Deadwood

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Liebeskind, 1986, Titel: 'Deadwood', Originalausgabe

Couch-Wertung:

94

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Carsten Jaehner
Beste Unterhaltung im Wilden Westen

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Nov 2011

Im Jahr 1867 entsteht im Dakota-Territorium in den USA die Stadt Deadwood, benannt nach dem gleichnamigen Fluss, der in der Nähe entlang fliesst. Noch hat der Ort allerdings keine Stadtrechte und zieht allerlei Gesindel an. Das Gesetz wird vertreten durch den Sheriff Seth Bullock, der zusammen mit Solomon einen Laden für Waren betreibt.

Als ein Wagentreck mit Charley Utter und seinem Freund Wild Bill Hickock in Deadwood eintrifft, kommt mit diesem Treck ebenfalls der künftige Bar- und Bordellbesitzer Al Swearingen mit seinen zahlreichen leichten Mädchen an. Und die Indianer sind als Feinde längst ausgemacht. Auch Chinesen bevölkern den Ort, und denen kann man genauso wenig trauen wie eigentlich allen anderen.

Als der Revolverheld Wild Bill Hickock hinterhältig beim Pokern erschossen wird, nimmt das Gesetz seinen üblichen Lauf, und der Attentäter wird frei gesprochen, da er nur aus Rache gehandelt haben soll. Bill wird von seiner Witwe betrauert, und auch von Calamity Jane, die behauptet, mit ihm verheiratet gewesen zu sein. Charley Utter war zu diesem Zeitpunkt nicht in Deadwood und ist bestürzt, seinen Freund tot zu sehen. Doch Wild Bill Hickock wird nicht der einzige Todesfall in Deadwood bleiben.

Dreckiger Ort und dreckige Sprache

"Der beste Western aller Zeiten" steht auf dem Cover des Romans, ein Urteil des Fernseh-Literaturkritikers Denis Scheck. Ob es tatsächlich der beste Western aller Zeiten ist, bleibt jenen zu urteilen überlassen, die sich gut in diesem Genre auskennen. In jedem Fall ist es aber ein Western voller Saft und Kraft, der alles das hat, was man sich unter einem guten Western vorstellt und was man gerne lesen möchte.

Pete Dexter versteht es, einen Wilden Westen fernab jeglicher Karl May-Romantik zu zeichnen. Alles ist voller Dreck, zumal Deadwood noch mehr eine Zeltstadt denn ein befestigter Ort ist. Das stabilste Material ist Holz, und Bullock und Solomon haben Brennöfen für Ziegel gekauft, so dass erst allmählich der Dreck aus Deadwood verschwinden wird.

 

 

Boone May ging durch den Raum, hinterließ dabei eine Schlammspur und setzte sich auf den Stuhl neben Bullocks Schreibtisch. Er trug einen Lederbeutel und roch nach allem, was er in den letzten zwei Monaten angefasst oder gegessen hatte.

 

 

Dreckig ist auch die Sprache, die vorherrscht. Jeder Erzählabschnitt bedient sich des mehr oder weniger derben Vokabulars, sei es eine Dame oder ein versoffener, schießwütiger Kopfgeldjäger. Das ist geschickt aufgeschlüsselt und fällt dem Leser meist erst spät auf, macht die Erzählung dadurch aber noch intensiver und realistischer.

Realistische Darstellungen

Hauptfigur, wenn man denn eine ausmachen kann, ist Charley Utter, dessen Weg man hauptsächlich verfolgt. Er ist einer der wenigen, die sie ein tägliches Bad im Badehaus leisten und sich schon allein deshalb von den anderen abhebt. Durch ihn lernt man alle anderen wichtigen Personen kennen, und er ist letztlich eine Art Bindeglied zwischen all den kleinen Handlungssträngen, die sich durch das Buch ziehen. Von der Ankunft mit Wild Bill Hickock und dessen Ermordung bis zum Eintreffen dessen Witwe und deren Abreise und schließlich Charleys eigene Abreise kann man den Wilden, schmutzigen Westen tatsächlich riechen, schmecken, sehen und hören. Und es ist nicht immer angenehm, was die Nase dort wahrnimmt.

Dem Leser bleibt nichts erspart. Vom natürlichen Tod (also Erschiessen) bis zur Vertreibung aus Deadwood, dem Anbieten eines Kopfes eines Hingerichteten durch einen Kopfgeldjäger, den andauernden Diensten der Huren, schlechtem Wetter (wodurch Deadwood noch dreckiger wird als sowieso schon), korrupten Priestern, bestechlichen Bartendern und allem, was man sich unter einem liederlichen Western vorstellt, ist alles vorhanden, was das Herz begehrt. Dabei schreibt Dexter immer auch mit einem Augenzwinkern und mit Humor, so dass man sich den einen oder anderen Schmunzler nicht verkneifen kann.

Nichts für zart Besaitete

Aufschlussreich sind vor allem auch ein wenigen einführenden Zeilen des Romans, in denen gesagt wird, dass bis auf eine alle handelnden Personen real waren und sich die großen Rahmenereignisse tatsächlich so zugetragen haben. Die einzige Frage, die man sich bei dem Roman stellt, ist, warum es 25 Jahre gedauert hat, bis sich ein Verlag getraut hat, eine deutsche Übersetzung auf den Markt zu bringen. Der Dank gebührt in diesem Falle dem Liebeskind Verlag, der den Roman auch mit einem ansprechenden Cover ausgestattet hat, einer Fotografie, auf der immerhin mit dem Herrn links Wild Bill Hickock abgelichtet wurde. So hat man nicht nur einen historischen Roman in den Händen, sondern auch ein Stück tatsächlich geschehene Geschichte.

Ob Deadwood der "beste Western aller Zeiten" ist, mag jeder selbst beurteilen. Auf jeden Fall sind die Schilderungen realistisch und für jeden Leser plastisch spürbar. Von der Sprache der Menschen her und ihrem Moral- und Gerechtigkeitsverständnis ist es vielleicht gewöhnungsbedürftig und nichts für zart Besaitete - solche Leute würden aber wohl von vornherein nicht zu diesem Roman greifen. Es wird geschossen, geflucht, gehurt, Sex, Alkohol, Indianer, Dreck, Korruption, Gewalt - alles ist in ausreichendem Maße vorhanden. Die beschriebenen Figuren sind ein buntes Potpourri aus skurrilen und kuriosen, dabei realen und realistischen Personen. Ein "Männerroman"? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Wer sich hier nicht prächtig unterhält, dem ist nicht zu helfen. In jedem Falle äußerst lesenswert.

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Letzte Kommentare:
25.01.2018 14:20:59
C.Bohnsack

Wenn man schon eine Rezenion schreibt dann auch bitte richtig. Deadwood ist nicht nach einem Fluss benannt sondern mit der Aussage eines der ersten Siedler das, alles was man hier sieht, morsches Holz ist. Ein Deadwood river gibt es zwar, aber der befindet sich in Idaho. Also bitter besser recherchieren!

16.01.2018 15:27:20
Meni77

Mir hat der Roman ausserordentlich gut gefallen, ich war ab der zweiten Seite im wilden Westen. Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet, die Story hat mich gefesselt, ich mag es wenn es manchmal brutal zugeht. Der Roman hat alles, was ein guter Western braucht, leider findet man nur noch wenig gute. Ich schliesse mich der Meinung der Hristo Couch an, eine Geschichte mit mehreren Handlumgssträngen die einem fesselt!