Die Rückkehr der Templer

  • Rütten und Loening
  • Erschienen: Januar 2011
  • Rütten und Loening, 2011, Titel: 'Die Rückkehr der Templer', Originalausgabe
Die Rückkehr der Templer
Die Rückkehr der Templer
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Rita Dell'Agnese
78

Histo-Couch Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2011

Zeitreiseroman durch verschiedene Genres

Kurzgefasst:

Der Templer Gero und seine gefährlichste Mission Hannah Schreyber hat den ehemaliger Templer Gero von Breydenbach geheiratet, den es mittels eines Timeservers aus dem Jahr 1307 in die Gegenwart verschlagen hat. Doch den beiden ist keine Ruhe gegönnt. Wissenschaftler finden heraus, dass die beiden ehemaligen Besitzerinnen des Servers im 12. Jahrhundert in Jerusalem festsitzen. Und dass es Hinweise gibt, dass die Vereinigten Staaten und Europa vor dem Untergang stehen. Gero und seine Templer sollen durch die Zeit reisen, um die jungen Frauen zu retten - und herausfinden, wie man die Apokalypse verhindern kann. Ein Himmelfahrtskommando beginnt...

 

2151, irgendwo in Illinois: Rona und Lyn, zwei genmutierte Kriegerinnen, schliessen sich den Rebellen um den charismatischen Wissenschaftler Lion an. Sie sollen in die Vergangenheit reisen, um die Templer vor der folgenschweren Entwicklung der Kriegszüge im Nahen Osten warnen. Tatsächlich landen die beiden jungen Frauen im Jahr 1148, wo sie auf den Assassinen Khaled treffen. Ihre schwierige Mission können Rona und Lyn aber nicht ohne Hindernisse erfüllen. Unter anderem verlieren sie durch einen Verrat der fränkischen Königin Melisende ihren Verbündeten Khaled und sitzen in einem Kloster fest. Um die beiden Frauen aus der Zukunft ins Jahr 2005 zu bringen, wo sie den Amerikanern das Geheimnis um den Time-Server verraten sollen, werden Gero von Breydenbach und seine Freunde ebenfalls ins Jahr 1148 geschickt. Als die Mission scheitert und die Templer in der Vergangenheit verschwinden, macht sich Geros Frau Hannah Schreyber mit ihren Freundinnen auf den Weg in die Vergangenheit, um den Männern beizustehen. Sie landen mitten in einem von Krieg zerrütteten Gebiet.

Durch Zukunft kämpfen

Nach dem grossen Erfolg von Das Rätsel der Templer spinnt die Autorin Martina André die Geschichte um den Templer Gero von Breydenbach weiter. Sie lässt ihn und seine Freunde erneut eine Zeitreise überstehen und hält eine ganze Reihe von Abenteuern für die Zeitreisenden bereit. Wer den ersten Band der Geschichte nur mit Wehmut beiseitelegen konnte, wird sehr schnell in den zweiten Band hinein finden. Allerdings muss - um auf Gero und all die anderen liebgewonnenen Figuren zu treffen - erst einmal ein düsteres Kapitel Zukunft bewältigt werden. Hier setzt Martina André eine grosse Hürde. Denn nicht alle, die die Geschichte von Gero und Hannah mochten, dürften auch mit der skizzierten Zukunft glücklich werden. Und so liegt es in dieser Phase durchaus nahe, das Buch aus den Händen zu legen und auf den weiteren Verlauf der Geschichte zu verzichten.

Durchhalten lohnt sich aber. Ist der Zukunftsteil erst einmal geschafft, mag man sich gemütlich zurücklehnen und in den Abenteuern der verschiedenen Gruppen, die sich in der Vergangenheit bewegen, versinken. Denn hier läuft Martina André erneut zu Höchstleistung auf und serviert den Leserinnen und Lesern eine temporeiche, stellenweise witzige und über weite Strecken spannende Geschichte. Dabei gibt sie einen guten Einblick in die Interessen der verschiedenen Gruppierungen, die im Mittelalter um Jerusalem kämpfen.

Unnötige Seitenhiebe

Leider nutzt Martina André diesen zweiten Band rund um die zeitreisenden Templer dazu, kleine Seitenhiebe zu verteilen. Völlig unnötig und für die Geschichte unerheblich sind etwa Aussagen, wie jene, dass die Mondlandung lediglich eine inszenierte Propaganda der Amerikaner war und in Wahrheit nie stattgefunden hat. Darüber mag man durchaus geteilter Meinung sein, doch sind solche Aussagen eher bemühend denn bereichernd für den Roman. Ebenso wirkt sich das Bild, das die Autorin von den bösen Amerikanern zeichnet, etwas störend aus. Auch hier mag Kritik durchaus angemessen sein, doch folgt diese Einteilung in Gut und Böse so stark einem Klischee, dass das Ganze weniger als Kritik denn als ungefilterte Schuldzuweisung im Raum steht und dadurch einen höchst schalen Nebengeschmack bekommt.

Viel Wissen eingebaut

Die Autorin hat in ihren Roman viel Wissen eingebaut. Einerseits um die Kreuzzüge und über die Templer, andererseits wissenschaftliche Betrachtungen. Hier zeigt sich, dass in den über 700 Seiten eine Fülle von Informationen steckt und gut beschriebene Atmosphäre steckt. Tatsächlich nimmt der historische Teil und damit die Schilderung der Auseinandersetzung von Königin Melisende und ihrem Sohn Balduin III. sowie des Verhaltens der Templer einen grossen Teil der Erzählung ein, so dass die Freunde des historischen Romans durchaus auf ihre Kosten kommen - sofern sie denn geneigt sind, den phantastischen Teil rund um die Zeitreisen und die Zukunftsvisionen zu schlucken.

Der Roman wird durch eine kleine Templerkunde, Kartenmaterial und ein Glossar optimal ergänzt.

 

Die Rückkehr der Templer

Martina André, Rütten und Loening

Die Rückkehr der Templer

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