Zwischen uns der Ozean

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Piper, 2011, Titel: 'Zwischen uns der Ozean', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Das Glück liegt in Amerika - oder doch nicht?

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2011

Kurzgefasst:

Ein Neuanfang in Amerika! Davon träumen Paula Klausner und ihre Eltern, als sie mit dem Ozeandampfer über den Atlantik reisen. Auf Ellis Island aber wird der 16-Jährigen die Einreise verwehrt. Brutal wird Paula von ihrer Familie getrennt und allein nach Hamburg zurückgeschickt. Doch Paula gibt nicht auf. Mit der Hilfe neu gewonnener Freunde erkämpft sie sich gegen alle Widrigkeiten eine verheißungsvolle Zukunft. Und sie hört nicht auf, nach ihrer in New York verschollenen Familie zu suchen. Muss sie die Liebe ihres Lebens opfern, um sie wiederzufinden?

 

Auswanderer-Romane bilden längst einen eigenen Bereich im Genre "Historische Romane". Sie erzählen von der Sehnsucht nach einer besseren Zukunft jener Menschen, denen in ihrer ursprünglichen Heimat jede Perspektive fehlt. Auch die Hamburgerin Paul, Protagonistin im Roman Zwischen uns der Ozean von Greta Hansen, gehört zu jenen Menschen. Doch anders als beim typischen Auswanderer-Roman muss sich die 16-jährige Protagonistin nicht in einer ihr unbekannten Welt behaupten, sondern in der ihr höchst vertrauten Welt. Denn in New York wird ihr die Einreise in ihre neue Heimat verwehrt - anders ihren Eltern und Geschwistern. Paula, seit ihrer Kindheit durch ein von Kinderlähmung verursachtes steifes Bein gehandicapt, wird nur einen Tag nach ihrer Ankunft auf Ellis Island in ein Schiff zurück nach Hamburg verfrachtet. Dort wartet man allerdings nicht auf die junge Frau. Niemand weiß so recht, was nun zu tun ist. Doch Paula hat von ihrem Vater gelernt, ein Handelskontor zu führen und schafft es auf diese Weise, sich ein neues Leben aufzubauen. Die Sehnsucht nach ihrer Familie bedrückt sie. Aber alle Nachforschungen verlaufen im Sande.

Interessanter Blickwinkel

Greta Hansen nimmt sich einem Thema an, das selten diskutiert wird: Denjenigen Menschen, denen aufgrund eines körperlichen Mangels die Einreise in die neue Welt verwehrt bleibt, die aber bereits alle Brücken hinter sich abgebrochen haben. Nicht so sehr das Schicksal der Auswanderer - dieses fließt durch Pauls Familie in New York stellenweise in den Roman ein -, sondern Paulas Kampf, in der alten Heimat wieder Fuß zu fassen, ist tragendes Element der Geschichte. Dieser Blickwinkel gibt der Geschichte einen besonderen Drall. Der vermag allerdings nicht darüber hinweg zu täuschen, dass es der Geschichte letztlich trotz allem an Tiefe fehlt. Denn Greta Hansen folgt im Wesentlichen dem typischen Muster: die von den Umständen gebeutelte Protagonistin kann sich dank ihrer bezaubernden Art und ihrer Intelligenz gegen alles Böse durchsetzen. Der Verlauf der Geschichte ist schnell absehbar. Hat aber der Leser erst akzeptiert, dass er hier ein "Wohlfühlbuch" in Händen hält, wird diese Vorhersehbarkeit dem Genuss keinen Abbruch tun.

Süffiger Lesestoff

Es steht außer Frage, dass die Umsetzung der Geschichte gelungen ist. Greta Hansen legt einen süffigen Lesestoff vor, der unterhält und sprachlich keine Fragen aufwirft. Ob die Autorin damit dem Thema ganz gerecht wird, steht auf einem anderen Blatt. Sie berührt zwar einige brisante Themen, zieht sich dann aber wieder auf die sichere Ebene zurück und lässt ihre Protagonistin von einem glücklichen Zufall in den anderen stolpern. Dabei reizt sie den Spielraum der Glaubwürdigkeit vollständig aus.

Dieser Roman dürfte vor allem einem Publikum gefallen, dem es wichtig ist, im Glauben an den Sieg des Guten bestätigt zu werden. Wer sich mit der Geschichte ernsthaft auseinandersetzt, wird allerdings auch einen anderen Hinweis heraus lesen können: Nicht immer liegt das Glück in der Ferne. Ob Paulas Schicksal in Hamburg allerdings dem Zeitgeist des ausgehenden 19. Jahrhunderts entspricht, ist fraglich. Immerhin musste die Familie der jungen Frau aus finanziellen Gründen das Glück in der Ferne suchen, denn eine sich verschlechternde Wirtschaftslage verhieß keine guten Perspektiven.

Mehr erfahren

Obwohl sich die Geschichte hauptsächlich um Paula und ihr Schicksal in Hamburg dreht, versteht es Greta Hansen, bei den Lesern den Wunsch zu wecken, mehr über die Familie in New York zu erfahren. Die kurzen Einschübe über die Familie werden durch gelungene Bilder zu einem intensiven Ausflug in die verschiedenen Quartiere New Yorks. Hier zeigt sich auch das Erzähltalent der Autorin, die in einem weiteren Roman gerne mehr davon zeigen darf.

Zwischen uns der Ozean

Zwischen uns der Ozean

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Letzte Kommentare:
17.04.2012 15:58:31
>schneeglöckchen

Dieser Roman ist leicht und flüssig zu lesen. Er hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.
Anschaulich beschreibt die Autorin unter welchen Bedingungen arme Auswanderer in den Zwischendecks der Schiffe hausen müssen, wie mit ihnen umgegangen wird, in der Heimat wie auch in der Neuen Welt, und auch ihre Sehnsüchte und Hoffnungen auf ein neues besseres Leben.
Die Figuren im Roman nehmen ihr Leben in die Hand und bleiben trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge optimistisch. So auch die Hauptprotagonistin Paula, deren Weg aus unverschuldeter Misere zu einem besseren Leben und einer selbstbewußten jungen Frau den Hauptstrang des Romans bildet. Deutlich wird auch, wer kein Geld hat, ist ein Nichts. Auch in der Neuen Welt.
Die Vorgeschichte ihrer Familie sowie deren Neuanfang in New York erzählt die Autorin mittels Erinnerungen Paulas und Briefen ihrer Mutter. Das finde ich sehr gelungen.
Ein sehr lesenswerter Roman.