Marcus - Maximus Alamannicus

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Ammianus , 2010, Titel: 'Marcus - Maximus Alamannicus', Originalausgabe

Couch-Wertung:

65
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Eva Schuster
Solider und dramatischer Abschluss der Trilogie aus der Spätantike

Rezension von Eva Schuster Nov 2011

Kurzgefasst:

Wir schreiben das Jahr 357 nach Christus. Tribuns Marcus Junius Maximus, geleitet von Treue, Tapferkeit und frommer Hingabe zu den Göttern, den verlöschenden Idealen Roms, zwingen ihn in ein mysteriöses Schicksal und einen gnadenlosen Krieg in einem aussichtslos erscheinenden Kampf um Bestimmung, Liebe und Rettung der Heimat. Marcus muss erleben, dass der Hass seines Todfeindes Ulf auch nicht vor seinem Besitz und seiner Familie zurückschreckt. Im Bunde mit der schrecklichen Alruna, einer ebenso verschlagenen wie bösartigen Seherin, setzt sich Ulf in den Besitz des mystischen Schlangenreifs, der ihm den Weg auf den fränkischen Königsthron ebnen soll. Vor den Toren Straßburgs kommt es nach einer Jagd dann zum letzten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in der großen Alemannenschlacht des Jahres 357 nach Christus.

 

Nachdem Marcus' Todfeind, der Franke Ulf, zusammen mit seiner Geliebten Serena geflohen ist, hat sich das Leben des römischen Offiziers zunächst wieder zum Guten gewendet. Er hat sich Serenas und Ulfs kleinem Sohn Clodius angenommen, der von den beiden zurückgelassen wurde und seine Bissula erwartet ihr gemeinsames Kind. Als den beiden ein gesunder Sohn geboren wird, scheint das Glück perfekt.

Dennoch hält der Friede nicht lange vor. Sein Freund und Kamerad Charietto informiert ihn, dass der Krieg gegen die Alemannen noch lange nicht vorüber ist. Zudem droht immer noch Gefahr durch Ulf, der inzwischen mit der hinterlistigen alten Seherin Alruna im Bunde ist. Ulf will alles daran setzen, um endlich den magischen Schlangenreif zu bekommen, den Marcus bei sich trägt - denn wer alle drei mystischen Schmuckstücke in Form einer Schlange für sich gewinnt, wird einer alten Prophezeiung nach der König der Franken.

Ulf greift dafür zu einem drastischen Mittel - er entführt Clodius, den kleinen Sohn seiner Geliebten Serena, aus Marcus' Heim, während dieser unterwegs ist. Durch seine Geisel erpresst er die wertvollen Schmuckstücke und will den kleinen Jungen als Pfand so lange bei sich behalten, bis er in Sicherheit ist. In der legendären Alemannenschlacht von 357 kommt es zu einem dramatischen Wiedersehen der beiden Erzfeinde ...

Auf zur großen Alemannenschlacht

Mit Marcus - Maximus Alemannius findet die Trilogie um den römischen Offizier Marcus seinen Abschluss. Die Handlung schließt nah an das Ende des zweiten Bandes an, ein mehrseitiger Rückblick gibt die wichtigsten Ereignisse der vorherigen beiden Bände aus Marcus' Sicht wieder und sorgt so für einen nahtlosen Übergang beim Leser. Immer wieder wechseln die Schauplätze der Handlung und beleuchten mal das Schicksal von Marcus, mal von Ulf und seinen Leuten und mal von Bissula, angenehmerweise kommt es trotz dieser Handlungssprünge nicht zu Verwirrungen. Die Action wird in diesem Band noch stärker als im vorherigen forciert, Ruhepausen gibt es nur wenige, ständig kündigt sich eine neue dramatische Entwicklung an, die die Figuren in Atem hält. Zu den dramatischsten Szenen gehört sicherlich Clodius' Entführung, die in mehrfacher Hinsicht ihren Reiz hat: Zum einen muss um das Leben des Jungen gebangt werden, denn Ulf liegt weitaus weniger an dem Kind als Marcus und Bissula. Zum anderen hat Charietto nicht Unrecht, wenn er Marcus in einem Streit entgegen hält, dass Serena immer noch die rechtmäßige Mutter des Kindes ist und es ihr eigentlich nicht zu verdenken ist, dass sie ihn sich zurückgeholt hat.

Die Handlung läuft recht geradlinig auf ihren Höhepunkt zu, auf die Schlacht von Argentoratum im Jahr 357, auch als Schlacht von Straßburg bekannt. Die Handlung nimmt sich zwar Zeit, um auf diesen Punkt zuzusteuern, doch dies ist berechtigt, denn die Geduld des Lesers wird mit einer detailgenauen Schilderung belohnt, die viel Recherche und Sachkenntnis vermuten lässt. Gelungen ist auch die Darstellung Julians, Caesar des Westens, der von Marcus als jovialer, humorvoller, aber auch Respekt einflößender und entschlossener Mann porträtiert wird, den Marcus offenkundig sehr bewundert, den er aber nicht als unfehlbar hinstellt.

Alte und neue Charaktere

Zu den interessantesten Figuren gehört wie bereits schon im zweiten Band die verführerisch schöne Römerin Serena, Witwe des Silvanus und Geliebte von Ulf. Serena ist so schön wie durchtrieben, aber sie besitzt einen durchaus vielschichtigen Charakter. Das zeigt sich vor allem, als Bissula sie darum anfleht, den von Ulf entführten Clodius zu schützen. Serena steht zwar auf der Seite von Marcus' Feinden, dennoch lässt auch ihr Schicksal den Leser nicht unberührt und man ist gespannt, was am Ende mit ihr geschehen mag. Mit Alruna ist ein neuer Charakter hinzugekommen, der Ulf in Sachen Bösartigkeit in nichts nachsteht und eine zusätzliche Gefahr bedeutet.

Wie in den früheren Bänden auch schließt sich ein sehr ausführlicher Anhang an die Romanhandlung an. Diesmal führt die "Spurensuche" vor allem nach Luxemburg und zeichnet bedeutende Hinterlassenschaften jener Zeit nach, von Gebäuden über Straßen und Grabhügel. Nacheinander werden die Sehenswürdigkeiten vorgestellt, die in den einzelnen Kapiteln eine wichtige Rolle spielen und ermöglichen mit interessanten Informationen und Fotos einen genauen Einblick in die Schauplätze, wie diese zur Zeit von Marcus aussahen. Auch über die große Alemannenschlacht und zum Stamm allgemein gibt es wertvolle Informationen, die sicherlich auch dazu anregen können, sich näher mit dieser Epoche zu befassen.

Hin und wieder ist der Stil nach wie vor ein bisschen holprig, aber flüssiger als noch im ersten Band. Dem Autor ist von Band zu Band eine beständige Steigerung gelungen und so entpuppt sich der abschließende Band als ein solider Historienschmöker, wenngleich ihm ein nachhaltiger Charme abgeht. Reizvoll ist das Werk vor allem für jene Historienleser, die eine akribische Recherche und viele Informationen zu den Örtlichkeiten schätzen.

 

Marcus - Maximus Alamannicus

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