Das Labyrinth von Ragusa

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Page & Turner, 2011, Titel: 'Das Labyrinth von Ragusa', Originalausgabe

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Daniela Loisl
Interessant, authentisch und vor allem - spannend!

Buch-Rezension von Daniela Loisl Nov 2011

Kurzgefasst:

Venedig 1538: Nach blutigen und bewegten Jahren, in denen Jakob Spengler die Mörder seiner Eltern suchte, sind Friede und Sesshaftigkeit ein willkommenes Geschenk für ihn. In der Lagunenstadt hat er sich mit seiner Frau Laura und den gemeinsamen Kindern ein neues Leben aufgebaut. Doch dann dringt der Admiral des osmanischen Sultans mit einer mächtigen Flotte im westlichen Mittelmeer vor und bringt Venedigs Seehandel zum Erliegen. Die Venezianer sind in einer verzweifelten Lage; sie benötigen genaue Informationen über die Vorgänge auf dem Balkan. Da erhält Jakob Spengler den Auftrag, nach Ragusa, dem heutigen Dubrovnik, zu reisen, um dort dem rätselhaften Schicksal einiger verschollener Mittelsmänner auf die Spur zu kommen. Und im Labyrinth der Hafenstadt stößt Spengler auf den Mann, der einst der Drahtzieher für die Ermordung seiner Eltern war...

 

Jakob Spengler, in Venedig verheiratet und Vater zweier Kinder, hat sein rastloses Leben aufgegeben und lebt mit seiner Familie in Venedig. Als eines Tages sein Freund, der Polizeichef Venedigs, ihn bittet, für ihn in Ragusa etwas in Erfahrung zu bringen, da alle seine Spitzel bis jetzt gemeuchelt wurden, weigert Jakob sich zunächst. Als er aber erfährt, dass er in Ragusa möglicherweise auf alte Bekannte stoßen könnte, tarnt er sich als Fiedelspieler und macht sich auf dem Weg. Und ganz unerwartet hat er auch endlich die Chance, seinen Ziehvater Kassem Ben Abdullah nach vielen Jahren wiederzusehen.

Flüssig und glaubhaft erzählt

Nach Die Rache des Kaisers schließt dieser zweite Band nun genau dort an wo der erste geendet hat. Es ist zwar nicht unbedingt notwendig den ersten Band zu lesen, empfiehlt sich aber doch, da sich die Zusammenhänge der Figuren zu den verschiedenen Ereignissen schlüssiger darstellen.

Wie schon im ersten Band legt Gisbert Haefs auch hier von Beginn an ein flottes, aber keinesfalls übereiltes Tempo vor. Hat auch schon im ersten Band der Protagonist, also Jakob Spengler, als Erzähler fungiert, so unterscheidet sich die Erzählung in diesem Buch insofern, als dass Jakob die Geschichte nicht einfach einem namenlosen Dritten erzählt, sondern für seine Nachkommen niederschreibt und diese dabei kapitelweise Goran, einem Schiffbauer aus Kroatien, vorliest. Zwischendurch bespricht Jakob mit Goran auch die eine oder andere Begebenheit noch einmal und dadurch erhält der Leser einen gänzlich anderen Blickwinkel auf die Ereignisse.

Imposante Schauplätze

Wer Ragusa, das heutige Dubrovnik kennt, weiß, Gisbert Haefs hat gut recherchiert. All die Tore, Plätze und Straßen findet man heute noch genauso wie der Autor sie beschrieben hat und man kann den Weg Jakobs in der Stadt genau nachvollziehen und sogar selbst nachgehen. Sehr geschickt hat Haefs die typischen Merkmale der mittelalterlichen Stadt mit eingewoben und die Bezeichnung "Labyrinth" passt für die kleinen, verwinkelten Gässchen Dubrovniks auf jeden Fall. Generell hat Haefs die örtlichen Begebenheiten, die Beschaffenheit der Straßen und Wege, das Hinterland Ragusas, aber auch sein Zuhause nahe Venedig nicht einfach in glatten Beschreibungen dem Leser näher gebracht, sondern sehr bildhaft mit den Protagonisten verbunden. So nebenbei erfährt man auch noch, dass Marco Polo auf der Insel Korcula geboren sein soll - was die Venezianer heftig bestreiten - oder dass unterm Stradun, der Hauptstraße Ragusas, ein toter Drache liegen soll. Diese informativen und interessanten Einschübe hat der Autor aber so geschickt gesetzt, dass dies niemals schulmeisterlich oder allwissend klingt.

