Sturm über Branitz

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2011, Titel: 'Sturm über Branitz', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Gut inszenierter Histo-Krimi

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2011

Kurzgefasst:

Die Lausitz, Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Unwetter tobt über dem Branitzer Schlosspark. Als begeisterter Landschaftsarchitekt ist Fürst Pückler besorgt und schickt am nächsten Morgen seine Gärtner aus. Sie sollen ihm berichten, ob Bäume beschädigt wurden. Bei ihrem Rundgang machen sie einen grausigen Fund: In den Wurzeln eines umgestürzten Baums hängt ein toter Knabe. Sein Körper ist übersät von blutigen Wunden. Im Ort kommt Unruhe auf und das Volk entwickelt abenteuerliche Theorien. Hat etwa der alte Fürst etwas mit dem Verbrechen zu tun?

 

 

 

Über der Lausitz wütet ein Sturm. Für den bereits älteren Fürsten Pückler ein Grund zur Sorge. Denn eben erst hat er mit der Gestaltung des Branitzer Schlossparks begonnen, die gepflanzten Bäume sind noch nicht angewachsen. Tatsächlich liegt am nächsten Morgen einer der Bäume am Boden. In seinen Wurzeln steckt ein toter Knabe, der übel zugerichtet ist. Ein übereifriger Ermittler sieht den Fürsten als möglichen Täter. Da sich Fürst Pückler durch diesen Verdacht in der Umsetzung seiner Gartenbaupläne gestört sieht, setzt er selber einen Ermittler ein, den Dorfschullehrer Prohaska. Bei seinen Nachforschungen stößt Prohaska auf die Spur des toten Jungen, die ihn zu einem seltsamen Nonnenkloster führen, hinter dessen Mauern seltsame Dinge vor sich gehen.

Alles, was ein Krimi braucht

Franziska Steinhauer hat mit diesem Roman einen Krimi optimal mit historischen Elementen vereint. Sie serviert ihren Lesern alles, was ein Krimi braucht: Leichen, mehrere mögliche Täter, eine Geschichte mit unerwarteten Wendungen, einen hochnäsigen Ermittler mit Scheuklappen, interessante Nebenschauplätze und einige recht starke Charaktere. Die Autorin hat einen optimalen Einstieg in die Geschichte gewählt: Mit der Sturmszene stellt sie die Leser gleich mitten ins Geschehen und baut quasi um sie herum die Geschichte langsam auf. Sehr angenehm ist dabei, dass Fürst Pückler zwar unbestreitbar eine wichtige Rolle einnimmt, jedoch im Prinzip im Hintergrund bleibt - ganz die vornehme Zurückhaltung, die dem bereits betagten Adligen gut zu Gesichte steht. So nebenbei - der neu anzulegende Park ist letztlich nur einer der verschiedenen Schauplätze - erfährt der Leser mehr über die Garten-Obsession des Fürsten. Aber immer in einer erträglichen Dosierung, um all jene, die einem Garten nur wenig abgewinnen können, nicht abzuschrecken.

Interessante Verknüpfungen

Geschickt verknüpft die Autorin die verschiedenen Erzählstränge miteinander. Je weiter der Roman fortschreitet, desto umfassender wird das Gesamtbild: Was zunächst wie lose Enden eines ganzen Bündels von Strängen scheint, wird nach und nach zu einem dichten Gewebe. Dadurch gelingt es Franziska Steinhauer, eine facettenreiche Geschichte zu präsentieren. Sie spricht darin verschiedenste Problembereiche an. Von den gesellschaftlichen Dünkeln, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch ausgesprochen ausgeprägt sind, bis hin zur Ablehnung alles Neuen, wie etwa der Neugestaltung des Branitzer Schlossparks. Gestreift wird auch die Frage, wie leicht sich ein Mob formiert, der eine unbedachte Person das Leben kosten könnte oder welchen Zusammenhalt die Menschen in den Dörfern leben.

Gut ausgearbeitete Charaktere

Zwangsläufig bleiben bei so vielen Beteiligten einige etwas blasser als andere. Diejenigen aber, denen die Autorin Franziska Steinhauer eine tragende Rolle zugedacht hat, haben durchaus deutliche Konturen bekommen. Sie sind gut ausgearbeitet und agieren glaubwürdig. Damit schafft es die Autorin auch, den Spannungsbogen optimal aufzubauen: Ihre Figuren bewegen sich in einem adäquaten Rahmen und so bleibt es im Dunkeln, wer denn nun für den Tod des Knaben in den Baumwurzeln tatsächlich verantwortlich ist. Wenn auch zum Schluss keine tiefschürfenden Erkenntnisse resultieren, so kann Sturm über Branitz doch eines: bestens unterhalten. Sowohl das Konzept als auch die sprachliche Umsetzung stimmen, der historische Hintergrund ist durchaus interessant und die Atmosphäre gut wiedergegeben. So vermag dieser historische Krimi auch ohne Thrillerelemente absolut zu überzeugen.

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