Captain Blood

Erschienen: Januar 1929

Bibliographische Angaben

  • Unionsverlag, 1922, Titel: 'Captain Blood', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Ein herrlicher Piratenspaß

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2011

Kurzgefasst:

1685: Von heute auf morgen ändert sich das ruhige Leben des Arztes Peter Blood grundlegend. Weil er einen verwundeten Edelmann behandelt, der in den Aufstand gegen König James II. verwickelt ist, wird er als Verräter abgeurteilt. Sein Urteil: als Sklave auf Barbados einem brutalem Plantagenbesitzer dienen. Der Angriff spanischer Piraten ändert sein Leben endgültig: Der Arzt wird zum gefürchteten Freibeuter. Vor Captain Blood zittert die gesamte Karibik.

 

Im Jahr 1685 leistet der junge irische Arzt Peter Blood in Bridgewater Hilfe an einem verwundeten Edelmann, der allerdings zu den Rebellen gegen den König James II. gehört. Blood wird mit verhaftet und zum Tode verurteilt, kommt aber durch ein Urteil des Königs auf ein Sklavenschiff nach Jamaika, wo Mangel an Sklaven herrscht. In Port Royal wird er von der Nichte des Plantagenbesitzers Colonel Bishop, Arabella, gekauft.

Bishop ist ein Despot, gleichwohl werden schnell Bloods medizinische Fähigkeiten erkannt, und er kann sich als Arzt der Sklaven bald freier bewegen und lernt auch so Arabella besser kennen. Als Port Royal von den Spaniern angegriffen wird, flüchtet Blood mit einigen Sklaven auf einem Schiff und wird so zum gesetzlosen Piraten, der bereits in seiner Ausbildungszeit auf Schiffen gedient hatte und somit nicht unerfahren ist.

Nach einem missglückten Bündnis mit dem französischen Piraten Levasseur nimmt Blood sein Glück selbst in die Hand. Er trifft auf See Arabella Bishop wieder, in Begleitung des englischen Lord Julian Wade, der ihm vorschlägt, für den König von England tätig zu werden, da ihm sein Ruf inzwischen vorauseilt und der König sich reiche Beute verspricht. Zum Schein und aufgrund militärischer Notwendigkeiten geht Blood darauf ein, doch schlägt sein Herz nicht nur für die Piraterie, sondern inzwischen auch für Arabella.

Erfolgreiche Verfilmung mit Errol Flynn

Wem diese Handlung bekannt vorkommt, der hat vielleicht den Kinofilm "Unter Piratenflagge" von 1935 vor Augen, in dem Errol Flynn als Captain Blood unter der Regie von Michael Curtiz den Säbel schwang und die Herzen nicht nur Olivia de Havillands als Arabella Bishop eroberte, sondern mit dieser Rolle seine Weltkarriere startete. Tatsächlich ist der Abenteuerroman aus der Feder Rafael Sabatinis die literarische Vorlage für den Film, für dessen Musik Erich Wolfgang Korngold den Oscar mit nach Hause nehmen konnte.

"Der beste Piratenroman aller Zeiten" bezeugt ein Aufkleber auf der Neuauflage des Romans aus dem Unionsverlag aus dem Jahr 2010, mit einer entsprechenden Fregatte im Seegefecht auf dem Cover. Das macht Appetit auf den Roman, und tatsächlich wird das Leserherz nicht enttäuscht.

Historie im Wandel

Sabatini beschreibt aus der Sicht eines neutralen Erzählers die Geschichte und entführt die Leser in die Karibik der Jahre 1685 bis 1689, während in der englischen Heimat König James II. von Wilhelm von Oranien abgelöst wird und sich somit auch auf See die Bündnisse ändern, wenngleich man naturgemäß erst später davon unterrichtet wird. Zudem greift auch der französische König Ludwig XIV. ins politische Geschehen ein, und somit ist klar, dass sich von jetzt auf gleich die Machtverhältnisse auch in der Karibik verschieben können.

Vor diesen Hintergrund hat Sabatini seinen Abenteuerroman konstruiert, in dem nicht nur das politische Gefüge klar erklärt wird, sondern in dem auch sonst die Stimmung hervorragend eingefangen wird. Man fühlt sich mitgenommen auf den Schiffen, streift durch die Karibik und ist einer von Captain Bloods Männern an Bord der Arabella, wie er sein Schiff nennt. Der Captain selber ist ein Mittdreißiger, der mit Errol Flynn trefflich besetzt wurde und man somit immer den Hollywoodhelden vor Augen hat. Er besticht nicht nur durch sein gentlemanhaftes Auftreten selbst als höflicher Pirat, sondern auch durch sein geschicktes taktisches Vermögen, ist sowohl freundlich als auch brutal, wenn es denn nötig sein sollte. Ein Held also, wie Hollywood in sich nicht besser hätte ausdenken können und wie geschaffen für die große Leinwand.

Scharmützel zu Lande und zu Wasser

Arabella Bishop und Captain Blood liefern sich den ganzen Roman über verbale Scharmützel, die den Leser schmunzeln lassen, wenngleich schon früh klar, worauf das ganze bei den beiden denn hinauslaufen wird. Doch sieht es lange Zeit nicht danach aus, denn es stehen noch einige Gegner und Gauner aus dem Weg zu räumen, und dies wird dem Captain nicht leicht gemacht. Doch mit Hilfe seiner zahlreichen Gefährten wird der Captain auch diese Hürden nehmen.

Rafael Sabatini hat mit Captain Blood einen Helden erschaffen, der es nachfolgenden Generationen tatsächlich schwer macht, mit ihm mithalten zu können. Zwar hat Sabatini wohl eher einen Abenteuerroman denn einen historischen Roman schreiben wollen, dennoch stimmen die historischen Begebenheiten bis ins kleinste Detail, von politischen Verhältnissen über die geographischen Details bis zu den Höflichkeiten und Ausdrucksweisen, die seinerzeit üblich waren. Und auch wenn er nicht alles bis ins hundertste beschreibt, so taucht doch schnell vor dem Auge des Lesers die Inselwelt der Karibik auf, mit den dreckigen Piraten, verruchten Inselnestern und spannenden Seegefechten.

Unterhaltsam

Ein Roman für Männer? Seit Johnny Depp als Jack Sparrow sich durch die Fluch der Karibik-Filme schwingt wohl nicht mehr, ist doch auch der weibliche Part ausreichend vorhanden und für jeden in dem Roman etwas dabei. Der Roman ist ein herrlicher Spaß für Piratenfans und solche, die es werden wollen.

Der Unionsverlag mit Sitz in Zürich verlegt seit einiger Zeit wieder Abenteuerromane wie Captain Blood oder auch Der schwarze Schwan, ebenfalls von Rafael Sabatini, aber auch andere Klassiker des Genres, die durchaus einen Blick in die Reihe lohnen. Gute Romane müssen nicht neu sein, auch ältere wie eben Captain Blood aus dem Jahr 1922 können heute durchaus problemlos ihre Leser mit Humor und Spannung unterhalten. Ein Nachwort von George MacDonald Fraser, in der englischen Neuausgabe als Einleitung geschrieben, ist eine interessante, wenngleich schwärmerische Ergänzung zum Roman und enthält interessante Details zum historischen Hintergrund des Romans. "Der beste Piratenroman aller Zeiten"? Vielleicht Geschmackssache, aber in jedem Fall schon ziemlich nah dran.

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