Civitas A. D. 1200. Das Geheimnis der Rose

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Acabus, 2011, Titel: 'Civitas A. D. 1200. Das Geheimnis der Rose', Originalausgabe

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Daniela Loisl

Buch-Rezension von Daniela Loisl Aug 2011

Kurzgefasst:

Das Deutsche Reich im Jahre des Herrn 1200. Der Müllersohn Antonius findet in der Holzbachschlucht, im Westerwald, einen geheimnisvollen Fremden, der verletzt und orientierungslos ist. Er trägt ein kostbares Schwert und einen mysteriösen Holz-Oktaeder bei sich. In Rom überschlagen sich derweil die Ereignisse. Das Gegenstück einer wertvollen Reliquie wird entwendet, Bruno von Sayn, ein Gesandter des Welfen Otto IV, erhält eine rätselhafte Nachricht und alle Hinweise führen in den weit entfernten Westerwald. Dunkle Reiter richten dort Unheil an und versetzen die Gegend in Angst und Schrecken. Der Abt Hermann sucht zusammen mit seinen zwölf Glaubensbrüdern einen Platz für den Bau eines Klosters, als ihn Antonius und der Fremde Heinrich aufsuchen. Doch was hat es mit der Reliquie auf sich und welche Rolle spielt die geheimnisumwobene Rose?

 

Antonius, ein junger Müllerssohn, findet einen verletzten, bewusstlosen Ritter und nimmt ihn mit nach Hause. Die ganze Familie sorgt sich um den Schwerverletzten, der Dank der guten Pflege überlebt. Heinrich, so heißt der Fremde, führt ein wertvolles Schwert mit sich und hat auch so noch manches Geheimnis.

In Rom kommt es indessen zu einem vermeintlichen Diebstahl in der Basilika Santa Croce. Eine äußerst wertvolle Relique wird entwendet, zu der es auch ein passendes Gegenstück geben soll, das aber seit langer Zeit verschollen ist. Generell hat der Vatikan die Order verbreitet, dass sämtliche Reliquen der Kirche gehören, egal wo und von wem sie gefunden werden. Jeder muss diese Order befolgen, da sonst drakonische Strafen drohen. Um verschollene Reliquien aufzuspüren, sind finstere Gestalten für die Vereinigung "Die Strengen Augen Gottes", die unmittelbar dem Vatikan untersteht, unterwegs. Drei dieser Schergen sind im Westerwald hinter einem Mann her, der eine besonders wertvolle Reliquie bei sich tragen soll...

Temporeich, farbenprächtig und bildhaft

Einen richtigen Ziegelstein wähnt man hier eher in den Händen zu halten als einen historischen Roman. Ein größeres Format und dichter bedruckte Seiten versprechen hier eher 800 bis 900 Seiten als die angegebenen gut 550. "Angst" vor der großen Seitenzahl braucht man dennoch nicht haben, denn das Buch einmal angelesen, legt man nicht mehr so schnell aus der Hand.

Christof Wolf kann erzählen und er liebt es auch, dies ist bei jedem Wort, jedem Satz, jeder Seite spürbar. Wolf will dem Leser nicht nur etwas erzählen, er will, dass der Leser dies auch erlebt und dies gelingt ihm, indem seine Geschichte nicht nur bildhaft, sondern regelrecht plastisch, greif- und spürbar darstellt. Es gelingt dem Autor auf jeden Fall so gut, dass sich nicht nur Einheimische zurechtfinden, sondern auch Leser, die noch nie in der Gegend des Westerwalds waren, eine sehr gute Vorstellung von der Umgebung bekommen.

Rund um den Westerwald und dessen damals noch sehr kleinen Orte wie Nisterbach, Westerburg, Altstadt-Hachenburg und natürlich Hachenburg (Civitas), drehen sich sämtliche Ereignisse, nur wenige Male - und das nur zu Beginn des Buches - gibt es einen Exkurs nach Rom. Es ist ein sehr positives Buch. Mord und Totschlag kommen zwar vor und Wolf nimmt da auch kein Blatt vor den Mund und beschreibt die Szenen sehr authentisch, aber er gleitet niemals ab ins reißerisch und unnötig Grausame.

