrigen zwischen päpstlicher und kaiserlicher Macht führt ihn zum Kölner Erzbischof Müllenark. Dieser leicht beeinflussbare, genusssüchtige Kirchenfürst soll dem Kardinal helfen, den deutschen König Heinrich als Verbündeten im Kampf gegen den Papst und Kaiser Friedrich II, zu gewinnen.

Flucht, Farben und Verrat

Donata und mit ihr die bis dahin friedlich in Köln lebenden Beginen geraten ins Visier des Kardinals und werden nun unnachgiebig verfolgt. Donata schafft es um Haaresbreite, zu den Benediktinerinnen zu flüchten, sie findet dort eine weitere Vertraute in der Äbtissin, die ein offenes Ohr für ihre Sehnsucht nach Farben und lebendiger Kunst hat. Bald muss sie sich wieder auf den Weg machen und begegnet dem kaiserlichen Kurier Roger erneut, der schließlich mit ihr gemeinsam vor den Häschern des Kardinals flieht. Donatas schwieriges Verhältnis zu dem geheimnisvollen Mann, verändert sich allmählich. Mit Rogers Hilfe findet sie wieder Zugang zu ihren künstlerischen Fähigkeiten.

Der Friede ist nur von kurzer Dauer. Vor Donata liegt eine schwierige Entscheidung. Sie kann nicht zulassen, dass Menschen, denen sie vertrauen konnte, unschuldig leiden. Wie kann sie die Wahrheit offenbaren, obwohl sie als Ketzerin gilt? Was für Konsequenzen wird diese Enthüllung von Mord und Verrat für sie und ihre Fürsprecher haben?

Eine spannende Geschichte und lebendige Charaktere in einem historischen Kontext

Donatas Geschichte war für mich atemlos spannend zu lesen, sie ist ständig auf der Flucht und entkommt oft nur in letzter Sekunde ihren Verfolgern. Mancher Leser mag das vielleicht als unrealistisch und übertrieben empfinden, ich habe die Dramatik genossen, mit Donata gezittert und mich mit keiner der 537 Seiten dieses Romans gelangweilt. Donatas Flucht führt schließlich an das Ende, das der Leser erwartet hat, aber die Handlung der Geschichte ist abwechslungsreich und voller überraschender Wendungen. Die Charaktere sind besonders lebendig geschildert, da sie durch ihre Ecken und Kanten viel Profiltiefe aufweisen. Einige Charaktere werden erst als mysteriös und geheimnisvoll beschrieben und offenbaren schließlich ihre ganz besondere Persönlichkeit. Die Hauptfigur Donata ist zunächst nur verschreckt und verzweifelt dargestellt, doch dann entwickelt sie sich zu einer klugen, couragierten und sensiblen jungen Frau. Beate Sauer hat mit Donata eine nicht auf Anhieb sympathische, aber umso interessantere Heldin geschaffen, die einige Überraschungen zu bieten hat.

Die Einbindung der Handlung in die Historie des Mittelalters ist besonders gelungen. Einige Details mögen dem Historiker nicht exakt genug getroffen sein, für mich ist dennoch die mittelalterliche Atmosphäre, das Düstere und Mystische dieser Zeit absolut glaubwürdig eingefangen und wunderbar beschrieben. Handlungsort ist überwiegend das mittelalterliche Köln, aber auch Trier und die Eifel, dadurch wirkt die geschilderte Umgebung sehr facettenreich.

Beate Sauers Schreibstil trifft auf unaufdringliche Weise immer genau den richtigen Ton. Dramatische Szenen sind hektisch beschrieben, Landschaft und Kunst ist dagegen malerisch und poetisch in Worte gefasst. Der Roman ist trotz der Länge schnell und flüssig zu lesen.

Eine Lovestory tut nicht jedem Roman gut

Was mich nicht ganz überzeugte, war die Liebesgeschichte, die etwas halbherzig in die Handlung eingebaut ist und nicht richtig zu dem sonst so dramatischen Geschehen passt. Der Schluss fällt zudem für meinen Geschmack etwas sehr "fantastisch" aus, eine düstere Prophezeiung bewahrheitet sich, das Ende der Geschichte hat etwas sehr viel Mittelalter-Klischee.

