Der Traum der Hebamme

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2011, Titel: 'Der Traum der Hebamme', Originalausgabe

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86

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Jkk Jkk
Am Ende eines langen Weges

Buch-Rezension von Jkk Jkk Okt 2011

Kurzgefasst:

Desillusioniert kehrt Marthes Sohn Thomas im Herbst 1191 vom Kreuzzug zurück. Doch auch in der Heimat findet er keinen Frieden, denn dort herrscht der grausame Albrecht über die Mark Meißen. Als dieser seinen Bruder Dietrich, an dessen Seite Thomas im Heiligen Land gekämpft hat, angreift, bleibt beiden keine andere Wahl, als erneut zu den Waffen zu greifen. Die Lage scheint aussichtslos, deshalb muss Dietrich ein Zweckbündnis mit dem Landgrafen von Thüringen eingehen. Dafür fordert dieser die Verlobung Dietrichs mit seiner Tochter. Ein hoher Preis, denn Dietrich liebt seit langem heimlich Marthes Tochter Clara...

 

Wir schreiben das Jahr 1191 und Graf Dietrich von Weißenfels kehrt mit nur einem Ritter aus dem Heiligen Land zurück. Nur Thomas, Marthes ältester Sohn, ist noch an Dietrichs Seite. Doch Thomas ist ein gebrochener Mann, völlig desillusioniert hat er nicht nur seinen besten Freund auf den Schlachtfeldern des Dritten Kreuzzuges verloren, sondern auch seine Seele. Zurück in Sachsen müssen beide erkennen, dass sie so schnell keinen Frieden in der Heimat finden werden, denn Dietrichs Bruder Albrecht, der Markgraf von Meißen, will mit Waffengewalt nach der Grafschaft greifen und rüstet für die Schlacht. Doch Dietrich steht nicht alleine da. Lukas und Marthe werben im thüringischen Exil seit geraumer Zeit für ein Bündnis zwischen dem Landgrafen von Thüringen und Weißenfels. Graf Dietrich soll Jutta von Thüringen, die Tochter des Landgrafen, heiraten um so einen mächtigen Verbündeten gegen seinen Bruder zu gewinnen. Doch Dietrich hat schon vor langer Zeit sein Herz an Marthes Tochter Clara verloren und will sie nach seiner Rückkehr zu seiner Frau nehmen. Nun muss sich Dietrich zwischen der Liebe zu seiner Grafschaft und zu Clara entscheiden. Eine bittere Pille, denn wenn Weißenfels gerettet werden will, braucht er dringend Unterstützung...

Ein letztes Mal...

Sabine Ebert schickt mit dem fünften Teil ihrer Hebammen-Reihe die Leser erneut auf eine Berg- und Talfahrt der Geschichte Mitteldeutschlands. Hoffnung und Verzweiflung liegen in diesen Jahren nah beieinander. Wie in den vorigen Bänden auch geht Ebert mit viel Liebe zum Detail voran, vor allem ihren Figuren, historischen und fiktiven, gibt sie viel Raum zum entfalten, ohne jemals den großen roten Faden der Historie zu verlieren. Die geschilderten Ereignisse sind historisch korrekt dargestellt und wie gewohnt gut recherchiert. Und wie man es von einer guten Autorin erwartet, sind die nicht dokumentierten Ereignisse mit entsprechender, aber vor allem nachvollziehbarer Fantasie gefüllt.

Anders als bei den vorherigen Bänden rückt Ebert dieses Mal Marthes Kinder Thomas und Clara in den Mittelpunkt des Buches. Clara fand als junge Witwe mit ihren Kindern Zuflucht in Weißenfels und ist nun bereit, ihre Liebe zu Dietrich zum Wohle der Mark Meißen zu opfern.