Als Leser bekommt man das Gefühl, sich direkt mit den Figuren zu bewegen, mit ihnen zu gehen, wie mit Antonius und Heinrich, die sich auf den Weg nach Civitas machen und dabei jede Menge Abenteuer zu bestehen haben. Mehrere Erzählstränge führen durch die Geschichte und mit geschickt gesetzten "Cliffhangern" hält der Autor die Spannung stets straff. Generell schafft Wolf es, den Leser von Beginn an bis zum Ende des Buches zu fesseln und Längen kommen kaum vor. Allerdings könnte es sehr wohl passieren, dass Leser, die sich weniger für geschichtliche Hintergründe z.B. für die des Juden- oder Christentums oder des Islams interessieren, diese Seiten überblättern, da Wolf doch dazu neigt, über solch Dinge schon beinah eine Abhandlung zu schreiben.

Eine Fülle an Figuren!

Ein wirkliches Manko ist es, dass es ihm Buch kein Personenregister gibt. Neben den Protagonisten gibt es sicher noch gut vierzig Figuren, die eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen und sogar Leser, die ein gutes Namensgedächtnis haben, werden sich da etwas schwer tun, diese alle auseinanderzuhalten. Die Figuren sind sympathisch und die Bösewichte - eben böse. Etwas schablonenhaft, was aber aufgrund der wirklich flotten und mitreißenden Erzählung verzeihbar ist.

Sind die Figuren auch etwas schwarz/weiß, so hat der Autor dennoch darauf geachtet, dass möglichst viele unterschiedliche Charaktere die Geschichte beleben. Ab und zu legt er ihnen etwas zu moderne Sätze in den Mund, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut.

Gut recherchiert? - Leider nur bedingt.

Mit Heinrich schafft der Autor eine Figur, die an den grausamen Kreuzzügen teilgenommen hat. Er lässt Heinrich (der absolut tadellos, unfehlbar, gut und grundehrlich ist) berichten und mit ihm begibt man sich auf die Reise nach Outremer und begegnet auch Sultan Saladin. Ist das Grundgerüst sicher recherchiert, speziell der Bereich der rund um Westerwald spielt, so kommt man leider dennoch nicht daran vorbei zu erwähnen, dass dem Autor so einige - mehr oder weniger kleine - Fauxpas passiert sind. Da wird z.B. zum Frühstück Pfefferminztee getrunken - Tee war zu dieser Zeit nur als Aufguss bekannt und da wurde er nur Kranken verabreicht; "Kutschen" in dem Sinne gab es damals nicht, es gab zwar schon viel früher gefederte Reisewagen, aber alleine der Begriff "Kutsche" kam erst im 16. Jh auf; auch dass man damals schon sechsspännig fuhr, ist etwas anzuzweifeln und dass die Fuhrleute sich in der Wartezeit genüsslich eine Pfeife stopften, mutet auch sehr befremdlich an, kam der Tabak doch erst mit der Entdeckung Amerikas nach Europa und auch die Anrede "Durchlaucht" kam erst wesentlich später auf - nur um ein paar dieser Kleinigkeiten zu nennen. Es erscheint beinah paradox, dass Wolf diese Fauxpas passiert sind, hat er sich doch mit der Umgebung und der Entstehung der Orte rund um den Westerwald sehr intensiv befasst. Etwas mehr Sorgfalt bei den alltäglichen Dingen dieser Zeit wäre wünschenswert gewesen.

Gibt es in Christof Wolfs Buch auch unbestritten einige Schwächen, so muss man dennoch erwähnen, dass das Lesevergnügen im Gesamten sehr viel wett macht, was auch nicht oft vorkommt. Wolf versteht es einfach, den Leser von Beginn an mitzunehmen, lässt ihn sympathische Figuren kennenlernen und setzt das richtige Maß an Pathos ein, damit man mit den Darstellern mitleidet und sich auch mitfreut.

Es ist wünschenswert, noch mehr von Wolf in diesem Genre zu lesen - nur der Recherche des Alltags der Epoche sollte er etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

Civitas A. D. 1200. Das Geheimnis der Rose

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