Ein Mittelalter-Krimi, wie er sein soll: atmosphärisch, spannend und mit faszinierenden Charakteren.

Die Buchmalerin

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Letzte Kommentare:
31.01.2015 09:44:26
histo_freak

Das mit dem Rauchen stimmt und ist klar ein Kriterium gegen das Buch. Ob nun ein Wort damals schon gebräuchlich war, ist mir egal, schließlich ist es eine Nacherzählung der Geschichte von damals. Und wie die damals gesprochen haben kann man eh nicht genau wissen. Diese häufige Kritik bei historischen Romann ist mir egal.

Aber:
Tabak-Rauchende im Deuschen Reich im 13. Jahrhundert dass geht nun mal gar nicht. Da könnten die auch gleich mit Autos rumfahren. In Deutschland wurde laut Wikipedia das Rauchen erst nach dem 30jährigen Krieg populär:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Tabakkonsums

Für mich soll ein guter historischer Roman auch ein Stück Geschichtsunterricht sein. Daher fällt die Autorin bei mir jetzt raus und wird nicht gelesen.

08.02.2013 21:11:59
Donata

Die Handlung in der Geschichte - sie ist wirklich spannend, lässt Fragen und Phantasien für deren Verlauf offen. Aber - leider ein grosses ABER. War da ein Lektorat an der Arbeit? Wenn - ich hab sie nicht gezählt - und sage jetzt einmal - mehr als hundert Sätze mit "als er..." "indem sie" .... währenddem... " und danach immer noch der Blick zum Himmel - beginnen.
Diese Satzwendungen haben mich bis auf's Äusserste gelangweilt - nicht selten auch musste ich mich gegen eine kleine Aggression wehren um dennoch weiter zu lesen.

14.08.2009 03:06:21
Dr. Udo Pacholik

Sehr geehrte Damen und Herren, ich lese gerade den Roman "Die Buchmalerin" in der gekürzten Ausgabe von Readers Digest aus der Serie "Bibliothek der großen historischen Romane", Verlag Das Beste GmbH 2009. Auf der Seite 68 dieser Ausgabe findet sich der Satz "Einen der Männer zu fragen, die Pfeife rauchten und vor dem mit Fellen bedeckten Zelt saßen, wagte sie nicht."
Meine Frage an die akademisch gebildete Autorin lautet: Was rauchten diese Männer im 13. Jahrhundert ? Soweit mir mit meiner bescheidenen Bildung bekannt ist, wurde das Rauchen von Tabak in Europa erst nach der Entdeckung Amerikas im Verlaufe des 16. Jahrhunderts verbreitet. Für eine Antwort der Autorin wäre ich sehr dankbar !
Mit freundlichen Grüßen
Dr. sc. phil Dr. oec. Udo Pacholik

06.01.2009 12:28:13
Lisa

Ich habe das Buch von der Schule aus lesen müssen. Zuerst dacht ich: "Oh mein Gott, so viele Seiten und dann auch noch historischer Roman. Doch schließlich habe ich angefangen zu lesen, und war wirklich überrascht, ich habe gar nicht mehr aufhören können. Dieses Buch ist so gut beschrieben, die Charaktere kann man sich richtig gut vorstellen!!!!

01.03.2007 12:51:44
Monika Korn (37 )

Ich habe mir das Buch letztes Jahr gekauftaber noch nicht gleich gelesen weil mir noch ein paar andere Bücher im Kopf herumgingen die ich noch davor lesen wollte.Als ich dann angefangen habe zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören.Zu dem Buch kann man nur sagen WAHNSINN!!!Absolut spannend geschrieben und daß beste, man hat lauter bilder vor sich wie es an den Handlungsorten aussieht.Man fiebert richtig mit Donata und Roger mit.Hoffentlich kommt bald eine Fortsetzung!!!!!!!!!!!!Die Buchmalerin gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern!!!!!

17.02.2007 23:01:54
Karin Evecen

Eine superspannende Geschichte mit historischem Hintergrund. Man kann nicht mehr aufhören, weil man immer Angst hat, dass sich Donata und Roger in den Wirren von Intrigen nicht wieder finden.