Kaltmond

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • , 2011, Titel: 'Kaltmond', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Sympathisches Ermittlerduo im mittelalterlichen Norddeutschland

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Jun 2011

Kurzgefasst:

Auf Burg Rethen wird der Burgherr Walram tot aufgefunden - kurz nachdem sein Halbbruder Ruther bei einem Jagdunfall von einem Keiler aufgespießt wurde. Unglücklich ist über Walrams Tod niemand, aber viele hätten ein Motiv, ihm ans Leben zu wollen. Da ist die Heilerin Lenne, der von Walram viel Leid zugefügt wurde. Roswitha, die junge Stiefmutter des Toten, die sich von ihm verraten fühlte. Seine Braut Ysentrud, die an seiner Treue zweifelte. Ihr Vater Bredelin, der seine Tochter aus dem Eheversprechen retten wollte. Ihre jüngere Schwester Demud, der Walram nachstellte. Und selbstverständlich alle Burg- und Dorfbewohner, denn der junge Edelmann war hart, ungerecht, kalt und egoistisch. Der Schöffe Hoyer vom Nonnenbach soll Licht in das Dunkel bringen. Der Genussmensch verläst sein gemütliches Heim in Goslar nur ungern, und wenn es schon sein muss, dann bitteschön nicht ohne Künne, seine neugierige Köchin.

 

Norddeutschland im Jahre des Herrn 1174. Walram, der Burgherr von Rethen, ist mit seinen Männern auf Jagd, als sein junger Halbbruder Ruther von einem Keiler aufgespießt und liegen gelassen wird. Ein paar Tage später, als das Gesinde sich auf die Suche nach dem Leichnam machen will, wird Walram tot in seinem Bett aufgefunden.

So wird nach dem Schöffen Hoyer vom Nonnebach geschickt, der sich lieber zu Hause von seiner Köchin Künne bekochen lässt und sie notgedrungen nach Rethen mitnimmt. Auf der Burg finden sich zahlreiche Verdächtigem, denn niemand hat Walram gemocht. Seine Stiefmutter Roswitha nicht, die selbst gern gehabt hätte, seine Braut Ysentrud und ihr Vater Bredelin ebenso nicht. Ysentruds jüngere Schwester Demud wurde von Walram nachgestellt, und alle Bewohner der Burg und des Dorfes mochten ihn auch nicht, da er sie von morgens bis abends schikanierte.

Während Hoyer sich um die adeligen Burgbewohner kümmert, forscht seine Köchin unter dem Gesinde nach. Und auch im Wald gibt es noch einige menschliche Bewohner, die irgendwie in den Todesfall verstrickt zu sein scheinen...

Viele Verdächtige

Mit ihrem ersten historischen Kriminalroman entführt Angelika Stucke die Leser in ein winterliches Norddeutschland, in dem niemand um ein Mordopfer trauert. Trotz alledem muss es ja jemand gewesen sein, denn schnell stellt der Schöffe fest, dass das Opfer vergiftet worden sein muss. So macht er sich mit seiner Köchin als Helferin auf die Suche nach dem Täter.

Hoyer und Künne sind auch die Hauptpersonen des Romans, und die Autorin charakterisiert die beiden sehr lebendig und sympathisch. "Wie aus dem richtigen Leben" liefern sie sich kleine Wortgefechte und Situationen, die den Leser ein ums andere Mal schmunzeln lassen. Allerdings ist eigentlich eher die Köchin die Hauptperson des Romans, denn sie füllt (nicht nur ob ihres Leibesumfangs) den Großteil der 250 Romanseiten. Ihre Ausflüge zum Gesinde und in die Kellergewölbe der Burg lesen sich sehr launig, und man vergisst, wie schnell doch so ein Buch zu Ende gelesen sein kann.

Viel Abwechslung

Die Verdächtigen tauchen nicht häufig auf, aber doch oft genug, um die vermeintliche Lösung letztlich plausibel zu machen. Die Geschichte um die Bewohner im Wald soll hier nicht so sehr herausgestellt werden, um nicht zu viel zu verraten, zeigt aber das Leben der nicht-wohlhabenden gerade zur Winterszeit mit seiner Not. Die Ortswechsel der Erzählung zur Burg und in den Wald bieten daher auch eine dramaturgisch klug gewählte Abwechslung.

Allerdings birgt der Fall durch seine Ausgangskonstellation wenig Überraschungen. Trotz der vielen theoretischen Verdächtigen trennt sich schnell die Spreu vom Weizen, und das Ende oder zumindest die Hinführung dorthin ist doch recht vorhersehbar. Dass das Ende trotzdem etwas unerwartet ist, kann darüber leider nicht hinwegtäuschen, hier gilt es künftig noch nachzubessern.

Lobenswertes Buchcover

Die Ermittler bieten jedoch Potenzial für eventuelle weitere Fälle, gerne würde man den beiden wieder einmal bei einem Fall folgen. Die atmosphärische Stimmung stimmt, die Charaktere sind sympathisch und gut eingeführt, und auch die anderen Personen sind knapp, aber ausreichend gezeichnet. Wenn auch die Spannung nicht unbedingt knistert, ist der Roman doch flüssig zu lesen und interessant genug, das Buch in kurzer Zeit durchzulesen. Einzig an der Dramaturgie der Ausgangskonstellation kann noch gearbeitet werden, damit es mehr Überraschungen gibt.

Zwar bietet der Roman keine extra Zugaben, doch soll das Cover lobend erwähnt werden. Hier scheint der Leda-Verlag auch grafisch eine stimmige Reihe von historischen Romanen zu konzipieren, die Lust auf mehr machen. Und das Motiv sticht auch aus dem üblichen Mittelalter-Einerlei heraus. Wir greifen beim nächsten Mal gerne wieder zu.

 

 

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