Leeres Versprechen

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Leeres Versprechen', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Rita Dell'Agnese
Kein Ruhmesblatt für die österreichische Monarchie

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2011

Kurzgefasst:

Attendorn im Sauerland, 1764 - Missernten und willkürliche Steuererhöhungen treiben die Menschen im Herzogtum Westfalen in bittere Armut. Der vierzehnjährige Bauernjunge Kasper Baumann kann nach einem Unfall in seiner Kindheit keine schweren Arbeiten verrichten. Bei den Mönchen im Kloster Ewig stillt er seinen unwiderstehlichen Drang nach Bildung. Als sein Vater dem Versprechen auf fruchtbaren Boden und der Aussicht auf Steuerfreiheit in Österreich folgt, muss Kasper die Obhut der Mönche verlassen und die Familie ins Ungewisse begleiten. Nach Monaten voller Leid und Entbehrungen, dem endlosen Kampf gegen Naturgewalten und lebensbedrohlichen Verhältniss erwartet die Familie an den Ufern des Mures eine Tragödie, die Kasper zu vernichten droht.

 

Kasper fühlt sich nutzlos. Seit der älteste Sohn der Bauernfamilie Baumann durch einen Unfall verkrüppelt wurde, haben sich seine Eltern und Brüder von ihm abgewandt. Nur bei den Mönchen im Kloster Ewig fühlt sich der wissbegierige Junge wohl. Doch dies findet ein jähes Ende, als Kaspers Vater Georg Baumann beschließt, auf das Angebot eines Werbers zur Neuansiedlung an der ungarischen Grenze einzugehen und mit seiner Familie auszuwandern. Die österreichische Kaiserin Maria Theresia stellt allen neuen Siedlern Land und Güter in Aussicht. Denn die Neuansiedlung in einem durch Krieg verwüsteten Landstrich soll die Grenze vor dem Einfall der Türken schützen. Die Familie Baumann macht sich auf den Weg in die neue Heimat, die sich nicht als das erhoffte Paradies erweist. Auf die Auswanderer wartet ein hartes Schicksal.

Auf direkte Rede gesetzt

Kann man einen Roman vornehmlich in direkter Rede schreiben und dennoch Spannung erzeugen? Ja man kann. Evelyn Barenbrügge stellt dies in ihrem Debüt-Roman Leeres Versprechen eindrücklich unter Beweis. Zwar braucht es die Bereitschaft des Lesers, sich auf die ungewohnte Sprachmelodie einzulassen, doch dafür eröffnet sich eine intensive Welt, die den Leser sehr dicht einbindet. Leider geht die direkte Rede da und dort etwas zulasten einer stimmungsvollen Beschreibung, dies ist jedoch angesichts der Dichte der Erzählung gut zu verkraften.

Die Geschichte des kleinen Mannes

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der junge Kasper, an der Schwelle vom Jungen zum Erwachsenen. Durch das Wissen, das ihm die Mönche im Kloster vermittelt haben, ist Kasper in der Lage, den kranken Reisegefährten beizustehen. Damit gewinnt er aber nicht nur an Selbstvertrauen - manchmal drohen die Zweifel ihn aufzufressen. Und genau dieses Bild, das die Autorin vom Jungen zeichnet, lässt ihn dem Leser sehr nahe kommen. Es gelingt mühelos, sich mit dem Jungen zu identifizieren, seine Gefühle zu verstehen und mit ihm mitzufühlen. Kasper ist weder ein großartiger Held noch mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet: Er ist das Kind einer Zeit, in der sich die Menschen oft selber helfen mussten, weil die Bevölkerung unter bitterer Armut zu leiden hatte. Diese Geschichte erzählt Evelyn Barenbrügge und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Auch nicht, wenn es darum geht, dass die Kaiserin sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Auswanderer betrifft.

