Die Sternjägerin

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • , 2006, Titel: 'Die Sternjägerin', Originalausgabe

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Katharina Lewald
<i>Eine starke Frau gefangen zwischen Wissenschaft und Liebe</i>

Buch-Rezension von Katharina Lewald Jul 2006

Der schöne Titel dieses Romans richtet sich an alle, die bisher der Überzeugung waren, dass die Jagd eine reine Männerdomäne sei – und es kommt noch besser: Anstatt – wie es sich gehört – Rehen, Kaninchen und Wildschweinen den Garaus zu machen, begibt sich eine Frau namens Elisabeth Hevelius (1647 – 1693) in diesem Buch auf die Pirsch nach den Sternen.

 

Vier Fragen an Eric Walz

 

Histo-Couch: Herr Walz, gibt es etwas, das Ihnen am meisten Spaß macht während des Schreibens? Charaktere erfinden, Schauplätze beschreiben, Namen ausdenken?

Eric Walz: Das Schönste und Wichtigste sind für mich die Figuren. Auf eine gewisse Art ";erschaffen"; Autoren Menschen, geben ihnen ein Gesicht, eine Psyche, geben ihnen Ziele. Wenn man als Autor mal stecken bleibt und nicht in der Handlung irgendwie nicht weiter kommt, dann liegt es meistens daran, dass man seine Figuren nicht kennt. Zwischen Autor und Figur entsteht im Idealfall ein sehr enges Verhältnis.

Histo-Couch: Wie lange spukte die Idee, ein Buch über Elisabeth Hevelius zu machen, schon in Ihrem Kopf herum, bevor Sie sich endlich hinsetzten und anfingen zu schreiben?

Eric Walz: Meine Ideen wachsen wie Eichen: es dauert sehr lange, bis sie eine Krone bilden.

Histo-Couch: Johannes Hevelius ist laut Ihrer Interpretation in ";Die Sternjägerin"; ein brillanter Wissenschaftler, aber etwas kauzig und sehr formell. Wieso fällt er auf Hemmas Hinterlist herein, obwohl er eigentlich intelligent ist?

Eric Walz: Also, ich bin schon vielen intelligenten Menschen begegnet, die auf irgendetwas oder irgendjemanden hereingefallen sind. Jeder hat eine oder mehrere schwache Seiten, und wir alle sehen oder hören einmal das, was wir sehen oder hören wollen. Gegen Hemmas und Lils hinterhältige, durchtriebene Art ist ein aufrechter Mensch, der nichts Böses von den Menschen denkt, aufgeschmissen.

Histo-Couch: Herr Walz, können Sie uns schon etwas über Ihr nächstes Projekt verraten?

Eric Walz: Ich habe gerade riesigen Spaß daran, einen historischen Spannungsroman zu schreiben, also mit Krimi- und Thrillerelementen darin. Außerdem arbeite ich diesmal mit frei erfundenen Figuren. Und das wird nicht mein letztes Buch dieser Art werden… ich schon…

 

Ein dramatisches Leben

Elisabeth Hevelius war die Frau des bekannten Astronomen Johannes Hevelius (laut Nachwort finden sich auch die Schreibweisen Hevel, Hewelke, Havelke u.v.m.), der von
1611 bis 1687 lebte. Hevelius hatte Jura studiert und war eigentlich Bierbrauer, avancierte jedoch schnell zum Bürgermeister und Stadtrat. Nach seiner ersten Ehe mit Katharina Rebeschke heiratete er die viele Jahre jüngere Elisabeth Koopmann, die in diesem Roman im Mittelpunkt steht.

Schon früh begeistert sich Elisabeth für den Sternenhimmel. Bereits in jungen Jahren will sie Astronomin werden und setzt alles daran ihrem Traum nahe zu kommen. Selbst die Heirat mit Johannes Hevelius ist für sie nur ein Weg ihr Ziel zu erreichen. Doch klingt das nach dem Stoff, aus dem unterhaltsame Romane gemacht sind? Nein. Jedenfalls dann nicht, wenn es nicht doch etwas gäbe, das stark mit ihrer Liebe zur Astronomie konkurrieren würde: die Liebe zu einem Mann. Und dieser Mann ist kein Geringerer als der junge Soldat Marek Janowicz…

Fesselnd bis zum Schluss

Eric Walz versteht es seine Leser bis zur letzten Seite zu fesseln. Gerade die weibliche Leserschaft interessiert natürlich, ob Elisabeth mit ihrem Geliebten Marek noch zusammen kommt und wie sie das Leben an der Seite eines Mannes durchhalten kann, den sie nicht liebt – jedenfalls nicht so, wie sich Eheleute lieben sollten (aus heutiger Sicht). Damals war eine solche Vermählung sicherlich ein großer Aufstieg auf der gesellschaftlichen Karriereleiter, heute steht meistens die Liebe bei einer Heirat im Vordergrund.

