Sherlock Holmes und die Büste der Primavera

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2009, Titel: 'Sherlock Holmes und die Büste der Primavera', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Der Meisterdetektiv ermittelt in Italien; ohne Dr. Watson und dessen Armeerevolver.

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2011

Kurzgefasst:

Nach dem Tod seines Erzfeindes Professor Moriarty und nach seinem eigenen spektakulären Verschwinden an den Schweizer Reichenbachfällen glaubt sich Sherlock Holmes zunächst im sonnenbeschienenen Florenz gänzlich unerkannt, doch anlässlich der schicksalhaften Begegnung mit dem englischen Buchhändler David Tristram gibt er ihm gegenüber sein Incognito rasch auf.

Er wird dafür mit einem Rätsel belohnt, das so ganz nach seinem Geschmack ist: Erst vor Kurzem ist Tristrams Schwiegervater, ein talentierter florentinischer Bildhauer, auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Der Detektiv beginnt sogleich seine Ermittlungen in der Villa des zwielichtigen Kunsthändlers Mortimer Hopper, der Holmes zudem den Auftrag erteilt, eine verschwundene Marmorbüste wiederzubeschaffen. Zum Erstaunen des Buchhändlers willigt Holmes ein, sich auch dieses Falles anzunehmen.

Die weiteren Ermittlungen führen Holmes und seinen zeitweiligen Gehilfen Tristram auf eine wilde Jagd quer durch das Italien des zu Ende gehenden neunzehnten Jahrhunderts, durch das nächtliche Rom und das geheimnisvolle Venedig. In der Lagunenstadt schließlich sieht Holmes seine finstersten Vermutungen bestätigt: Er scheint nicht der einzige zu sein, der den verhängnisvollen Zweikampf an den Reichenbachfällen überlebt hat

 

Mai 1891: Durch einen Zufall begegnet der in Florenz lebende englische Buchhändler David Tristram dem berühmten Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Holmes hatte sich nach seinem finalen Duell mit Professor Moriarty nach Italien zurückgezogen, um hier unerkannt dessen Helfershelfern wie Colonel Moran zu entgehen. Doch jetzt lockt ein Fall, der Holmes herausfordert. Tristrams Schwiegervater, ein bekannter Bildhauer, hat offenbar Selbstmord begangen. Allerdings scheinen die Umstände des Todes alles andere als eindeutig, wenngleich der Verstorbene an seinem Schreibtisch aufgefunden wurde und die Tatwaffe in seiner Hand hielt. Holmes und Tristram nehmen die Ermittlungen auf und kommen so in Kontakt mit dem dubiosen Kunsthändler Mortimer Hopper, der Holmes seinerseits einen Auftrag andient. Eine wertvolle Büste ist verschwunden und obgleich solche Fälle für Holmes eher als unbedeutende Lappalien gelten, willigt er ein, denn er vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorkommnissen.

Wenig später haben Holmes Recherchen Erfolg. Der Tod des Bildhauers ist geklärt, die Büste wiedergefunden. Letzter Erfolg währt jedoch nur kurz, denn die Büste wird Holmes aus seinem Pensionszimmer gestohlen, noch bevor er diese zurückgeben kann. Holmes ist nun wild entschlossen und auch Tristram hat förmlich Blut geleckt. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche, die sie über Rom bis hin nach Venedig führt. Hätten die beiden erahnt, wie die Geschichte endet, Holmes hätte Tristram gebeten, sich einen Armeerevolver zu besorgen...

Neue Holmes-Reihe mit Potenzial

Der erste Teil der Holmes-Tristram-Reihe, erschienen im KBV-Verlag, setzt inhaltlich nahtlos an dem Roman Sein letzter Fall (im Original The Final Problem) von Sir Arthur Conan Doyle an, in dem sich Holmes und sein Erzrivale Professor Moriarty ein erbittertes Duell in den Schweizer Reichenbachfällen liefern, welches für beide tödlich endet. Tödlich? Nun ja, da Holmes das Spektakel überlebt hat, befürchtet er verständlicherweise, dass auch Professor Moriarty womöglich noch unter den Lebenden weilt. Daher das Untertauchen in Italien, wo er David Tristram, den Ich-Erzähler der Reihe, kennenlernt.