Auf Fakten aufgebaut

Hinter dem Roman steckt eine intensive Recherche. So wird den Lesern ein düsteres Kapitel der österreichischen Monarchie näher gebracht, von dem man in der Regel kaum etwas hört. Allerdings schont Evelyn Barenbrügge auch die Obrigkeit in der alten Heimat nicht. Ihre willkürlichen Steuererhöhungen, die mutwillige Zerstörung der Getreidefelder und vieles mehr, das die arme Bevölkerung zusätzlich beutelt, führt erst zur Situation, dass so viele Menschen sich auf den Weg in eine neue Zukunft machen. Denn das, was die Familie Baumann erlebt, steht für viele, die auf das leere Versprechen der Kaiserin hereingefallen sind.

Sehr detailliert geht Evelyn Barenbrügge auch auf die Botanik ein. Hier ist auch eine der ganz wenigen Schwachstellen des Romans zu finden, denn die jeweiligen Erklärungen der Heilpflanzen und ihres Einsatzgebietes wirken denn doch etwas zu lehrbuchhaft.

Gelungener Debüt-Roman

Leeres Versprechen ist ein ausgereifter historischer Roman, der berührt und betroffen macht. Dass es sich hier um einen Debüt-Roman handelt, macht ihn umso bemerkenswerter. Die Autorin legt einiges vor und wenn sie die Qualität auch in nachfolgenden Romanen halten kann, dürften hier noch viele außergewöhnliche Lesestunden auf die Freunde von historischen Romanen warten.

Wer sich für die Geschichte des gewöhnlichen Volkes interessiert und weder außergewöhnliche Schlachten noch fulminante Liebesgeschichten erwartet, sondern an leiseren, aber eindringlicheren Tönen seine Freude hat, wird diesen Roman kaum aus den Fingern legen mögen.

 

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Letzte Kommentare:
18.01.2013 11:00:59
carola keßel, dülmen

liebe frau baenbrügge, ihnen ist ein spannender roman gelungen, der lust auf mehr macht und den leser tatsächlich den atlas oder ein pflanzenlexikon zur hand nehmen lässt. ich bin eigentlich eine ausgesprochene krimileserin, doch hat mich ihr buch nach wenigen seiten gepackt und ich habe es kaum noch zur seite gelegt. vielleicht war es gut, dass ich es jetzt, im winter, gelesen habe und genügend zeit dafür hatte. auch ich würde mich über eine fortsetzung bald freuen und wünsche ihnen viel kraft, energie und ausdauer bei der arbeit an ihren büchern. viele grüsse von meinem mann und besten danknoch einmal von mir!

28.02.2012 10:18:49
Carmen Haelke

Das Buch "Leeres Versprechen" hat mir beim Lesen sehr viel Spaß gemacht.Ich lese gerne historische Bücher,wobei einige nicht so einfach sind zum lesen. Aber dieses Buch wollte man nicht aus der Hand legen. Der Kasper ist einem so richtig ans Herz gewachsen.Das Leben der einfachen Leute ist in diesem Buch so gut beschrieben,das man sich alles richtig bildlich vorstellen konnte. Ich bin sehr auf den weiteren Lebensweg von Kasper gespannt und hoffe deshalb bald auf den 2.Teil dieses Buches. Ich wünsche der Autorin weiterhin viel Erfolg und gute Ideen für weitere Bücher.

23.02.2012 08:31:28
Maria Derks

Bin begeistert von diesem Buch. Der Schreibstil ist sehr klar aber auch anspruchvoll. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Hatte sehr schnell die einzelnen Romanfiguren sowie die örtlichen Beschreibungen bildlich vor Augen und schon packte mich die Neugier, schnell weiter zu lesen. So ist es mir trotz Weihnachtsstress gelungen, das Buch in 4 Tagen zu lesen. Ich freue mich schon auf das nächste Buch. Weiterhin viel Erfolg.