Fehlende Empathie

Bei Haefs Erzählstil ist man beinahe geneigt zu sagen "typisch Mann" - knapp, präzise, ohne schmückendes Beiwerk oder großen Ausschweifungen. Etwas nüchtern möchte man meinen, aber dies ist eben typisch Haefs und hat den Vorteil, dass die Geschichte nie ins Sentimentale oder gar Klischeehafte abgleitet. So angenehm einerseits diese glatte Sprache ist, so hat die Nüchternheit doch auch ihre schwache Seite und diese zeigt sich bei der Zeichnung der Figuren. Schon im ersten Band ließ Heafs eine gewisse Empathie missen, was sich in diesem Buch leider fortsetzt. So lernt man zwar alle Darsteller kennen, wird mit ihren unterschiedlichen Charakteren vertraut gemacht und weiß sie in der Regel einzuschätzen, aber man kann nicht mit ihnen fühlen. Ob Freud oder Leid, Haefs schafft es nicht, dem Leser die Empfindungen seiner Figuren nachfühlbar darzustellen. Erleidet eine Figur einen dramatisch großen Verlust, so berührt einen das nicht, man nimmt es einfach nur zur Kenntnis - und liest weiter. Dieses fehlende Einfühlungsvermögen führt dazu, dass es dem Roman an wirklicher Tiefe fehlt.

Dennoch ist das Buch absolut lesenswert, gibt Einblicke in die problematische Beziehung zweier ehemals sehr wichtiger Handelsstädte, spiegelt die Politik der Zeit wieder und ist kurzweilig erzählt und wartet mit überraschenden Wendungen auf.

Das Labyrinth von Ragusa

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Letzte Kommentare:
01.04.2015 22:35:09
Jossele

Der Roman ist die Fortsetzung von „Die Rache des Kaisers“. Die Hauptperson ist also wieder Jakob Spengler, der sich inzwischen in Venedig niedergelassen und mit seiner Frau Laura eine Druckerei betreibt. Durch die im ersten Band gezeugten Kinder ist es eine richtige Familie. Dann aber bittet der Chef der Polizei und des Geheimdienstes der Venezianer, Bellini, Jakob um die Erfüllung eines Auftrages. Venedigs Spione auf der anderen Seite der Adria in Ragusa, ein Reich, das nur wenige Jahrhunderte bestand und im Wesentlichen aus Dubrovnik und den angrenzenden Küstenregionen zusammengesetzt war, bringen keine Nachrichten mehr und Jakob soll nach Dubrovnik reisen und den Grund dafür herausfinden. Jakob will zunächst ablehnen, lässt sich dann aber verführen durch die Aussicht, dort auf Kassem Ben Abdullah zu treffen, der maßgeblich an der Ermordung seiner Eltern beteiligt war. So weit, so logisch! Das aber nur am Anfang. Dann wird richtig verwirrend und – zumindest für mich – nicht mehr nachvollziehbar. Jakob muss sich mit quasi allen Kriegsparteien der damaligen Zeit, Venedig, den Türken, das Kaiserreich, den Franzosen irgendwie auseinandersetzen und Freunde und Feinde wechseln schneller, als man umblättern kann. Die Zusammenhänge der Auseinandersetzungen werden nicht ordentlich dargestellt, von Aufklärung gar nicht zu sprechen. Und am Ende läuft alles auf ein schnödes Eifersuchtsdrama hinaus. Nicht gut, von einigen Passagen mit witzigen Dialogen abgesehen. 30°