Tristram ähnelt natürlich Holmes´ früheren Partner Dr. Watson, wenngleich er nicht über dessen bekannten und mitunter nützlichen Armeerevolver verfügt. Tristram ist der folgsame Trottel, der die Laufarbeiten zu verrichten hat und immer wieder zurechtgewiesen wird, da er seine Umgebung nicht aufmerksam genug beobachtet. So entgehen Tristram zahlreiche Details, mit denen der Meisterdetektiv in gewohnter Manier glänzen kann, wobei es mitunter ein wenig übertrieben wird. Aber das kennen geneigte Holmes-Fans ja schon von den vier Romanen sowie 56 Erzählungen des offiziellen Werkkanons von Sir Doyle.

Tristram als neuer Watson

Die Adaption von Franziska Franke ist sehr nah am Original und wird daher sicher auf große Resonanz bei den Sherlock-Holmes-Fans stoßen. Wer den Lesegenuss auf die Spitze treiben will, dem sei ein Kurztrip in die Eifel empfohlen, genau genommen nach Hillesheim. Hier befindet sich in einem Gebäudekomplex unter dem Namen "Das Kriminalhaus" die "Zentrale" des KBV-Verlages, das Deutsche Krimi-Archiv, die Buchhandlung Lesezeichen und - vor allem - das (sehr) kleine, aber urgemütliche Café Sherlock mit seinen detailverliebten Thementischen.
Doch zurück zur Rezension des vorliegenden Titels.

Die Figurenzeichnung ist gut gelungen, Holmes tüftelt wie eh und je an irgendwelchen Experimenten, Tristram ist der folgsame Diener ohne richtigen Durchblick und die Nebenfiguren erfüllen in erster Linie ihren Zweck. Dazu garniert die Autorin den Plot mit einigen mitunter interessanten historischen Anmerkungen. Der Spannungsbogen ist überschaubar, aber so gehalten, dass man gerne weiterliest und inhaltlich passt die Geschichte sehr gut in das Holmes'sche Gesamtwerk. Weitere Folgen der Reihe sind bereits erschienen und lassen vermuten, dass diese ein Erfolg wird. Verdient hätte sie es; auch ohne Dr. Watson und Inspector Lestrade.

Sherlock Holmes und die Büste der Primavera

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Letzte Kommentare:
01.09.2011 22:15:52
tassieteufel

