Die Schwerter von Jerusalem

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Scherz, 2010, Titel: 'Shadow of the Swords', Originalausgabe

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Jkk Jkk
Kopflose Historie

Buch-Rezension von Jkk Jkk Okt 2011

Kurzgefasst:

Er ist eine der schillerndsten Figuren seiner Zeit: Richard Löwenherz, der im Jahre 1189 zum Dritten Kreuzzug nach Jerusalem auszog, um die Heilige Stadt zu befreien. Sein Widersacher, Sultan Saladin, ist einer der bedeutendsten Herrscher des Morgenlands, sowohl bei Freund wie auch bei Feind genießt er höchstes Ansehen. Für beide ist Jerusalem die wichtigste Stadt der Welt. Und beide wollen mit allen Mitteln die Liebe der schönen Jüdin Miriam erringen. Als die Armeen der beiden Heerführer aufeinander treffen, kämpfen sie nicht nur um Jerusalem und ihre beiden Kulturen. Beide Männer kämpfen auch um die Liebe einer Frau.

 

Im zwölften Jahrhundert streben die zwei größten Herrscher ihrer Zeit, König Richard Löwenherz von England und Sultan Saladin, nach dem selben Ziel: Jerusalem. Während Saladin sein Ziel nach langen Kämpfen bereits erreicht hat, versucht er den Frieden in der Stadt der drei Religionen zu sichern. Immer an seiner Seite ist der jüdische Arzt Maimonides und dessen schöne wie intelligente Nichte Miriam. Ihren Reizen verfällt am Ende nicht nur der Sultan, sondern auch der englische König, der mit einer Streitmacht ins Morgenland gezogen ist.

Kamran Pasha ist Produzent und Drehbuchautor in der amerikanischen Filmindustrie Hollywood, und das merkt man seinem Roman leider an. An Spannung und aufregenden Charakteren mangelt es dem Roman keinswegs, aber an geschichtlicher Genauigkeit. Seine Entschuldigung im Nachwort, sich einiger "Freiheiten" bedient zu haben, rettet da leider auch nichts mehr. Im Gegenteil: Freunde eines gut recherchierten, historischen Romans werden sich ebenso vor der Kopf gestoßen fühlen wie Kenner des Dritten Kreuzzuges.

Fernab der Geschichte

Die Liste seiner historischen Fehler ist lang und man weiß gar nicht so recht, wo man da beginnen soll. Vielleicht am Anfang. König Heinrich II.von England hat weder den Kreuzzug abgelehnt noch hat er seinen jüngsten Sohn John zum Nachfolger ernannt. Richards Schwester Johanna war keine einsame Einzelgängerin, sondern war zweimal verheiratet. Während des Zeitrahmens des Buches war sie mit König William von Sizilien vermählt. Sie hat sich auch nicht überraschend aus England kommend ihrem Bruder auf dem Kreuzzug angeschlossen, sondern viel mehr nach dem Tode ihres Mannes. Auch verheimlicht Pasha, dass Richard seit Mai 1191 mit Berenguela de Navarra verheiratet war. Ebenso werden mit keiner Silbe Sibylle und Isabella I. von Jerusalem oder der Großmeister der Tempelritter Gerard de Rideford erwähnt. Durchaus Persönlichkeiten, die man kennen sollte, wenn man über den Kreuzzug berichtet.

Es ist löblich, dass Pasha den Dritten Kreuzzug aus Sicht von Saladin und der muslimischen Welt erzählt. Und es gelingt ihm ausgesprochen gut, Saladin als den ehrenwerten und tief religiösen Herrscher darzustellen, als der er bereits im Mittelalter verehrt wurde, und zudem Richard als plumpen, zuweilen einfach dummen König zu zeigen. Sicherlich entspricht dies nicht immer der Wahrheit, nichtsdestotrotz entzaubert er mit seiner Beschreibung den Mythos Löwenherz ein wenig. Und die Sympathiepunkte sind damit schnell verteilt.

Kein glückliches Händchen

Seine fiktiven Figuren der Jüdin Miriam und des Ritter William Chinons sind packend beschrieben, bilden sie doch einen Gegenpol zu ihren Herrschern. Miriam beschreibt Pasha als temperamentvolle und lebensgierige junge Frau, die mit ihrer Leidenschaft den Sultan in ihren Bann zieht. Und William wird dargestellt als wandelndes, christliches Gewissen und Jugendfreund von König Richard. Dennoch sollten fiktive Charaktere in historischen Romanen stets so gut verankert sein, dass sie eine Brücke zur Authenizität schlagen und dem Leser das Verständnis für die Zeit und deren Umfeld geben. Und um auch mal politische Geschehnisse pausibel zu erklären. Pashas fiktive Persönlichkeiten allerdings haben ein solches Eigenleben, dass sie die Geschichte wahrlich verzerren.

Dennoch ist dem Autor ein spannender Roman gelungen, der sich zwar manchmal einer sehr läßigen, geraden saloppen Schreibweise bedient. Und wenn man Pasha all die historischen Unkorrektheiten verzeihen kann, steht dem kurzweiligen Lesevergnügen nichts im Wege. Wer allerdings auf einen guten historischen Roman hofft, wird bitter enttäuscht.

Die Schwerter von Jerusalem

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Letzte Kommentare:
10.05.2012 19:39:00
Bürger

"Und wenn man Pasha all die historischen Unkorrektheiten verzeihen kann"
Nein, kann ich nicht!
Ein Roman muss sicherlich nicht bis ins letzte Detail historisch korrekt sein, die Geschichte völlig verfälschen darf er aber auch nicht! Hier werden soviele historische Fakten auf den Kopf gestellt, dass mich das schiere Grauen gepackt hat.
Saladin war kein ehrenwerter König, oder glaubt wirklich jemand, dass der Sohn eines kurdischen Offiziers es durch Güte und Weisheit zum Herrscher über Ägypten und Syrien gebracht hat?
Er ist wohl eher mit heutigen Potentaten a'la Ghadafi oder Assad zu vergleichen. Seine Grausamkeiten waren berüchtigt!
Richard I. hatte sicherlich viele Fehler. Dumm und plump war er allerdings nicht. Einige der von ihm verfassten Balladen, vor allem aus der Gefangenschaft, sind bis heute erhalten und lassen sich durchaus mit denen bekannter Troubadoure vergleichen. Und er war es, der immer wieder ein persönliches Treffen mit Saladin anstrebte, was von diesem verweigert wurde.
Hätte Pasha eine fiktive Geschichte geschrieben, wäre das Buch durchaus lesenswert. Mit dem Stil kann ich mich durchaus anfreunden. Aber so habe ich es immer wieder wutentbrannt in die Ecke geschmissen und mir gesagt: dass kann doch nicht wahr sein! Ist es auch nicht, und das kreide ich dem Roman an.
So darf man meines Erachtens nach mit Geschichte nicht umgehen!