Das Diamantenmädchen

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Das Diamantenmädchen', Originalausgabe

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Daniela Loisl
 Facettenreicher Einblick in das Berlin der 1920er Jahre

Buch-Rezension von Daniela Loisl Sep 2011

Kurzgefasst:

Berlin in den 1920er Jahren: Um Reparationsforderungen der Alliierten zu umgehen, erhält Diamantenschleifer Paul van der Laan von der deutschen Reichsregierung den Geheimauftrag, eine Reihe kostbarer Rohdiamanten für den verdeckten Verkauf auf dem internationalen Markt zu schleifen. Lilli Kornfeld, Journalistin für die Berliner Illlustrirte und eng verbundene Freundin seit Kindheitstagen, hat den Kontakt vermittelt. Zu gleicher Zeit wird ein ermordeter Schwarzer auf dem Balkon des Hotels am Nollendorfplatz gefunden - neben seiner Leiche liegt ein Rohdiamant. Die Berliner Kommissare Schambacher und Togotzes nehmen die Ermittlungen auf und stoßen schon bald auf das Dienstmädchen...

 

Berlin um 1920. Carl von Schubert, Staatssekretär im Außenministerium, trifft bei einer Pressekonferenz auf Lilli Kornfeld, Journalistin bei der "Berliner Illustrirten Zeitung" und bittet sie um ein vertrauliches Gespräch. In diesem eröffnet er ihr, dass er die Dienste des besten Diamantenschleifers Berlins benötigt, um der jungen Republik zu einem größeren Vermögen zu verhelfen. Lilli kennt Paul van der Laan, einen hervorragenden Diamantenschleifer, schon von Kindesbeinen an und soll Schubert den Kontakt zu ihm herstellen.

Gleichzeitig wird in einem Hotel ein Schwarzer ermordet. Die ermittelnden Beamten Schambacher und Togotzes finden bei der Leiche einen Rohdiamanten, der sie in verschiedenste Richtungen ermitteln lässt...

Kein reiner Krimi

Wer Ewald Arenz' Bücher kennt, weiß, dass man in seinen Werken stets mehr geboten bekommt als eine einfache Geschichte. Lässt die Kurzbeschreibung ahnen, dass man mit seinem jüngsten Roman einem Krimi in den Händen hält, so stimmt dies nur bis zu einem gewissen Grad. Der Roman ist wesentlich mehr als eine Kriminalgeschichte. 

Einerseits gewährt Arenz einen expliziert recherchierten Einblick in die politischen Nachwehen des Ersten Weltkrieges und anderseits zeichnet er Kindheitserinnerungen junger Leute, die in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten aufwachsen, auf sehr eindringliche Weise nach. Lilli Kornfeld, die Protagonisten des Romans, ihr Bruder Wilhelm und Paul van der Laan waren als Kinder unzertrennlich. Nach vielen Jahren trifft Lilli nun wieder ihren Jugendfreund Paul, was die unterschiedlichsten Gefühle bei ihr auslöst.

Wie gewohnt führt Ewald Arenz den Leser mit viel Empathie an die vergangenen Geschehnisse heran und bietet auf so luftig leichte Art einem hochwertigen Kinofilm gleich, einen Rückblick in verschiedene Welten.

Unterschiedlichste Schauplätze

Im Zentrum stehen die vergangenen Jahre des Freundetrios und deren Entwicklung. Mit selten feiner Sprache, die oft ins Poetische, aber niemals ins Kitschige oder Pathetische gleitet, erzeugt Arenz ein duftiges Gebilde der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts. Man begibt sich mit ihm aufs gesellschaftliche Parkett genauso wie auf das politische, in dem die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges noch deutlich spürbar sind. Aber es sind die Diamanten, die die Verbindung zu den verschiedenen Schauplätzen herstellen und die Diamanten sind es auch, die eine blutige Spur hinterlassen. So verwebt der Autor den historischen Hintergrund zum Thema Diamanten sehr interessant und äußerst gekonnt in die Geschichte mit ein. Diamantenfunde in Deutsch-Südwest, reiche russische Adelige, die in Berlin leben und mit ihren Juwelen nicht hinterm Berg halten, ein geplanter Artikel über Diamanten von Lilli in der Berliner Illustrirten und die Suche nach dem Mörder mit einem brillanten Duo als Kommissare, bieten einen großen Radius an Ereignissen.

Ein Kaleidoskop an Charakteren

Ebenso herausragend wie Arenz` Sprache ist auch die Figurenzeichnung des Autors. So begibt man sich bei den Ermittlungen mit den Kommissaren Schambacher und Togotzes auf amüsante und authentische Wege, mit Paul van der Laan sieht man sich einem verschlossenen und undurchschaubaren Menschen gegenüber, den man schwer einschätzen kann. Und dann ist da noch Lilli, die lebensfrohe und intelligente junge Frau, die spürt, dass sich etwas in ihrem Leben ändern wird, als sie auf Schambacher trifft, dies aber zu ignorieren versucht. Der Kriminalfall wird natürlich gelöst, bietet aber mehr psychologische Offenbarung als kriminalistische.

Ein wunderbares Buch, das kein Highlight als Krimi ist (und auch nicht das beste des Autors), sehr wohl aber als Milieustudie einer Nachkriegszeit. Eine erstklassige Sprache, immenses Feingefühl für das Zwischenmenschliche, penible Recherche und schriftstellerisches Können des Autors zeigen auch in diesem Roman von Ewald Arenz, dass Unterhaltung und hohes Niveau sich nicht ausschließen.

Das Diamantenmädchen

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