Die Hebamme von Venedig

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'The Midwife of Venice', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Ein Verstoß gegen die kirchlichen Regeln soll die Rettung des Ehemannes bringen

Buch-Rezension von Bettina Weiß Aug 2011

Kurzgefasst:

Mitten in der Nacht steht ein venezianischer Adliger aufgewühlt vor der Tür der jüdischen Hebamme Hannah: Seit Tagen liegt die Frau des Conte schon in den Wehen, und nun fürchtet er um das Leben von Mutter und Kind, sollte Hannah ihnen nicht helfen. Doch der jungen Hebamme ist die medizinische Behandlung von Christen untersagt.

Hin- und hergerissen zwischen Mitgefühl und Angst, erkennt Hannah in der Bitte des Conte auch eine Chance und stellt mutig eine Bedingung: Wenn es ihr gelingt, das Kind des Conte di Padovani zu retten, verlangt sie jene Geldsumme, die sie braucht, um ihren auf Malta als Sklaven gefangen gehaltenen Mann Isaak freizukaufen. Der Conte willigt ein. Doch mit der Geburt des Kindes gerät Hannah in immer größere Gefahr. Die um ihr Erbe fürchtenden Brüder des Conte di Padovani trachten ihr und dem Baby nach dem Leben, die Pest steht bedrohlich vor Venedigs Toren, und es bleibt kaum noch Zeit bis zum Ablegen des Schiffes, das sie zu Isaak bringen soll...

 

Kann die Verletzung des päpstlichen Edikts Hannah helfen, ihren Mann vor dem sicheren Tod zu retten? Es ist Mitternacht im jüdischen Ghetto im Venedig des Jahres 1575, als zwei Männer an die Tür der Hebamme Hannah klopfen und um ihre Hilfe bitten: Die Frau eines venezianischen Adligen liegt bereits seit Tagen in den Wehen und wird immer schwächer, zudem droht das Kind im Mutterleib zu sterben. Doch Hannah ist Jüdin und aus diesem Grund ist ihr durch päpstliches Edikt strengstens untersagt, einer Christin medizinische Hilfe zu leisten. Hannah schwankt zwischen Mitgefühl für Mutter und Kind und der Angst, entdeckt zu werden. Allerdings bietet sich ihr mit dieser Bitte auch die Möglichkeit, ihrem als Sklaven auf Malta festgehaltenen Ehemann Isaak zu helfen. Also willigt Hannah ein und verlangt als Gegenleistung für ihre Hilfe genau die Geldsumme, die sie als Lösegeld für ihren Ehemann zahlen soll.

Die Gier der Brüder bedroht das Kind

Doch mit der Geburt des Kindes werden die Probleme von Hannah immer größer: die Brüder des Conte sorgen sich um ihr Erbe und sind daher über die Geburt des Kindes gar nicht glücklich. Zudem wird Venedig von der aufziehenden Pest bedroht und die Abreise des Schiffes, das Hannah nach Malta bringen soll, rückt immer näher. Wird es ihr gelingen das Kind zu schützen und Venedig rechtzeitig auf dem Weg nach Malta zu verlassen? Und lebt Isaak überhaupt noch?

Zwei Erzählungsebenen schaffen spannende Unterhaltung

Der Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Zunächst begleitet der Leser Hannah bei ihrer schwierigen Aufgabe, das Kind des Conte auf die Welt zu bringen. Hannah ist eine couragierte und kompetente Frau ihrer Zeit, ohne eine Überfrau zu sein. Sie sieht sich durch die Zwänge ihrer Zeit als Frau und Jüdin gebunden und begegnet diesen Einschränkungen mit Herz und Verstand, getrieben von dem Wunsch, Isaak wieder in die Arme schließen zu können. Sie ist dadurch eine sympathische und glaubwürdige Protagonistin.

In der anderen Erzählebene erlebt der Leser Isaak auf Malta bei seinem Kampf, sich als Sklave bis zur Zahlung des Lösegeldes durchzuschlagen, ohne dabei getötet zu werden. Isaaks Gedanken sind dabei immer wieder bei Hannah und der Wunsch, wieder mit ihr vereint zu sein, hält ihn am Leben. Isaak wird als selbstbewusster und gewiefter Mann geschildert, der sich den Problemen seines Lebens mit Witz und Verstand stellt. Die Sympathien der Leser sind ihm dabei sicher, wie auch der Wunsch, beide mögen wieder zueinander gelangen. Die sonstigen Nebenfiguren bleiben hingegen etwas blass, was wohl auch der Kürze des Romans geschuldet ist.

Mehr Raum für mehr Wendungen hätte den Reiz des Romans gesteigert

Aus den nebeneinander erzählten Handlungsverläufen bezieht der Roman einen großen Teil der Spannung. Einerseits Hannahs Bemühen das Lösegeld zu erhalten und zu bewahren sowie andererseits Isaaks Kampf ums Überleben. Dabei haben beide mit Widrigkeiten des Lebens zu kämpfen, die sich zuweilen zu schnell auflösen, um echte Spannung zu erzeugen. So geht ein von Hannah benutztes neuartiges Instrument der Geburtshilfe nach der Geburt des Kindes verloren und der Bruder des Conte will es ihr nur gegen Zahlung des Hebammenlohnes zurückgeben. Als Hannah dem Conte davon berichtet, verlangt er die Herausgabe des Instrumentes und ohne weiteres Vertun gelangt das Instrument wieder zu Hannah. Hier wäre die eine oder andere zusätzliche Wendung für den Reiz der Handlung wünschenswert gewesen.

Die Sprache des Romans ist leicht verständlich, ohne zu modern zu sein. Die Autorin versucht vielmehr, den Geist der Zeit auch sprachlich zu erfassen. Dadurch wirkt der Roman authentisch, ohne den Lesefluss zu stören.

Insgesamt bietet Roman spannende Unterhaltung um eine interessante Frau, die ihren Weg in ihrer Zeit findet.

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