Fortunas tödliches Füllhorn

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Fortunas tödliches Füllhorn', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Tödliche Lotterie in Braunschweig

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2011

Kurzgefasst:

Der Herzog hat eine eigene Zahlenlotterie im Land begründet, und die Bewohner der Residenzstadt Braunschweig träumen vom großen Geld. Tatsächlich soll jemand bei der Ziehung im März 1772 eine unglaublich hohe Summe gewonnen haben. Friedrich Bosse allerdings kümmert das nicht. Seine Lebensziele sind zerstört, sein Liebesglück ist zerbrochen. Das Leben des Dichters und Hofmeisters nimmt eine dramatische Wendung, als er dem Opfer einer Schlägerei zu Hilfe eilt. Im Krankenhaus kommt es zu einem Wiedersehen mit Elise, die er nie vergessen hat. Sollte Fortuna dem unglücklichen Friedrich Bosse gewogen sein? Doch Elise ist die Ehefrau des Druckergesellen Andreas Kramer und Mutter zweier Kinder. Kurz darauf ist Kramer tot...

 

Der Herzog von Braunschweig hat eine Zahlenlotterie begründet, und auch im März 1772 findet wieder eine Ziehung statt. Hofmeister Fritz Bosse hat zwar nicht teilgenommen, aber er hilft dem Druckergesellen Kramer, der bei dem grossen Volksauflauf Opfer einer Schlägerei wurde.

Als er Bosse im Krankenhaus besucht, trifft er seine Jugendliebe Elise wieder, die inzwischen mit Kramer verheiratet ist. Sofort kommen die alten Gefühle wieder hoch. Kurz darauf stirbt Kramer unerwartet, und Bosse und Elise werden des Mordes verdächtigt.

Während Elise in den Kerker muss, ist der Gewinner der Lotterie mit einer unerhört großen Summe immer noch nicht ermittelt. Bosse, mit dem Plan, Elise zu befreien, forscht nach und kommt einer großangelegten Betrügerei auf die Spur. Dabei trifft er auch auf den angesehen Dichter Gotthold Ephraim Lessing, der in Braunschweig residiert und gerade seine "Emilia Galotti" auf die Bühne gebracht hat. Ist auch er in den Betrug verwickelt?

Zahlenlotterien zur Zeit der Aufklärung

Schon zum zweiten Mal schickt Isa Schikorsky den Braunschweiger Hofmeister Fritz Bosse in Ermittlungen. Hintergrund ist in diesem Fall eine Zahlenlotterie, die der Ziehung der Lottozahlen heute gleicht, aber im Verlaufe des Romans intensiv erklärt wird, da es darum geht, wie es vermeintlich möglich sein könnte, diese zu manipulieren. Das ist sehr interessant, vor allem überhaupt die Tatsache, dass es seinerzeit schon Lotterien gab.

Das und die Verhältnisse im Kerker machen dann auch den Großteil der Historie im Braunschweig der Aufklärung aus. Die Atmosphäre ist zwar recht dicht, aber nicht unbedingt bahnbrechend. Die Charaktere bleiben vielfach eindimensional, abgesehen von Bosse, Lessing und Elise. Hier hat die Autorin für künftige Einsätze von Fritz Bosse noch Luft nach oben.

Ein Gastspiel von Gotthold Ephraim Lessing

Höhepunkt des Romans ist sicherlich das Zusammentreffen Fritzens mit Lessing und deren Gespräch, zeigt es doch die menschliche Seite eines hochgelobten Meisters, den viele nur vom Papier oder aus dem Theater kennen. Gut getroffen ist hier auch die Nervosität Fritzens vor dem Treffen, die wohl jeder nachvollziehen kann, der einmal einen Termin bei einem "Promi" hatte und nun kurz davor ist, ihn zu treffen. Jeder Rezensent, der mal ein Live-Interview geführt hat, wird sich hier wiederfinden.

Der Kriminalfall selber besteht eigentlich aus zwei Teilen. Zum einen gibt es den Betrugsfall in der Lotterie, deren Hauptgewinner lange nicht feststeht, zum anderen gibt es den Mordfall an Elises Ehemann Andreas Kramer. Ob und wie die beiden Fälle miteinander zusammenhängen, sei hier nicht verraten, allerdings gibt es wegen des Lotteriebetrugs eine recht breit ausgewalzte Verhandlung, die einen interessanten Einblick in die damalige Art der Rechtsprechung gibt. Dennoch bleiben bei der Lösung größere Überraschungen aus und der Roman verliert nach hinten heraus auch an Tempo.

Insgesamt ist Fortunas tödliches Füllhorn solider Krimi ohne große Überraschungen aus dem Leda Verlag, der mit 250 Seiten recht kurz geraten ist. Ein paar Seiten mehr hätten einigen Charakteren mehr Tiefe verleihen können. Leider fehlen jegliche Zugaben wie ein paar Sätze zu tatsächlichen Lotterien während der Zeit der Aufklärung, die für den Leser bestimmt interessant gewesen wären. Lobend erwähnt werden sollte das Cover, das im Gegensatz zu seinem Vorgänger eine deutliche Steigerung ist und Lust auf mehr Fälle für Fritz Bosse macht.

 

Fortunas tödliches Füllhorn

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