29.01.2012 13:07:42
Jürgen Sprengart

Schon seit vielen Jahren bin ich ein Fan von historischen Büchern. Ein ganz grosses Kompliment zu deinem Buch. Ferdi hatte mir nicht zu viel versprochen. Ein Buch, das an Spannung und hervorragenden Recherchen kaum zu überbieten ist. Hab dein Buch in wenigen Tagen verschlungen. Ich freu mich schon auf dein nächstes Werk, was hoffentlich bald erscheint. Viele Grüße Jürgen

02.09.2011 17:25:23
Uta Hof

Ein sehr gelungenes Werk. Jeder der es von mir zum lesen bekommen hat ist einfach begeistert und verschenkt es weiter an gute, liebe Freunde. Wir saßen kürzlich in vertrauter runde und stellten fest, dass wir alle -- immerhin 12 Personen -- das Buch unser eigen nennen und es gerne weiterempfehlen :-)

30.08.2011 12:13:55
Victoria Streb

Mein erster historischer Roman und ich muss sagen, ich kann es kaum erwarten mehr von Evelyn Barenbrügge zu lesen!
Ein außergewöhnlicher und sehr empfehlenswerter Roman! Die mitreißende Geschichte von Kaspar und seiner Familie lässt einen nur erahnen wie beschwerlich und gefährlich das Leben zu der damaligen Zeit gewesen sein muss. Mit viel Liebe zum Detail werden in „Das leere Versprechen“ ,zum Beispiel, Kräuter und alte Hausrezepte beschrieben, die ihre Anwendung bei Krankheiten fanden. Nicht selten habe ich aus Interesse ein Bild der Heilpflanze nachgeschlagen, um vor meinem inneren Auge Kaspar und Marie bei der Suche in den weiten Feldern und Wiesen zu „helfen“.
Die Geschichte läd dazu ein, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Für mich war es eine farbenfrohe und lebendig beschriebene Familiengeschichte und ist ein unbedingtes Lese-Muss für alle!!

24.07.2011 16:55:24
Armin Schmidt

Evelyn Barenbrügge ist ein spannender historischer Roman um die Hauptfigur Kasper gelungen. Man leidet als Leser mit ihm. Dass die Handlung von Anfang an glaubwürdig herüberkommt, liegt wesentlich daran, dass die Autorin die Fakten offensichtlich gut und intensiv recherchiert hat. Ich wünsche dem Buch viele Leser.

17.07.2011 16:06:42
Ingrid Braun

Ingrid Braun zu E.Barenbrügges LEERES VERSPRECHEN
Der packende, historische Roman mit der Hauptfigur Kasper ist sehr gut recherchiert und logisch aufgebaut. Besonders gefiel mir, wie die Zuwanderer in ihrer neuen Heimat durch Fleiß und Geschick ein neues Zuhause aufbauen.
Ich hätte gern noch Kaspers weiteres Schicksal verfolgt,besonders, nachdem er jetzt an seinem Schicksal arbeiten könnte und diesem eine positive Wendung geben könnte.

06.07.2011 20:22:52
Beate Paul

Um es gleich vorweg zu nehmen: Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht. Kaspar und seine Familie habe ich auf der langen, beschwerlichen Reise gerne begleitet und jede Begegnung mit fremden Orten, Menschen oder Gepflogenheiten hat mich aufs Neue fasziniert. Die sorgfältige Recherche wurde bereits an anderer Stelle erwähnt, und eine befreundete Ärztin, die Buch ebenso begeistert verschlungen hat wie ich, versicherte mir, dass es (im Gegensatz zu vielen anderen historischen Romanen) auch medizingeschichtlich sauber recherchiert ist.

Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr "Action" gewünscht und die Schilderung von Kapars Bemühungen um seine Patienten erschienen mir etwas zu langatmig. Trotzdem kam niemals Langeweile auf und je weiter die Geschichte voran schritt, desto besser konnte ich mich auf das Erzähltempo der Autorin einlassen.

Richtig enttäuscht war ich eigentlich nur als der Roman plötzlich zu Ende war. Von mir aus hätte die Geschichte von Kaspar gerne noch ein paar hundert Seiten weiter gehen können ... ;-)

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