Während für Elisabeth aber einerseits ein Traum in Erfüllung geht, denn sie kommt ihrer Leidenschaft, der Astronomie, durch Hevelius näher, haben andere Personen ihre eigenen Probleme. Ein ständiger Störfaktor ist die fiese, alte Tante Hemma, unglaublich hinterlistig und falsch versucht sie ihren Willen beim Hausherrn, Elisabeths Vater und später Hevelius, durchzusetzen. Die Männer lassen sich immer wieder von ihr um den Finger wickeln. Sie soll sogar den kleinen Bruder von Elisabeth und ihrer Schwester getötet haben, worüber die Mutter der beiden Mädchen stark depressiv wurde.

Die Anfänge der Astronomie

Natürlich erfährt man in ";Die Sternjägerin"; nicht zuletzt auch etwas über Astronomie. Aufgrund der guten Verbindung zwischen fiktiver Geschichte und den wahren Tatsachen, zum Beispiel den Methoden, die zum Erforschen der Sterne damals benutzt wurden, wird es nie langweilig. Man staunt, wenn man über Theorien liest, die die damaligen Wissenschaftler vom Mond und den anderen Himmelskörpern hatten. Oder hätten sie geglaubt, dass man mittels eines Engels, der einen an die Hand nimmt, zum Mond fliegen könnte?

Doch die Wissenschaft des Himmels hat nicht nur Freunde, viele Kritiker befürchten, dass durch die Erforschung der Sterne Gott in Frage gestellt oder sogar verneint werden könnte. Deshalb müssen Hevelius und Elisabeth sich gegen viele Anfeindungen durchsetzen – und eine Frau wie Elisabeth hat in der Wissenschaft natürlich erst recht nichts verloren!

";Die Sternjägerin"; ist ein stimmungsvoller und in sich stimmiger historischer Roman. Neben vielen fiktiven Charakteren behandelt die Geschichte vor allem Elisabeth Hevelius, eine der ersten Astronominnen der Welt. Wer sich für Wissenschaftsgeschichte interessiert oder einfach nur ein Porträt über eine starke Frau lesen möchte, das Spannung, Romantik und auch einen gut recherchierten historischen Hintergrund bietet, ist mit ";Die Sternjägerin"; gut beraten. Ein kurzes Nachwort rundet ab und vermittelt Details zum Leben von Elisabeth Hevelius.

Die Sternjägerin

Die Sternjägerin

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Letzte Kommentare:
24.04.2012 15:43:43
Fridolin

Das Buch war nicht besonders interessant, da es spannender sein könnte. Ausserdem habe ich jedes zweite Wort nicht verstanden. Erst als meine Mutter mir den Zusammenhang erklärte, fand ich es ein bisschen spannend. Jedoch mag ich die Hauptperson sehr, sie ist mir total sympathisch. Der Autor hat eine gute aber sehr anspruchsvolle Wortwahl. Danke für dieses tolle Buch!!!

30.06.2008 20:17:32
anath

Was für eine interessante Frau ! Und vielen Dank an Eric Walz daß er es geschafft hat, sie in meine Gegenwart zu holen.
In meinem Kopf vermischten sich die Bilder, die ich aus dem heutigen, originalgetreu wieder aufgebauten Gdansk kenne mit den Schilderungen aus diesem Buch. Bisher war mir auch gar nicht bewußt, wieviel Tristesse und Grausamkeit hinter diesen wunderschönen Fassaden gewohnt haben mögen.
Und ganz sicher ist Elisabeth Koopmann tatsächlich so von dieser Atmosphäre geprägt worden wie Eric Walz das schildert. Die Geschichte ist dicht, und obwohl ein großer Teil der Protagonisten notgedrungen erfunden wurde um der Gestalt Elisabeth Leben einhauchen zu können, wirkt hier vieles sehr real und nachvollziehbar. Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit der Endlosliebesgeschichte, sie kam mir eher unwahrscheinlich vor , erst recht in der im Buch geschilderten Form. Mir persönlich wäre hier weniger tatsächlich mehr gewesen.
Sehr angenehm fand ich, daß Elisabeth keineswegs immer sympathisch war. Ihre Bissigkeit, ihre Unehrlichkeit , ließen sie für mich nur als Opfer jahrelanger Tyrannei glaubhafter wirken.
Und trotzdem gibt es einen Wermutstropfen : Elisabeth führt ein Leben, das z.T. voller Leid ist. Viele ihrer Erlebnisse sind zutiefst traurig. Aber irgendwie blieb ich davon eher unberührt. Wie schade ! Ich hätte mir gewünscht, hier etwas mehr Nähe zu bekommen. Aber vielleicht lag das auch daran, daß diese Frau eine Wissenschaftlerin war, ein Frau, die sich jeden Schritt vorwärts hart erkämpft hat - da bleibt wohl nicht viel Platz für Gefühle...
Trotzdem : ein durchaus empfehlenswertes Buch !

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