Die wohl spannendste Figur in diesen Roman ist allerdings Thomas, der Graf Dietrich so hoffnungsvoll auf den Kreuzzug begleitete und nun als gebrochener Mann zurückkehrt. Er ist ein Gefangener seiner selbst, geplagt von Zweifeln, Stumpfsinn, Mitleidslosigkeit und einer tiefen inneren Leere. Sein Werdegang fesselt und bewegt zugleich. Und das Ende, das Ebert für ihn bereit hält, ist ihm durchaus würdig.

...Marthe und Lukas

Es wäre kein echter Hebammenband, wenn Lukas und Marthe nicht vorkommen würden. Denn selbst wenn sie etwas in den Hintergrund gerückt sind, heißt das noch lange nicht, dass sie die Geschichte nicht tragen und vorantreiben würden. In jeder Zeile sind sie präsent mit ihrem Handeln, ihren Ideen und ihren moralischen Vorstellungen. Sie kämpfen für Dietrich, allen Zweifeln zum Trotz. Und so überrascht es nicht, dass die letzten Zeilen des Romans den beiden gewidmet sind. Nach einer beschwerlichen Reise mit vielen Tiefen, aber auch Höhen, endet die Geschichte dort wo sie einst begann: in Freiberg.

Ebert ist ein wunderbarer Abschluss ihrer Hebamme-Pentalogie gelungen. Der Traum der Hebamme ist ebenso vielseitig, spannend und fesselnd wie die Bände zuvor. Und mit Wehmut liest man die letzten Zeilen, denn das Ende eines langen Weges ist nun erreicht...

Der Traum der Hebamme

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Letzte Kommentare:
09.12.2011 11:07:56
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Meine Meinung:

Dies ist der fünfte und somit der letzte Teil der Hebammen-Reihe von Sabine Ebert. Auch wenn mir der vorherige Teil leider nicht so zugesagt hatte, war ich doch gespannt auf diesen Band, um zu erfahren, wie die Geschichte rund um Marthe und ihre Lieben den Abschluss findet.
Der Hintergrund des Covers ist in Lila gehalten, im Vordergrund ist eine junge Frau, die wahrscheinlich Marthes Tochter Clara darstellen soll, abgebildet.

Graf Dietrich und Marthes Sohn Thomas kehren vom Kreuzzug zurück, der ihnen leider nichts gebracht hat, außer gute Freunde zu verlieren. Kaum in der Heimat angekommen, werden sie von Albrecht, Dietrichs boshaftem Bruder, angegriffen. Um den Nachbarn, den Landgrafen von Thüringen, als Verbündeten zu bekommen, muss Dietrich diesem eine Zusage machen, welche ihm sehr zuwider ist.
Durch Albrechts Angriffspläne gab es direkt am Anfang des Buches Spannung, welche sich durch die gemeinen Intrigen desselben bis zum Ende hin durchzog. Dazwischen gab es auch immer wieder erotische und glückliche Momente, aber auch einige traurige und wehmütige. Zu guter Letzt fehlte auch der Humor, den die Autorin immer wieder mal mit einfließen ließ, nicht.

Trotz vieler geschichtlicher Fakten, die eine wichtige Rolle für die Handlungen waren, ließ sich das Werk gut und flüssig lesen. Es war in drei große, und diese wiederum in viele kleine, Kapitel unterteilt, welche zum angenehmen Lesen beitrugen.
Viele Figuren kannte ich schon aus den vier vorherigen Bänden, so dass ich keinerlei Probleme hatte, mich in sie hineinzuversetzen. Erzählt wurde aus den Sichtweisen der unterschiedlichsten Charaktere.

Am Ende des Buches hat die Autorin noch einen ausführlichen Anhang hinzugefügt, mit historischen Daten, Ahnentafel und Gedanken zu ihren erfundenen Figuren.


Fazit:

Ich finde, dieser Band ist ein schöner Abschluss der Hebammen-Reihe. Beim Lesen des Buches habe ich mehrmals überlegt, in Zukunft noch mal alle Bände hintereinander durchzulesen, um Marthe und ihre Geschichte intensiver erleben zu können.