Herrin über Licht und Schatten

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2011, Titel: 'Herrin über Licht und Schatten', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Krimi um die Anfänge der Photographie

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2011

Kurzgefasst:

Hamburg im 19. Jahrhundert: Nach dem Scheitern ihrer Ehe steht die junge Jenny finanziell und gesellschaftlich vor dem Ruin. Sie ist heilfroh, als ihr Bruder Hermann Biow sie zu sich nach Hamburg holt. Dort hat der einstige Porträtmaler das erste photographische Atelier der Stadt gegründet. Seine Aufnahmen berühmter Persönlichkeiten finden bald überall große Beachtung. Und auch Jenny beweist Talent mit der Kamera. Doch dann geht Hermann nach Dresden und lässt sie mit Schulden zurück. Jenny gerät erneut in Bedrängnis. Damit nicht genug: Im Haus einer reichen Kaufmannsfamilie, die von Jenny photographiert wurde, kommt es zu mysteriösen Todesfällen. Diese scheinen mit dem großen Brand zusammenzuhängen, der vor Jahren fast ganz Hamburg zerstörte. Jenny stößt auf ein Netz aus Intrigen und ungesühnter Schuld. Und bald ist nicht nur das Atelier, sondern auch ihr Leben in Gefahr.

 

Nichts kann Jenny davon abbringen, sich mit Bildern zu beschäftigen. Ihr Vater, Raphael Biow, hat sich als Kunstmaler einen Namen geschaffen und betreibt ein Unternehmen mit mehreren Angestellten. Auf dem Sterbebett verlangt der von seinem Sohn Hermann bitter enttäuschte Raphael Biow, Jenny müsse seinen Assistenten Bossard heiraten, damit er dem Paar seine Werkstätte vermachen könne. Jenny versucht zunächst vergebens, sich dieser Anordnung zu entziehen. Als die Ehe scheitert, flüchtet sie zu ihrem Bruder Hermann nach Hamburg. Dieser hat, ganz dem Fortschritt des 19. Jahrhunderts verbunden, ein Photoatelier eröffnet. Schnell lernt Jenny den Umgang mit der Technik. Da verschwindet Hermann und lässt Jenny auf einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Scherbenhaufen sitzen. Die junge Frau gerät zudem in Verdacht, in eine ganze Reihe von mysteriösen Todesfällen verwickelt zu sein.

Zeit des Übergangs

Guido Dieckmann beschreibt in seinem Roman eine Zeit des Übergangs. Die Portraitmalerei verliert zunehmend an Bedeutung, wer etwas auf sich hält, lässt sich photographieren. Gekonnt beschreibt Dieckmann, wie sich die jüngere Generation gegenüber der neuen Technik offen zeigt, während die bisher hoch angesehenen Portraitmaler versuchen, an ihren Pfründen festzuhalten. Feinfühlig lässt der Autor seine Protagonisten alle Stadien von Neugier, Angst und Zukunftsvisionen durchmachen. So ist es durchaus schlüssig, dass sich die an sich talentierte Malerin Jenny der Photographie zuwendet. Bei der Ausarbeitung seiner Heldin legt sich Guido Dieckmann kaum Beschränkungen auf. Er stattet sie zwar mit allen möglichen Fähigkeiten aus, aber auch mit Ecken und Kanten - und einem gesunden Maß an Selbstzweifeln und Autoritätsgläubigkeit. So ist sie eine typische Vertreterin ihrer Zeit, auch wenn sie für ihre Verhältnisse einen fortschrittlichen Weg beschreitet. Nicht ganz schlüssig ist einzig die Frage, weshalb Dieckmann Jenny aus einem jüdischen Elternhaus stammen lässt. Vor diesem Hintergrund scheint das Aufbegehren der jungen Frau gegen die gesellschaftlichen Zwänge etwas überzeichnet.

Gut aufgebauter Spannungsbogen

Eine Stärke des Romans ist der Aufbau, der immer wieder durch Spannungselemente angereichert ist. So wird es zeitweise fast unmöglich, den Roman aus den Händen zu legen. Guido Dieckmann lässt die Geschichte durch etliche unerwartete Wendungen jeweils eine neue Richtung nehmen und zeigt dadurch dem Gefühl, schon von Beginn an zu wissen, wie die Geschichte ablaufen wird, die kalte Schulter. Allerdings flacht zwischen den Spannungsbereichen die Handlung hin und wieder etwas gar zu sehr ab, so dass leider ein paar Längen entstehen, die problemlos hätten vermieden werden können. Richtig störend sind sie allerdings auch nicht, sie bremsen zwar das Tempo etwas ab, führen aber nicht dazu, dass Langeweile aufkommt.

Thema optimal umgesetzt

Bestechend ist die Auseinandersetzung des Autors mit dem Thema Photographie an sich. Ohne auch nur im entferntesten Schulmeisterei zu betreiben, erklärt der Autor die Entwicklung auf diesem Gebiet auf eine leicht verständliche und unterhaltsame Art. Die Einbettung des Themas in einen Krimi ist eine gute Lösung und gibt dem Autor die Möglichkeit, mehrere Themenbereiche miteinander zu verknüpfen. So ist ein unterhaltsamer Roman entstanden, der auf einem hohen sprachlichen Niveau erzählt wird. Rundum ein gelungener, historischer Roman.
Sehr schön sind schließlich auch die Erläuterungen Dieckmanns im Nachwort. Sie geben dem Roman zusätzliche Tiefe und lassen die Geschichte noch mal in einem ganz anderen Licht erscheinen.

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