Sehnsucht nach Owitambe

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2011, Titel: 'Sehnsucht nach Owitambe', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Ein eher durchschnittlicher Auswandererroman

Buch-Rezension von Birgit Borloni Nov 2011

Kurzgefasst:

Deutsch-Südwestafrika, kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Jella von Sonthofen hat ihren Vater gefunden und den Mann ihres Lebens kennengelernt. Als sie ein Mädchen zur Welt bringt, scheint ihr Glück perfekt zu sein. Doch die Familie wird mitten in den Strudel des Hereroaufstandes und die blutigen Auseinandersetzungen um die deutsche Kolonie gerissen, und so entschließen sich Jella und Fritz, mit ihrer Tochter nach Indien zu gehen. Zehn Jahre vergehen, bis sie in ihre wahre Heimat des Herzens zurückkehren können.

 

Deutsch-Südwestafrika Anfang des 20. Jahrhunderts: Jella von Sonthofen hat auf Owitambe, der Farm ihres Vaters Johannes von Sonthofen, ein neues Zuhause gefunden und heiratet ihre große Liebe Fritz van Houten. Auch ihr Vater heiratet die Himbafrau Sarah, damit der gemeinsame Sohn Raffael als Erbe anerkannt wird. Doch gerade diese Mischehe und die Toleranz, die sowohl Johannes als auch Jella den Eingeborenen gegenüber an den Tag legen, sind vielen ein Dorn im Auge. Allen voran dem Nachbar der Sonthofens, Rüdiger von Nachtmahr. Diesem ist es zu verdanken, dass Jella und Fritz mit ihrer kleinen Tochter nach Indien fliehen müssen. Auch wenn sie sich dort ein neues Leben aufbauen können, so bleibt Owitambe ihre eigentliche Heimat und die Sehnsucht lässt sie nicht los...

Momentan wird der Buchmarkt geradezu überschwemmt von einer Welle Auswandererromane, auch Love & Landscape genannt. Wie bei allen Strömungen auf dem Buchmarkt, gibt es auch hier einige gute bzw. sehr gute Bücher ebenso wie auch weniger gute Bücher und natürlich das große Mittelfeld. In letzteres ist Sehnsucht nach Owitambe einzuordnen. Er lässt sich gut und flüssig lesen, bietet einige interessante Hintergrundinformationen, ist an vielen Stellen aber doch zu seicht und mit zu wenig Tiefgang versehen, um wirklich mitreißen und begeistern zu können.

Wenig Tiefgang in der Charakterisierung

Sehnsucht nach Owitambe ist der zweite Roman um Jella von Sonthofen und ihrer Familie. Allerdings kann man ihn auch problemlos lesen, ohne den Vorgänger zu kennen, denn die wichtigsten Dinge werden nach und nach erzählt.

Die Protagonisten sind klar in Gut und Böse eingeteilt und während der Geschichte ändert sich an dieser Einteilung auch nicht viel, so dass den Leser kaum Überraschungen erwarten. Besonders Rüdiger von Nachtmahr ist als Bösewicht der Handlung schon sehr einseitig gezeichnet. Positives findet man an ihm gar nicht. Ehrlicherweise ist aber zu sagen, dass es zumindest bei Jella und Johannes von Sonthofen Ansätze einer differenzierteren Charakterisierung gibt.

Obwohl Johannes den Eingeborenen sehr tolerant gegenüber steht, zeigt er bei seinem Sohn, der ja immerhin zur Hälfte Himba ist, wenig Verständnis für dessen Zerrissenheit zwischen den zwei Welten und stößt damit auch seine Frau vor den Kopf. Auch Jella, die selbst ein sehr freies Leben führt, ihrem eigenen Kopf folgt und für ihren Bruder mehr Verständnis aufbringt, zeigt sich stur und unnachgiebig, wenn es ihre eigene Tochter betrifft, was für den Leser nicht immer nachvollziehbar ist. Eigentlich sollte sie es besser wissen. Ansonsten wirkt Jella allerdings fast wie eine Super-Frau, die alles kann. So gelingt ihr beispielsweise eine Blinddarmoperation auf Anhieb, obwohl sie bisher nur assistiert hat, nur unter Anleitung ihres Mannes, der eigentlich Tierarzt ist. Das wirkt nicht ganz glaubwürdig.

Vieles nur oberflächlich behandelt

Überhaupt läuft für die Protagonisten vieles glatt. Natürlich werden ihnen einige Steine in den Weg gelegt und immerhin sind Fritz und Jella zur Auswanderung gezwungen. Doch gehen die wirklich prekären Situationen meistens gut aus und es kommt zu wenig weiteren Schwierigkeiten während der Lösung dieser Situationen.

Interessant sind die Informationen über die politischen Zustände und Hintergründe sowie über der Lebensweisen in Afrika (sowohl der weißen als auch der farbigen Bevölkerung) und Indien, doch hätte die Autorin hier gerne mehr und öfter tiefergehende Erklärungen einstreuen dürfen, das hätte dem Buch mehr Tiefgang verlieren. So wird vieles nur oberflächlich berührt und thematisiert.

Insgesamt ist Sehnsucht nach Owitambe ein leicht zu lesendes Buch ohne großen Anspruch und mit einer manchmal schon sehr wildromantisch anmutenden Darstellung der damaligen Lebensweise. Leser, die begeistert vom ersten Teil, Der Ruf der Kalahari, waren, werden sicher auch dieses Buch lieben. Doch für alle anderen sei angemerkt, dass es zwar unterhaltsame und flüssige Lektüre ist, dass es aber auch deutliche bessere Werke in diesem Genre gibt.

 

Sehnsucht nach Owitambe

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