Florenz 1891, der englische Buchhändler David Tristram trifft auf dem Postamt einen Mann, der wie Sherlock Holmes aussieht, doch dieser wurde ja angeblich an den Reichenbachfällen von Professor Moriarty erschossen, aber wie Holmes immer so schön sagte: wenn man alles unmögliche ausgeschlossen hat, bleibt nur das mögliche über und so kommt Tristram zu dem Schluß, das es sich nur um den berühmten Meisterdetrektiv handeln kann. Hartnäckig heftet er sich an dessen Fersen und gewinnt ihn schließlich dafür, im Fall seines kürzlich ermordeten Schwiegervaters zu ermitteln.
Recht schnell scheint der Fall gelöst, doch da tritt schon das nächste Rätsel auf, eine wertvolle
Büste ist aus einem Museum verschwunden und scheinbar bei dem ominösen Kunsthändler gelandet, für den auch David Tristrams Schwiegervater gearbeitet hat. Beide Fälle scheinen zusammen zu hängen und hinter all dem scheint ein unsichtbarer Drahtzieher zu stehen. Wer sich ein wenig mit Sherlock Holmes auskennt, kann schnell erahnen, in welche Richtung sich das Ganze bewegt und wer der geheimnisvolle Drahtzieher ist, von daher gibt es also keine
Überraschungen, zumindest für mich nicht und es war absehbar, wie alles ausgeht, aber das Buch ist flüssig und recht amüsant geschrieben, oftmals kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn Tristram seine Lage reflektiert und gegen Holmes immer wie ein dummer Junge wirkt. Sehr launig auch die Szenen in denen Holmes in einer seiner Verkleidungen auftritt, besonders die als Inder auf dem Golfplatz war sehr nett.
Gelungen ist auch die Atmosphäre im Florenz bzw. Intalien des ausgehenden 19. Jahrunderts.
Die Figuren unterhalten mit ihrem schrulligen, kauzigen Wesen und sind bis hin zu den Nebenfiguren sehr gut geschildert, aber richtige Spannung kam für mich nicht auf! Im letzten Drittel
wird es ein wenig rasanter und die liebevolle Schilderung Venedigs reißt nochmal ein wenig heraus, aber Spannung hat mir hier doch am Anfang sehr gefehlt. Immerhin fand ich das Büchlein so unterhaltsam, das ich den 2. Teil schon gekauft hab.

Fazit: für einen Erstling gar nicht so schlecht! Das Buch ist in der üblichen Holmes/Watson Manier geschrieben, nur das hier der Watson eben David Tristram ist, ansonsten glänzt der Meisterdetektiv wieder mit brillianten Schlußfolgerungen und läßt alle um sich herum ein wenig alt aussehen, humorvoll geschrieben, aber insgesamt ein wenig spannungsarm. Für Fans von Sherlock Holmes aber auf jeden Fall zu empfehlen!

14.07.2011 11:02:55
Burkhard Kling

Die Büste der Primavera
Sherlock Holmes lebt. Wer hätte das gedacht.

Alle Verehrer, und natürlich auch die Verehrerinnen, die selbstredend alle Doyle-Krimis gelesen und diesen kauzigen Einzelgänger und Gentleman, Schnüffler und Detektiv in- und auswendig kennen, ihn lieben und seit langem schon seinen Scharf- und Spürsinn vermissen, dürfen sich freuen.

Er ist wieder auferstanden. Und wie!

Im Licht des italienischen Südens hat Holmes seine Nüchternheit, Sturheit Humorlosigkeit und vor allem: seine gedankliche Schärfe nicht verloren; aber sie wird gedämpft durch die feine Ironie in der Personenschilderung, durch die oft witzige Einbettung in das italienisches Ambiente und durch die lockere Erzählhaltung der Autorin in der literarischen Anspielung auf die englische Herkunft des Detektivs. Holmes und Italien: ein wunderbarer Kontrast, die Lektüre ist ein Vergnügen, die Geschichte spannend. Die Charaktere sind knapp aber treffend, auch humorvoll, gezeichnet und schmunzelnd knüpft man in der Erinnerung an die teils lange zurückliegende Holmes-/Doyle-Lektüre an. Wer Dr. Watson vermisst, wird durch den hedonistischen und etwas ängstlichen Tristram mehr als entschädigt, den man gerne auf seiner Grand Tour" durch das Italien des 19. Jhds. begleitet. Ganz beiläufig lernt man sogar dazu und ist für den nächsten Florenz-, Rom- oder Venedigurlaub schon vorbereitet.

Unbedingt lesenswert ist also dieser Krimi. Und an die Autorin: weiter so; dem wiederauferstandenen Holmes wollen wir auf seinen weiteren kriminalistischen Pfaden folgen.

Bewertung: sehr gut, humorvoll, lesenwert; der Krimi bietet zur Spannung höchsten Unterhaltungswert.
Sherlock Holmes wirkt weiter in Florenz; wunderbar. Wie schön, dass der Abreise aus Italien ein neuer Fall in die Quere kommt!