Mord im Labyrinth

Erschienen: Januar 1966

Bibliographische Angaben

  • Diogenes, 1956, Titel: 'The Chinese Maze Murders', Originalausgabe

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89

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Dirk Jaehner
Unterhaltsamer Blick ins alte China

Buch-Rezension von Dirk Jaehner Dez 2011

Es beginnt an einem Lotusteich und wie nahezu alle Richter-Di-Romane viele Jahrhunderte später. In der Rahmenhandlung trifft der Ich-Erzähler auf einen alten Herrn, der sich als Nachfahre des großen Richter Di herausstellt, sie verbringen den Abend in einem Restaurant zusammen, in dessen Verlauf der Nachfahre drei Fälle des Richters erzählt. Doch nach dem Gelage kann sich niemand in dem Restaurant an den älteren Gast erinnern und der Ich-Erzähler muss die Zeche zahlen. Da er auch später den älteren Herren nicht ausfindig machen kann, muss er die Geschichten über den Richter Di ungeprüft aus dem Gedächtnis aufschreiben.

Vier Fälle, die eigentlich drei sind

Die Fälle führen den Leser nach Lan-fang im Norden des chinesischen Kaiserreiches an der Grenze zum Reich der Uiguren. Richter Di ist dabei, seinen Dienst anzutreten, als er auf der Reise von Straßenräubern überfallen wird. Es stellt sich heraus, dass die meisten der Räuber aus Lan-fang geflüchtet sind, weil der dortige Herrscher Tschiän Mao ihr Leben dort unmöglich gemacht hat. So fallen dem Richter gleich zwei Fälle in den Schoß, noch bevor er überhaupt seinen neuen Amtssitz betreten hat: Er muss den Tyrannen beseitigen und die Ordnung wiederherstellen und er muss die vermisste Tochter eines der Räuber, des Grobschmieds Fang, wiederfinden. Zu dem Familiendrama um den Grobschmied Fang und die Staatsaffäre um den Tyrannen gesellen sich noch ein rätselhafter Mord an einem pensionierten General und eine Erbschaftsstreitigkeit. Das scheinen vier Fälle zu sein, doch eigentlich sind es drei, die alle irgendwie ineinander greifen.

Unerwartete Verbindungen

Robert van Gulik schrieb Mord im Labyrinth, im Original The Chinese Maze Murder als zweite Folge seiner Richter-Di-Serie, es erschien jedoch noch vor Wunder in Pu-yang in Buchform. Anders als in Pu-yang greifen in Lan-fang die Geschichten viel intensiver ineinander. Das macht sie anfangs weniger leicht verfolgbar. Doch van Gulik lässt den Richter die Fälle schön der Reihe nach abarbeiten und lösen. Dabei kommt es für den Leser zu zahlreichen Überraschungen, denn die Verbindungen zwischen den Fällen werden erst nach und nach aufgedeckt. Eine leichte Schwäche in der Konstruktion findet sich im Fall des enthaupteten Mädchens, denn der Täter betritt erst spät die Bühne und wirkt daher wie ein Deus ex machina, eine Handlungswendung, die eingefügt wird, um bestimmte Dinge leichter zu erklären.

Asketischer Stil

Unvergleichlich bleibt van Guliks Schreibstil. Die deutsche Fassung wirkt gleichzeitig schlicht und archaisch dank seltener Verbformen wie dem Konditional II. Und doch ist die Sprache nicht kompliziert. Vielmehr spiegelt sie perfekt van Guliks Bild eines idealisierten Chinas, wo Einfachheit das Leben bestimmt und angenehm macht. Ihm reichen schlichte Schilderungen in Worten wie ihm schlichte Strichzeichnungen reichen, bestimmte Szenen darzustellen. Van Guliks asketischer Stil ist vielschichtig und tief befriedigend, was gemeinsam mit dem erfolgreichen Lösen der Fälle für großes Lesevergnügen sorgt. Schade, dass der Großteil der Reihe derzeit nur antiquarisch zu bekommen ist.

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