Der Hochzeitsring

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Sutton, 2011, Titel: 'Der Hochzeitsring', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Bildgewaltiger Ausflug ins Mittelalter

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2011

Kurzgefasst:

Erfurt, 1349: Bewundernd beobachtet Konrad seinen Lehrherrn Thomas von Weimar, während dieser aus purem Gold den schönsten Ring schmiedet, der je an den Ufern der Gera entstanden ist. Der reiche jüdische Kaufmann Kalman von Wiehe hat ihn für die Hochzeit seines ältesten Sohns bestellt. Doch als Konrad an einem kalten Wintermorgen die Leiche eines jungen Mädchens im Hof der Goldschmiedewerkstatt entdeckt, gerät das Leben in der mittelalterlichen Stadt aus den Fugen. Schreckliche Gerüchte laufen auf den Märkten um, die Pest sei auf dem Weg nach Erfurt, die Strafe Gottes. Und die Juden seien an allem schuld. Rasend schnell schaukelt sich die Stimmung auf, die Volksseele kocht. Die Juden der Stadt und alle, die wie der junge Konrad und sein Meister freundschaftlich mit ihnen verkehren, müssen um ihr Leben fürchten.

 

Erfurt im Jahr 1349. Der Goldschmied Thomas von Weimar hat mit seinen Gehilfen alle Hände voll zu tun, denn er soll für eine bevorstehende Hochzeit umfangreichen Schmuck anfertigen. Der Sohn des jüdischen Kaufmanns Kalman von Wiehe steht kurz vor dem Eintritt in die Ehe und sein Vater, einer der reichsten Männer der Stadt, will sich das Spektakel viel Geld kosten lassen.

Eigentlich könnte von Weimar zufrieden sein angesichts des bevorstehenden Geschäftes, doch seit einigen Tagen kursieren üble Gerüchte durch die Stadt. Händler und andere Reisende berichten, dass die Pest im Anmarsch sei und hieran einzig die Juden schuld seien. In anderen Städten hätte es bereits erste Übergriffe mit Toten und Verletzten gegeben und so dauert es nicht lange, bis sich auch in Erfurt erste Bürger zusammenraufen. Nicht wenige haben bei jüdischen Geldverleihern ordentliche Schulden, die sie mit einem Gewaltakt ganz nebenbei tilgen könnten.
In dieser unruhigen Zeit findet der stumme Lehrjunge Konrad eines Morgens die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Grundstück seines Meisters von Weimar, dass offenbar schwer misshandelt und anschließend erdrosselt wurde. Bei dem Mädchen handelt es sich um Abigail, die als Magd bei Kalman von Wiehe arbeitete. Um die Stimmung in der Stadt nicht weiter hochzutreiben, entscheiden von Weimar und von Wiehe, die Leiche unauffällig bestatten zu lassen und die Stadtwache nicht zu informieren...

Als Schullektüre geeignet?

Der Hochzeitsring von Henry Köhlert ist in erster Linie ein Bildgewaltiger Ausflug in das mittelalterliche Leben. Wenngleich das Buch keine 240 Seiten umfasst, so gelingt doch ein intensives Eintauchen in die damalige Zeit, was diesen Debütroman durchaus lesenswert macht. Die Geschichte spielt sich überwiegend im Minikosmos der Familie von Weimars und in dessen Werkstatt ab. Hier versucht "der Meister" nicht nur einen brillanten Hochzeitsschmuck für seinen langjährigen Freund Kalman von Wiehe zu fertigen, sondern auch seinen Helfern klar zu machen, was von der mehr und mehr judenfeindlichen Stimmung in der Stadt zu halten ist. In dieser Hinsicht wäre der Roman mitunter als Schullektüre geeignet.

Leider hat der Plot eine kleine, wenngleich entscheidende Schwäche. Nachdem die Leiche der jungen Abigail gefunden wird, verschwindet diese kurzerhand, ohne dass hier der Mordfall untersucht wird. Stattdessen nehmen die Gerüchte über Pest und Judenschuld zu und die "braven Bürger" der Stadt rotten sich zusammen, bis es zu dem tragischen Pogrom von 1349 kommt. Dies ist kein Spoiler, da sich das Ereignis auch auf dem Buchrücken wiederfindet. Und genau das ist die besagte Schwachstelle, es will zu keiner Zeit eine gewisse Spannung aufkommen (wenngleich der bereits erwähnte Buchrücken etwas anderes behauptet). Die Geschichte wird solide abgearbeitet und läuft auf ihren traurigen Abschluss unaufhaltsam zu - ohne Ecken und Kanten. Zumindest den Mörder des Mädchens hätte man doch "entdecken" können, stattdessen erfolgt eine geradezu trivial anmutende Auflösung.

Wer sich für das Leben im Mittelalter interessiert findet in Der Hochzeitsring eine kurzweilige Lektüre mit moralischem Unterton, wer eher auf Spannungsliteratur steht, sollte nicht zugreifen.

 

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